Landau SPD-Vorsitzender mahnt zur Ruhe

In der Diskussion um die Arbeit des Beirats für Migration und Integration und seines Vorsitzenden Aydin Tas hat der Vorsitzende der SPD-Fraktion im Stadtrat und des SPD-Stadtverbandes, Maximilian Ingenthron, dazu aufgerufen, zur Sachlichkeit zurückzukehren.
Ingenthron bezeichnet es als selbstverständlich, dass es Diskussionen um den richtigen Weg zur Integration gebe. Dabei seien alle Beteiligten gefordert, ihre Worte und Taten klug abzuwägen. Ähnlich hat sich auch schon der für die kommunale Integrationsarbeit zuständige Bürgermeister Thomas Hirsch (CDU) geäußert. Wie berichtet, hatte das frühere Beiratsmitglied Diyap Özdüzenciler in einem offenen Brief scharfe Kritik am scheidenden Vorsitzenden des Beirats für Migration und Integration Aydin Tas, geäußert, unter anderem, weil der sich für einen eigenen Badetag für muslimische Frauen ausgesprochen hatte. Der ist in den beiden Bädern der Stadt nicht zum Tragen gekommen, es gibt aber ein solches Angebot im freitags von 13 bis 15 Uhr im Bethesda-Therapiezentrum (Bericht vom 20. Juni). Özdüzenciler hält ein solches Angebot für nicht mehr zeitgemäß. Auch wenn längst noch nicht alle Ziele erreicht worden seien, könnten die Mitglieder des Beirats für Migration und Integration stolz auf ihre Arbeit sein, meint Ingenthron. Kritik sei zulässig, er halte es aber für völlig daneben und für pure Polemik, den Badetag als Beleg für Tas’ angebliche falsche Wertvorstellungen herauszuheben. Ingenthron meint, Özdüzenciler habe mit seinen Vorwürfen selbst die Öffentlichkeit gesucht. „Und das über die ganze Bandbreite der Medien. Jetzt zu versuchen, sich als Opfer einer angeblichen Kampagne darzustellen, lässt mich nur den Kopf schütteln. Wer Kritik übt, muss auch selbst Kritik aushalten“, schreibt er. Özdüzenciler hatte sich gegen großenteils in türkischer Sprache verfasste Einträge im Netzwerk Facebook verwahrt. Er fürchtet um seine Sicherheit (Bericht vom Dienstag). Ingenthron bedauert „jegliche Entgleisungen. Wer sich aber auf diese Weise in den sozialen Netzwerken exponiert, braucht sich über die Resonanz nicht zu wundern“. Er finde ein gewisses Maß an Emotionalität in der politischen Auseinandersetzung durchaus in Ordnung. Aber das dürfe keinesfalls in persönliche Diffamierungen ausarten. Im Interesse einer gelingenden Integrationsarbeit appelliere er daher, wieder zu einem angemessenen Umgang miteinander zu finden und zur Deeskalation der Lage beizutragen. Ingenthron: „Wenn im November der neue Beirat gewählt wird, profitieren ganz sicher nur die Falschen von einer vergifteten Atmosphäre.“ Ingenthron sieht keine Veranlassung, an Tas’ Integrität zu zweifeln: „Wir betreiben keine Gesinnungsschnüffelei. Was zählt, ist das Bekenntnis zu den Werten von Demokratie und Pluralität ebenso wie zu den Zielen unserer Partei.“ Der SPD Unterbezirk Südpfalz hat nach gestriger Pressemitteilung eine Arbeitsgemeinschaft „Migration und Vielfalt“ gegründet“. Tas wurde zum stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. Vor der Wahl hatte der Unterbezirksvorsitzende und Bundestagsabgeordnete Thomas Hitschler erklärt, dass die Arbeitsgemeinschaft angesichts gegenwärtiger Probleme wie Fremdenhass und Flüchtlingselend aktueller denn je sei. Er sei sicher, dass die AG wichtige Denkanstöße für die politische Arbeit liefern werde. (boe)