Ludwigshafen Alles fließt

Ludwigshafen. Wasser ist am Ludwigshafener BASF-Standort allgegenwärtig. Zur Kühlung ist es für viele Prozesse unabdingbar. Drei Wasserwerke und vier Rückkühlwerke leisten die Kühlwasserversorgung – und genau wie das Element befindet sich das Werk immer in Bewegung. Es wächst und verändert sich. Als Koordinator des Wasserwerks arbeitet Michael Zürker daran, die Versorgung auch künftig optimal zu gewährleisten.
„Die Kühlwasserversorgung ist so alt wie die Chemie selbst“, sagt Michael Zürker. In der 150-jährigen Geschichte des Chemiewerks hat sich auch die Kühlwasserversorgung verändert. Was früher Dampfmaschinen erledigten, wird heute von drei gigantischen Wasserwerken und vier Rückkühlwerken geleistet. Durch ein 174 Kilometer langes unterirdisches Rohrleitungsnetz werden im Jahresdurchschnitt pro Stunde 180.000 Kubikmeter Wasser geleitet – das sind rund 1000 volle Badewannen. Das sind nur einige Dimensionen des Arbeitsplatzes von Zürker. Da sich der Standort ständig ändert, wachsen aber auch die. Als Project Operations Manager (POM) ist Zürker – wie der Titel schon sagt – für die Abwicklung unterschiedlichster Projekte im Bereich der Wasserwerke zuständig. Zurzeit arbeiten er und sein Team an einem fünften Rückkühlwerk. Zürker befindet sich dabei auf der Besteller-Seite, er arbeitet gemeinsam mit der Engineering-Abteilung an der Definition der Leistung und der Beschaffung der einzelnen Bestandteile. Seit 16 Jahren ist der Speyerer bei den Wasserwerken, arbeitete lange Zeit als Betriebsassistent und hat seit zwei Jahren die Position des POM inne. Dabei begann seine berufliche Karriere ganz anders. Vor über 30 Jahren absolvierte Zürker eine Schlosserlehre bei der Bundesbahn. Nach dem Wehrdienst begann er in Mannheim ein Fachhochschulstudium des Maschinenbaus. Seine Diplomarbeit führte ihn 1987 zur BASF. Direkt nach seinem Abschluss stieg er bei dem Chemiekonzern ein, damals arbeitete er in der Produktion von Hightech-Kunststoffen. Auf der Suche nach neuen Herausforderungen stieß Zürker dann auf die Wasserwerke. Die Entscheidung für einen neuen Karriereweg fiel ihm nicht schwer: „Wasser war schon immer ein Element, das mich fasziniert hat.“ Privat ist der 52-Jährige leidenschaftlicher Paddler. Mit seinem Kanu hat er bereits den Grand Canyon im US-Bundesstaat Colorado befahren. Auch auf dem Rhein ist er häufig unterwegs und hat den Fluss schon fast von der Quelle bis zur Mündung kennengelernt. In seinem Job beschäftigt sich Zürker zwar nur aus der Ferne mit dem kühlen Nass, doch er findet das nicht minder spannend. „Das Werk Ludwigshafen der BASF ist jetzt 150 Jahre alt und wurde im Laufe der Jahre ständig erweitert und umgestaltet“, erklärt er. „Dazu kommen die Auswirkungen der Bombenangriffe im Zweiten Weltkrieg. Dadurch gestaltet sich bei Projekten speziell die Arbeit im Untergrund sehr anspruchsvoll und komplex.“ Er habe schon viel erlebt – beispielsweise den Fund einer Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg während Sondierungsarbeiten im vergangenen Sommer. Der Blindgänger wurde in Lampertheim kontrolliert gesprengt. (awac)