Landau RHEINPFALZ Plus Artikel Was die Corona-Vorsorge mit dem Stadtrat und RHEINPFALZ-Redakteuren macht

Der Verfasser mit Maske im Firmendesign ...
Der Verfasser mit Maske im Firmendesign ...

Zugegeben, wir waren nicht die Schnellsten. Aber jetzt hat auch die RHEINPFALZ alle Mitarbeiter mit Mund-Nase-Schutz im Firmendesign ausgestattet. Corporate Identity und so. Mit RHEINPFALZ-blauen Masken, auf deren Faltenwurf neben unserem Schriftzug auch der nahezu universell passende Slogan „Uffbasse!“ prangt. Unser Krisenstab hat zudem empfohlen, dass wir bei Besprechungen, die nicht als Telefon- oder Videokonferenz organisiert sind, Maske tragen. Ab einem Inzidenzwert von 150 wird das sogar zur Pflicht. In der Redaktion in Landau hätten wir bei einem derzeitigen Wert von rund 109 Neuinfektionen in sieben Tagen noch ein bisschen Zeit damit, aber beispielsweise die Speyerer Kolleginnen und Kollegen sind beim Wert von knapp 352 schon jetzt dazu verdonnert.

Laute Konferenzen

Wir werden in unseren Präsenz-Konferenzen wohl ganz gut damit zurechtkommen und uns untereinander trotzdem verständlich machen können. Wir fallen uns eh immer lautstark gegenseitig ins Wort. Pfälzer Krischer halt, was sich auch die große Schar der Zugewanderten im Redaktionsteam längst angeeignet hat.

Mehr Sorgen bereitet die Tatsache, dass sich auch der Ältestenrat der Stadt darauf verständigt hat, ab sofort in den Sitzungen der städtischen Gremien die erweiterte Maskenpflicht einzuführen. Erweitert heißt, dass die Maske nicht nur auf dem Weg zum und vom Platz getragen werden muss, sondern auch während der Sitzungen. Das gilt auch für die Bürger, die entweder nur zuhören oder sich in der Einwohnerfragestunde zu Wort melden wollen.

Kollektiver Totschlag?

Wenn wir Maskengegner Bodo Schiffmann glauben, der am Sonntagabend schon vor dem Fernseh-Tatort in Landau ein Stadtverbot bekommen hat, kommt das dem kollektiven Totschlag am Stadtrat (hält er bestimmt für verdient, weil der ja hinter den Corona-Maßnahmen steht) und der politikinteressierten Öffentlichkeit durch Sauerstoffentzug gleich. Tun wir aber nicht.

Man muss allerdings wissen, dass die Akustik in den Sitzungen im Alten Kaufhaus schon bisher nicht die allerbeste ist. Da ist der eine oder die andere aus den Reihen der Verwaltung oder des Rates, der/die mit den Worten „ich probier’s mal so“ glaubt, auch ohne Mikro klarzukommen. Was aber eigentlich nur bei Ralf Bernhard aus der Abteilung Mobilität funktioniert. Da sind aber auch die, die vergessen, das Mikro einzuschalten, und weil sie nicht alles wiederholen wollen, wenn sie dran erinnert werden, ist die Hälfte der Aussage futsch.

Und dann gibt es auch noch diejenigen, die zwar das Mikro einschalten, aber das Ding nicht zu sich ranziehen. Murmel, murmel, murmel. Und schließlich haben wir die Vergeistigten, die sich auch zu normalen Zeiten kaum lauter als im Beichtstuhl äußern. Da hilft dann auch das beste Tonsystem nur wenig. Wenn einem als Zuhörer dann auch noch ständig wegen der Maske die Brille beschlägt, weiß man manchmal nicht einmal, wer gerade an der Reihe ist.

Spaß am Disputieren

Ein Kollege hat schon die Sorge geäußert, dass die Maskenpflicht das Ende des demokratischen Diskurses sei. Ganz so schlimm wird’s wohl nicht werden, dazu dischputiert man in der Pfalz zu gern. Aber vielleicht teilen sich die Redner die Luft einfach besser ein: keine langen Fensterreden, in denen man die Argumente der Vorredner wiederholt, sondern kurze, knackige Statements laut und vernehmlich durch die Maske. In der Kürze liegt die Würze.

Oder ich lass’ mir dann doch mal Hörgeräte anpassen. Dann profitiert wenigstens eine Branche im Corona-Lockdown vom kollektiven Genuschel.

... und ein Hörgerät wird er wohl auch bald brauchen.
... und ein Hörgerät wird er wohl auch bald brauchen.
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