Landau Säcke wollen gepflegt sein

Um die eigenen Gebäude bei Starkregen zu schützen, rät die Freiwillige Feuerwehr Landau zu Sandsäcken (wir berichteten am Dienstag). Die seien haltbar und gut aufzustellen. Allerdings warnt das Technische Hilfswerk davor, sich gefüllte Säcke in Hülle und Fülle auf Halde zu legen. Sie müssen ordnungsgemäß gelagert werden. Was kosten sie und was ist zu beachten? Wir haben nachgehakt.
Die heftigen Gewitter am vergangenen Samstag über Landau haben die Misere deutlich gemacht: Häufiger als in früheren Jahren müssen die Bürger wohl mit Starkregen rechnen. Stadtfeuerwehrinspekteur Dirk Hargesheimer hatte im Gespräch mit der RHEINPFALZ darauf hingewiesen, dass sich Hausbesitzer gegen Wasser im Haus wappnen sollten – mit Sandsäcken, Pumpen und Schläuchen. Sandsäcke gibt es laut Freiwilliger Feuerwehr bei Entsorgungsunternehmen, in Baumärkten oder auf Anfrage beim Technischen Hilfswerk. Wir haben nachgehakt: Im Hagebaumarkt Gillet in Landau gibt es fertige Sandsäcke das Stück zu 1,49 Euro. Der Hornbach-Markt in Bornheim verkauft Zehn-Liter-Säcke zu je 35 Cent. 20 Liter Sand in Säcken kosten 2,75 Euro. Ein selbstgefüllter Sack kostet demnach rund 1,70 Euro. Das Technische Hilfswerk (THW) in Landau kennt sich mit dem Thema aus. Nach Auskunft von Florian Feierabend, Ortsbeauftragter des THW in Landau, sind in der Niederlassung in der Landkommissärstraße immer etwa 500 gefüllte Sandsäcke eingelagert. „Im Einsatzfall werden die sofort an die Einsatzstelle verbracht, während im Hintergrund weitere gefüllt werden. Da es ja meistens auf Schnelligkeit ankommt, verliert man so keine Zeit. Insgesamt haben wir über 10.000 leere Sandsäcke eingelagert“, berichtet Feierabend. Der Fachmann empfiehlt aber generell das Einlagern von gefüllten Sandsäcken nicht. Denn: „Sie müssen zwingend trocken und vor UV-Strahlung geschützt werden, dann halten sie ein paar Jahre. Beachtet man das nicht, zersetzt sich der Sack innerhalb eines Jahres und der Sand rieselt heraus. Und beim Verbau sollte man auch wissen, was man tut. Beispielsweise wie der Sack zum Wasser liegen muss, um nicht ausgespült zu werden.“ Es gebe beim THW tagelange Lehrgänge zum Thema Hochwasserschutz und Deichbau/-Verteidigung. Wenn also wirklich irgendwo ein Wall errichtet werden müsse, sei es sinnvoller, wenn man das THW alarmiere und die Experten diese Arbeiten tun lasse, unterstreicht Feierabend. Er könne aber auch verstehen, dass sich jemand vier Sandsäcke in den Keller lege, um zukünftig schnell seine Tür damit abdichten zu können. Gerade bei den letzten Starkregenereignissen sei es im Endeffekt ja auch auf Minuten angekommen. So schnell könne keine Hilfsorganisation die Säcke vor Ort bringen. Feierabend: „Da kann das schon helfen.“ Das THW dürfe die Säcke nicht verkaufen, helfe aber gerne. Deshalb seien Säcke schon so ausgegeben worden, die Leute hätten sich mit einer Spende bedankt, berichtet Feierabend. Übrigens: Seit gestern bietet auch die Queichheimer Firma Gerach gefüllte Sandsäcke an.