Ludwigshafen Überraschungen im UG der Tortenschachtel
Mitte nächster Woche – und damit einige Tage später als geplant – soll die „Tortenschachtel“ komplett abgerissen sein. Gestern ist rund um die Baustelle ein 190 Meter langer Zaun aus Aluminium-Platten enthüllt worden, der „die schönsten Ecken Ludwigshafens“ zeigt.
Pfalzbau, Parkinsel, Luitpoldhafen, BASF-Stammwerk oder Rathausplatz, dazwischen Motive des „Metropol“ – das Geschäftshaus, das bis 2017 mit einem Mix aus Handel, Büros und Wohnungen die „Tortenschachtel“ ersetzt: Der Zaun, der die Baustelle am Berliner Platz in den nächsten Monaten abschirmt, soll Erlebnischarakter haben. „Er wird den Platz bereichern“, ist sich Margit Hennrich vom Projektentwickler Planfina sicher. Sie hat das Vorhaben unter dem Motto „Tolle Ecken“ betreut. Inspiriert ist es vom „Metropol“-Logo, ein bunter Würfel, sowie von der Stadt selbst. „Hier gibt es einfach viele schöne Ecken“, schwärmte Margit Hennrich. Gedruckt worden sind die 186 UV-beschichteten Aluplatten mit einer Gesamtfläche von fast 400 Quadratmetern von der Schwetzinger Firma BCR, gestaltet wurden sie von der Karlsruher Werbeagentur Immograph. „Eine tolle Idee, das haben wir in Ludwigshafen in dieser Form noch nicht gehabt“, sagte Baudezernent Klaus Dillinger (CDU) zu der farbenfrohen Gestaltung. „Überraschungen im UG“ waren laut „Metropol“-Investor Günther Tetzner dafür verantwortlich, dass sich der Rückbau des ehemaligen Kaufhauses etwas verzögert hat. „Wir haben im Untergeschoss eine größere Ölwanne entdeckt“, erklärte der Chef der Ettlinger Firma Timon Bauregie. Die Entsorgung der Altlasten sei heikel gewesen. „Die Bauverzögerung ist nicht kriegsentscheidend. Kriegsentscheidend war, dass wir die Haltestelle hinbekommen. Das ist uns gelungen“, betonte Timon-Chefplaner Ernst Hennrich, der Mann von Margit Hennrich, mit Blick auf den öffentlichen Nahverkehr. Nach dem Abschluss der Sanierungsarbeiten auf der Konrad-Adenauer-Brücke können die Straßenbahnlinien 4, 7 und 8 – wie berichtet – seit gestern Morgen wieder regulär über den Berliner Platz fahren (siehe Lokalseite 2). Sind die letzten Krümel der „Torte“ beseitigt, wird der Bauzaun laut Ortsvorsteher Christoph Heller zurückverlegt und die Einbahnstraßenregelung in der Bismarckstraße aufgehoben. „Mein Respekt. Hier wurde absolut professionell gearbeitet“, lobte der CDU-Politiker. „Ohne Einschränkungen ist so ein komplexer Rückbau nicht möglich. Wir können uns aber schon jetzt auf den Neubau freuen, der für eine Belebung des Berliner Platzes sorgen wird“, ergänzte Dillinger. Tetzner bedankte sich bei den beteiligten Baufirmen, die Gewaltiges geleistet hätten, sowie bei allen Ludwigshafenern und speziell bei den Anwohnern für deren Geduld. „Ich bin happy, dass kein Unfall passiert ist. Ein solches Gebäude zurückzubauen, ist ein Kraftakt.“ Ein Kraftakt, der sich nach Einschätzung des 73-Jährigen bezahlt machen wird. „Die Nachfrage ist riesig, ohne dass wir dafür geworben haben. Das hat mich verblüfft“, berichtete Tetzner vom anhaltenden Interesse am „Metropol“. Zu dessen Konzept sagte er: „Ich will hier kein Einkaufszentrum, sondern kleinteilige Einheiten mit Waren des täglichen Bedarfs.“ Die Flächen für Gastronomie und den Einzelhandel seien praktisch alle vergeben. Nahezu täglich erkundigten sich Menschen nach Wohnungen. Noch nicht wie erhofft verläuft die Vermarktung der Büros. Tetzner: „Das wird noch ein kantiger Ritt.“ Die reinen Baukosten für das Geschäftshaus belaufen sich auf rund 50 Millionen Euro. In der zweiten Jahreshälfte 2016 soll der erste Spatenstich erfolgen. Bis dahin werden die Unterlagen für den Bauantrag und für das Bebauungsplanverfahren vorbereitet. Wie bei allen Verfahren dieser Art wird auch beim sogenannten vorhabenbezogenen Bebauungsplan die Öffentlichkeit beteiligt. Unklar ist bislang noch, wo die Tiefgarage entstehen soll.