Landau Volkstümliches mit den Donauschwaben

Die Donauschwaben aus Entre Rios wollen tradierte Kultur erhalten. Volkstümliches Liedgut gehört dazu.
Die Donauschwaben aus Entre Rios wollen tradierte Kultur erhalten. Volkstümliches Liedgut gehört dazu.

Der „Donauschwäbische Siedlerchor Entre Rios“ aus Brasilien, der Volkschor Kandel und die Spielgemeinschaft der Musikvereine Freckenfeld und Büchelberg laden am Dienstag, 5. Juni, zu einem Konzertabend in die Stadthalle ein.

Der Abend steht unter dem Motto „Musiktradition leben“ und so werden die Chöre vor allem volkstümliches Liedgut singen, und die Kapelle aus Büchelberg und Freckenfeld wird mit böhmischer Blasmusik zu hören sein. Die Freundschaft zwischen dem Volkschor, dem Musikverein Lyra Freckenfeld und den Donauschwaben wurde im Jahr 2012 begründet, als die donauschwäbische Jugendtanzgruppe aus Entre Rios in Freckenfeld und Kandel zu Gast war. Nun besucht der Siedlerchor bei einer Europareise seine südpfälzischen Freunde. Die deutschstämmigen Sänger des Chors wollen den Kontakt zu Deutschland, Österreich und den Ländern, in denen die Heimat ihrer Eltern und Großeltern liegt, aufrecht halten, auch wenn diese nach 1945 vertrieben wurden. Große Landstriche von Rumänien, Serbien, Kroatien und Ungarngehörten einst zur österreichisch-ungarischen Monarchie. Kaiserin Maria-Theresia war es, die viele Deutsche in diese von den Türken verwüstete Länder gerufen hat. Doch der Name „Donauschwaben“, den man ihnen gab, täuscht, folgten doch vor allem Leute aus der Pfalz, dem Elsass und Nordbaden diesem Ruf. Die Eltern und Großeltern der 30 Sänger des Siedlerdorfes stammten vor allem aus den serbischen Gebieten Syrmiens und der Batschka. Nach dem Zweiten Weltkrieg gelang es mit Hilfe der Schweiz, geeignete Siedlungsgebiete in Brasilien für Heimatvertriebene zu finden. 1951 siedelten die ersten 500 donauschwäbischen Familien im Hochland von Parana in Südbrasilien an. Die Schwierigkeiten in der neuen Heimat waren so groß, dass viele Siedler nach Deutschland oder Österreich zurückkehrten. Doch denjenigen, die in Entre Rios – übersetzt „zwischen den Flüssen“ – zurückblieben, gelang es das Land zu kultivieren und heute bauen sie mit moderner landwirtschaftlicher Technologie großflächig Soja und Getreide an. 2500 Donauschwaben wohnen heute in fünf Dörfern in der Region Entre Rios und unterhalten sogar ein eigenes Krankenhaus. Da sie ihre deutschgeprägte Kultur erhalten wollen, gründeten sie eine Deutsch-Brasilianische Kulturstiftung, bei der alle Instrumental-, Tanz-, Chor- und Theatergruppen zusammengefasst sind. Auch in Kandel wohnen heute viele Leute, die selbst oder deren Eltern zu den Donauschwaben gehören. wm Termin Konzert am Dienstag, 5. Juni, 19 Uhr. Der Eintritt ist frei. Spenden sind willkommen.

x