Landau Tiefe Töne bei der Moritat

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Mit dem Lied „Schön war die Zeit“, das einst Freddy Quinn bekannt gemacht hatte, eröffnete der Männergesangverein Volkschor Kandel am Samstag in der Stadthalle sein Konzert. Es war auch das Motto des Abends, bei dem die Sänger die Chorgründung vor 70 Jahren feierten.

Es folgte eine Auswahl aus den 270 Liedern, die der Chor in seiner 70-jährigen Geschichte einstudiert hat. Dabei waren pfälzische Volkslieder wie „Ich liebte einst ein Mädchen“ zu hören. Da wurde aber auch Andrew Lloyd Webbers Song „Schau, was Liebe ändern kann“ vorgetragen. Doch welches Lied auch gesungen wurde – die 30 Sänger und ihre Dirigentin Sabine Deutsch überzeugten bei jeder Darbietung und hatten den Beifall der vielen Besucher verdient. Beim Publikum besonders gut angekommen und daher mit stürmischen Applaus bedacht waren im ersten Teil des Konzerts besinnliche Lieder wie das auch als „Dona Maria“ bekannte Lied „Ave Maria no morro“ des brasilianischen Komponisten Herivelto Martins; ebenso Teo Usuellis bei uns als „Das Schäfermädchen“ bekannte Lied „Wenn die Rosen blühn“. Etwas flotter ging es im zweiten Teil des Abends zu. Hier überzeugte der Chor mit „Ilsebill“ und „Antonia“, beide von B. Becker überzeugen. Ilsebill war laut Aussage der Sänger das Lied, das ihnen bei den Proben die meiste Mühe bereitet hatte. Beim Jubiläumskonzert wurde jedoch nicht nur gesungen, eingeladen war auch das Mandolinenorchester „Mandolinata“ aus Karlsruhe. Die Darbietungen des für seine anspruchsvolle Zupfmusik bekannten Orchesters, das bereits 2014 beim Volkschor zu Gast war, waren eine echte Bereicherung für das Konzert. Das hat wohl auch das Publikum so empfunden und so gab es für Stücke wie „An der schönen blauen Donau“ von Johann Strauss oder Dimitri Schostakowitschs „Walzer Nummer zwei“ lautstarken Beifall. Noch kräftiger fiel dieser aus, als das fröhliche „Bella Bimba“ des südländischen Canto popolare „La Villanella“ oder Udo Jürgens „Griechischer Wein“ gemeinsam mit dem Chor erklangen. Das Orchester begleitete zudem die beiden Solo-Einlagen der Chordirigentin Sabine Deutsch: Phil Collins Song „Dir gehört mein Herz“ und die „Moritat von Mackie Messer“ aus Kurt Weills „Dreigroschenoper“. Kam beim ersten Auftritt Deutschs glänzender Sopran zur Geltung, musste sie, wie sie lachend anmerkte, bei der Moritat so tief singen wie noch nie in ihrem Leben. Für diese Leistung erhielt sie den größten Beifall des Abends. Pianist Wilke Lahmann hatte alle Lieder des Konzerts am Klavier begleitet. „Ein schöner Abend“ und „ein gut gelungenes Konzert mit hervorragend gesungenen Liedern“, resümierten Besucher im Anschluss. Und wiederholt war sinngemäß der Satz zu hören: „Endlich wieder mal ein Konzert mit einem echten Männerchor.“ |wm

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