Landau Wochenspiegel:
Landrätin Theresia Riedmaier (SPD) hat gestern eine emotionale persönliche Erklärung dazu abgegeben, warum sie die Revitalisierung des Realmarkt-Geländes in Rohrbach für so wichtig hält. Sie argumentiert damit, was für ein schwerer Schlag die Schließung des Real-Marktes für die etwa 80 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gewesen sei. Das ist ein sozialdemokratisches Leitmotiv und unbestritten richtig, aber man muss sich auch die Frage stellen, ob es nicht vielleicht am Standort gelegen hat. Real war schlichtweg überdimensioniert für Rohrbach, das ansonsten wenig Einkaufsbegleiterlebnisse bieten kann. Gut möglich also, dass sich das Trauerspiel nach ein paar Jahren wiederholt, nachdem es zuvor noch Kollateralschäden in Nachbargemeinden angerichtet hat. So gesehen ist es nicht verständlich, dass sich die Landauer SPD-Stadtratsfraktion in dieser Frage völlig weggeduckt hat. Offenbar wollte sie Parteifreundin Riedmaier nicht in die Parade fahren und die Sozialromantik nicht verwässern. Darf man beim Festungsbauverein Landau von Hurra-Patriotismus sprechen? Er hat Postkarten drucken lassen mit den eingängigen Ausrufen „Denkmal. Festung. Landau. Hurra.“ Auch wenn die Ausrufezeichen fehlen, fühlt man sich ein bisschen angebrüllt, fast wie auf dem Kasernenhof. Den emotionalen Ausbruch kann man trotzdem verstehen. Immerhin hatte sich der Verein zwar vergebens an der Rettung der Lunette 38 abgearbeitet, aber einen Denkprozess angestoßen, der nun zur Unterschutzstellung sämtlicher Festungsteile geführt hat. Also: Gut gebrüllt! |boe