Landau Seine Liebe gilt alten PS-Schönheiten
«Freckenfeld.» Er liebt Autos und alles, was damit zu tun hat, und lebt mit ihnen. Inzwischen stehen diese schon in seinem „Wohnzimmer“. Autos haben es dem gelernten Kraftfahrzeugmechaniker und Werkstattbesitzer nicht nur beruflich angetan. Die Rede ist vom Freckenfelder Holger Helck, Baujahr 1952, wie er gerne anfügt.
Auch viele Stunden seiner Freizeit beschäftigte er sich damit: Als Schrauber, der leidenschaftlich gerne Oldtimer restauriert, aber auch als Aktiver im Automobilsport. Seine freie Autowerkstatt hat er vor kurzem an Sohn Fabian übergeben und sich einen kleinen Traum erfüllt. Auf der anderen Straßenseite, gegenüber der Werkstatt, zu der früher auch noch eine Tankstelle gehörte, hat er in einem Neubau ganz und gar unauffällig eine „Garage“ eingerichtet. Eigentlich wäre dies sein Wohnzimmer geworden. Wer diesen Raum betritt, kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus. Dort stehen nicht nur zwei seiner Fiat-Oldtimer, wie immer frisch poliert und richtige Hingucker. Ein weiterer Oldtimer, der Länge nach durchschnitten, ist in eine Wand integriert. Mit ihm werden Rennen simuliert und Fahrer können trainieren. Auf den Regalen, die ringsherum angebracht sind, hat Holger Helck einen Großteil seiner Erinnerungen platziert. Für alles war auch dort kein Platz. Vieles steht noch in den anderen Sammlungsräumen: Rund 500 Pokale, Auszeichnungen, Medaillen und Urkunden für seine Erfolge im Motorsport. Helck ist nämlich nicht nur ein begeisterter Schrauber, er ist auch Motorsportler, der sich an Rallyes, Orientierungsfahrten oder Slalomrennen beteiligt. Begonnen hatte dies zum Ende seiner Lehrzeit beim Kandeler Autohaus Bohlender. Mit 18 hatte er den Führerschein machen dürfen. Dort wurde er angesteckt von der Motorsportbegeisterung seines Chefs und von dessen Freunden im ADAC. Sie ermunterten ihn, doch einmal mitzugehen und Rennen zu fahren. Erster Start war 1970 mit einem Ford Escort GT, auch „Hundeknochen“ genannt. Dann, 1973, stieg er um auf einem Ford Capri, den er schließlich zugunsten eines „Renault Alpine Typ A 310“ in Zahlung gab. Mit diesem gewann Holger Helck 1981 seinen ersten Titel als „Deutscher Meister“. Schließlich verkaufte er aus beruflichen und familiären Gründen das Auto, weil er den Motorsport an den Nagel hängen wollte. Dann bot man ihm dann einen „Renn NSU TTS“ an. Und nun begann er auch, ältere Autos herzurichten. Frisch restauriert fuhr er mit dem Auto etwa zehn Jahre lang viele Berg- und Slalomrennen. Danach legte er eine „schöpferische Pause“ ein. Die Arbeit in der eigenen Autowerkstatt hatte Vorrang. Doch 2006 packte ihn wieder das Fieber. Der alte Renault Alpine konnte zurückgekauft werden. Drei Jahre lang hatte der Schrauber alle Hände voll zu tun. Schließlich sollte das Rennfahrzeug, unter dessen Haube ein Sechs-Zylinder-Motor sitzt, zu einem Hingucker werden. Seit 2009 nehmen Holger Helck und Sohn Fabian wieder an Motorsportveranstaltungen teil. Zuletzt holte er 2013 und nochmals 2014 den Titel eines Pfalzmeisters im Slalom-Sport. Helck gehört dem Motorsportclub Hauenstein an, ist aber auch Mitglied im Automobilclub Maikammer. Seine besondere Zuneigung für NSU-Autos entwickelte sich während seiner Lehrzeit im Kandeler Autohaus Bohlender. Heute verfügt er über eine stolze NSU-Sammlung: 3er Prinz, 4er Prinz und ein NSU-Sport-Prinz. Ein besonders schön polierter und rot lackierter NSU Prinz steht im Verkaufsraum der Autowerkstätte. Auf dem Nummernschild steht sein Name: HOLGER. Aber Kauf-Angebote dafür braucht man ihm erst gar nicht zu machen. Nicht nur weitere Autos stehen in einer Garage und einem weiteren Schuppen, auch rund zehn Mopeds, meist NSU Quickly, nennt Helck sein eigen. Darunter auch eine Solex. Er hat sie alle in ungezählten Arbeitsstunden restauriert. „Ich bin halt verrückt“, gesteht er freimütig. „Alles, was mit Technik zu tun hat, was fährt und motorisiert ist, begeistert mich schon immer.“ Zur Oldtimer-Sammlung mit derzeit zehn Exemplaren gehört auch ein Opel Olympia, wie er selbst Baujahr 1952. In diesen Wagen investierte er besonders viele Stunden, stand er doch etwa 20 Jahre lang in der Ecke eines Autohauses. Und als Brautfahrzeug für die Hochzeit des Neffen musste alles fertig werden. Dass er bei Oldtimer-Classic-Rallyes immer wieder entscheiden muss, mit welchem seiner Boliden er vorfahren will, fällt ihm schwer. Viele Bilder in der „Garage“ zeigen ihn als Fahrer in seinem Renault-Alpine, an dem sein Herz ebenso hängt wie am NSU TT. Zusammen mit einem Freund restauriert er Fahrzeuge auch in Hauenstein. Viele Oldtimerfreunde aus der Umgebung wissen ihn als fachkundigen Spezialisten zu schätzen. Jetzt, da die Firma an Sohn Fabian übergeben ist, erhofft er sich noch mehr Zeit für seine Oldtimer zu haben. Die Serie In der Serie „Schatzkammern“ stellen wir in loser Folge Sammelleidenschaften von Menschen aus der Region vor. Wenn auch Sie besondere „Schätze“ aufbewahren, melden Sie sich telefonisch unter 07274 946621 oder per E-Mail an marktger@rheinpfalz.de. rhp