Ludwigshafen Ärger über Absperrbügel

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Absperrbügel hat die BASF Wohnen und Bauen GmbH im Zuge der dortigen Baumaßnahmen im Laufe des Frühjahrs auf die vormals frei zugänglichen Parkplätze vor den Häusern im Berner Weg 28-34 montiert. Während die Wohnbaugesellschaft damit garantieren will, dass nur Mieter der Häuser die Plätze nutzen, ärgern sich einige von ihnen über die in ihren Augen ungerechtfertigten Mietkosten für die Plätze.

Pfingstweide. In einem satten Blau präsentieren sich die Häuser im Berner Weg 28-34. Vor nicht allzu langer Zeit ließ BASF Wohnen und Bauen die Häuser renovieren. Neben einer neuen Fassade entstand eine neue Feuerwehrzufahrt, Büsche wurden hinter den Häusern gepflanzt. Dazu wurden die Parkplätze vor dem Gebäude nummeriert – und Schritt für Schritt mit Absperrbügeln versehen. Die Entscheidung der Wohnbaugesellschaft gegen für jeden frei zugängliche Parkplätze können einige Bewohner vor Ort nicht nachvollziehen. Volker Frech hat sich deshalb bereits schriftlich beschwert. Der 67-Jährige bezeichnet die 15 Euro, die Bewohner bezahlen, wenn sie einen Parkplatz haben möchten, als „Halsabschneiderei“. BASF Wohnen und Bauen argumentiert dagegen, dass das Unternehmen bisher die Kosten für die Pflege und Verkehrssicherung der Plätze alleine getragen habe. Von dieser Warte aus sei es legitim, die Plätze zu vermieten. Außerdem sei die Entscheidung zugunsten der Mieter des Berner Wegs 28-34 gefallen, erklärt eine Sprecherin. Schließlich seien die Parkplätze zuvor nicht klar zugeordnet gewesen. Deshalb hätten dort neben den eigentlichen Mietern auch Nachbarn, etwa von GAG-Gebäuden und andere Bewohner geparkt. „Teilweise wurden hier auch nicht mehr einsatzfähige Fahrzeuge abgestellt“, sagt eine Sprecherin. Letzteres Argument greift für die Bewohner nicht. „Das war jahrelang kein Problem mit den Parken“, sagt Gertrud Zeiß. Sie lebt seit 1972 im Berner Weg. Immer seien Parkplätze frei gewesen, auch wenn Anwohner von außerhalb dort geparkt hätten, sagt die Rentnerin. Die 81-Jährige hat kein Auto, bekommt aber regelmäßig Besuch von ihren drei Kindern und zwei Enkelkindern. „Soll ich mir für diese Besuche extra einen Stellplatz mieten?“, fragt Zeiß. Frust macht sich bei Frech und Harald Hammelmann breit Hammelmann hat sich notgedrungen einen Platz gemietet, Frech hat seit einigen Jahren eine Garage. Tagsüber seien mehr als zwei Drittel der Plätze leer, erklären die beiden. Häufig seien sogar nur eine Hand voll Plätze belegt, aber die anderen durch die Bügel gesperrt. Allerdings ist das für BASF Wohnen und Bauen kein Argument gegen die Vermietung der Plätze. „Wann die Mieter auf ihren angemieteten Stellplätzen parken, können wir nicht beeinflussen“, sagt eine Sprecherin. Tatsächlich sind laut BASF Wohnen und Bauen fast alle der 39 nummerierten Plätze vermietet. Für Volker Frech spielt auch der Zustand der Plätze eine Rolle. Bis auf die Bügel und die Neueinzeichnung der Plätze seien keine Instandhaltungsarbeiten erfolgt. Besonders die Garagen, die aktuell 53 Euro Miete kosteten, seien in keinem sehr guten Zustand, erklärt Frech und zeigt auf Risse und Löcher in den Wänden zwischen den Garagen. Dies hat BASF Wohnen und Bauen nach einem Vor-Ort-Termin bestätigt. „Die leichten Schäden im Sockelbereich werden mittelfristig im Zuge der normalen Instandhaltung beseitigt“, sagt eine Sprecherin. Die Garagen seien allerdings verkehrssicher. Was die Bewohner zusätzlich anmerken, ist, dass Lieferanten, Handwerker, Postdienste oder Krankentransporte jetzt die neu angelegte Feuerwehrumfahrung an der Vorderseite des Gebäudes nutzen. Volker Frech befürchtet, dass die schweren Lkws bald Spurrillen in die Bepflasterung gefahren haben und den Rasen zerstören, auf dem zum Teil gewendet wird. BASF Wohnen und Bauen betont, dass dies toleriert werde. Auch das kurze Halten von Autos, wenn die Insassen gehbehindert sind, sei in Ordnung. Wenn Schäden an der Bepflasterung entstünden, würde das Unternehmen dafür im vollen Umfang aufkommen. Die neue Feuerwehrumfahrung irritiert die Bewohner aber noch an anderer Stelle. Sie befürchten, dass der Brandschutz an der rückwärtigen Front durch die neue Bepflanzung nicht garantiert ist. Dort liegen außerdem jeweils zwei Baumstämme quer, die den Zugang zur Rückseite erschweren. „Die Baumstämme sind eine Abgrenzung vom Gehweg zur Grünfläche und verhindern, dass Trampelpfade entstehen“, sagt dazu Wohnen und Bauen. Brandschutztechnisch stelle dies keine Gefahr dar. Schließlich hätte sonst die Feuerwehr bei der regelmäßig stattfindenden Gefahrenverhütungsschau darauf aufmerksam gemacht. Dass die Bepflanzung hinter dem Berner Weg hin zur Bundesstraße jenseits eines drei Meter breiten Streifens, der Wohnen und Bauen gehört, zugewuchert ist – ein weiterer Einwand der Bewohner – bestätigt das Unternehmen. Das dahinter liegende Gelände sei Eigentum der Stadt. „Wir werden die Stadt darauf ansprechen“, sagt eine Sprecherin. Auch die Sorgen der Anwohner, Ratten breiteten sich aus, nimmt BASF Wohnen und Bauen ernst. Anfang August erst sei eine Fachfirma beauftragt worden, Gegenmaßnahmen durchzuführen. Eine Firma sei auch für die Grünpflege der Vorgärten und einem drei Meter breiten Bereich hinter der Häuser beauftragt. Wenn das Unkraut an manchen Stellen wuchere – wie es die Bewohner an einem Vorgarten der vier Häuser monieren –, würde das in Kürze beseitigt werden. Allerdings könne es durch das feuchtwarme Wetter sein, dass die Bereiche bis zum nächsten Pflegedurchgang nicht optimal gepflegt aussehen, so das Unternehmen.

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