Ludwigshafen
Übung an der Ruchheimer Grundschule: Feueralarm mit Nebel und Kran
Wissen die Kinder, dass es eine Übung ist? „Wir bereiten die Kinder darauf vor“, erzählt Schulleiterin Anja Bawel-Illig. „Wir können sie nicht unvorbereitet da reinschicken, weil es schon ängstliche Kinder gibt.“ Die Ruhe helfe auch im Ernstfall. Vier Kinder bleiben allerdings im Schulhaus zurück – mit voller Absicht: Die zuvor ausgewählten Viertklässler werden anschließend von der Freiwilligen Feuerwehr Ruchheim „gerettet“.
Auch der Feuerwehr hilft die Übung, Probleme zu erkennen: „Hier ist es so, dass das Treppenhaus und die Flure ein gemeinsamer Gebäudeteil sind, genauso wie oben und unten“, erklärt Manfred Lauer, Hauptbrandmeister und Zugführer. „Das wird normalerweise baulich getrennt, oder es gibt Rauchschutzvorhänge, die im Brandfall abschotten. Das ist hier nicht so.“
Beim richtigen Brand sind die Flammen nicht die Gefahr
Der künstliche Nebel zieht durch das Treppenhaus und alle Flure, so Lauer. Allerdings sei der Nebel auch übertrieben: Im echten Brandfall würden die Rauchmelder viel früher anschlagen. Außerdem können die Kinder an der Astrid-Lindgren-Grundschule aus jedem Klassenzimmer direkt ins Freie kommen. Manfred Lauer hofft, den Kindern eine wichtige Lektion mitzugeben: Sie können lernen, was das Gefährliche beim Feuer ist. „Dass es eben nicht die Flammen sind, sondern dass es eher der Rauch ist, der hochgradig giftig ist und heiß.“
Auf dem Hof der Astrid-Lindgren-Schule warten Einsatzwagen auf die Kinder. Außerdem sind verschiedene Stationen aufgebaut: Bei einem Experiment lernen die Schüler, welche Stoffe brennbar sind, sie können einen Rettungswagen des Roten Kreuzes besichtigen, mit einem Feuerwehrkran in die Höhe fahren und selbst mit einem Wasserschlauch auf ein kleines Häuschen zielen.
In einer Ecke des Schulhofs lodern tatsächlich Flammen. Bei einer gasbefeuerten Übungsanlage darf ein Kind unter Anleitung löschen. Sechs- bis Zehnjährige mit Feuer spielen zu lassen, ist unter normalen Umständen keine gute Idee. Daher finden die Übungen unter strenger Kontrolle statt – und zur Not kann einfach der Gashahn sofort zugedreht werden.
Unfälle gibt es keine, die Kinder sind aufmerksam und lebhaft, sie hatten schon die ganze Woche auf den Tag hingefiebert. Werden so auch gleich Mitglieder für die Jugendfeuerwehr angeworben? „Ich habe tatsächlich ganz viele ehemalige Schüler von der Freiwilligen Feuerwehr getroffen“, so Klassenlehrerin Katinka Natter.
„Also ich hoffe, dass es was bringt und die Kinder zur Feuerwehr gehen. Ich denke, der ein oder andere wird Spaß haben.“ Lauer bleibt bescheiden: „Wir hatten in den vergangenen Jahren drei Zugänge, und heute haben natürlich ein paar gefragt. Aber das bleibt abzuwarten.“