Landau / Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Radwegeausbau: nächster Schritt für Pendlerroute Neustadt-Landau

Ausreichend Platz und hochwertiger Boden: So könnte die Radstrecke Landau-Neustadt aussehen.
Ausreichend Platz und hochwertiger Boden: So könnte die Radstrecke Landau-Neustadt aussehen.

Mit dem Fahrrad von Landau nach Neustadt und umgekehrt? Das soll für Pendler alltagstauglich werden. Seit 2014 hat das Land den Streckenausbau im Blick, nun konkretisieren sich die Pläne.

Mit bis zu 25 Kilometern pro Stunde könnten es Pendler bald in nur 50 Minuten auf dem Rad von Landau nach Neustadt schaffen. Um eine klimafreundliche Mobilitätswende zu unterstützen, plant das Verkehrsministerium nämlich landesweit Pendlerradrouten. So sollen die bisher noch etwas zurückhaltend wirkenden acht Prozent der Fahrräder im rheinland-pfälzischen Mobilitätsmix bis 2030 auf 15 Prozent gesteigert werden. Die Radverbindungen sollen häufig befahrene Alltagsstrecken schneller und sicherer machen, indem sie vorhandene Infrastruktur – vornehmlich Wirtschaftswege, die ohnehin auch von Fahrrädern befahren werden – nutzen und an festgelegte Standards anpassen, etwa in Sachen Fahrbahnbreite und Bodenbelag.

Eine von sieben aktuell ins Auge gefassten Pendlerradrouten soll zwischen Landau und Neustadt entstehen – und sie ist seit Montag einen wichtigen Planungsschritt weiter. In Edenkoben, symbolisch auf grob halber Strecke zwischen den beiden Endpunkten, wurde am Montag das Ergebnis einer Machbarkeitsstudie vorgestellt. Sie hat die Umsetzungsmöglichkeiten untersucht.

Wenige Konflikte

Drei verschiedene Trassen wurden in der Studie auf Herz und Nieren geprüft: Wie viele Knotenpunkte gibt es, an denen der Radverkehr auf andere Verkehrsteilnehmer trifft? Wie groß ist die Steigung auf der Strecke? Wie hoch sind der jeweilige Ausbaubedarf und die Belastung für Umwelt und Natur? Die beste Bewertung und damit das Prädikat „Vorzugstrasse“ erhielt eine 21,2 Kilometer lange Variante, die von Neustadt entlang der Wirtschaftswege an der L516, vorbei an Diedesfeld und Maikammer, durch Edenkoben und Edesheim, weiter östlich vorbei an Roschbach und Walsheim bis nach Landau führt.

Im Vergleich zu den Konkurrenztrassen schnitt diese Vorzugsroute insbesondere bei den erreichten Bildungs- und Arbeitsstätten gut ab, wie Martin Schafft, Leiter des Landesbetriebs Mobilität Speyer am Montag erklärte. Damit fängt sie von allen Varianten den größten Teil der starken Pendelbeziehungen zwischen südpfälzischen Städten und Kommunen auf. Die in der Studie vorgeschlagene Strecke weist außerdem das geringste Konfliktpotenzial mit anderen Verkehrsteilnehmern auf – eine wichtige Voraussetzung, führt doch der Ausbau von Wirtschaftswegen für Radfahrer immer wieder zu Konflikten mit Landwirtschaftsbetrieben.

Bis zu viereinhalb Meter Breite

Einen fertigen Plan habe man durch die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie ohnehin nicht, betonte Schafft bei der Vorstellung. Man habe jedoch erfolgreich nachgewiesen, dass das Projekt „Pendlerradroute Neustadt-Landau“ grundsätzlich durchführbar sei. In nächsten Schritten müssten nun die Grundbesitzverhältnisse und Zuständigkeiten innerhalb und zwischen den beteiligten Kommunen geklärt werden.

Auch die Belange anderer Verkehrsteilnehmer, also vor allem der Landwirtschaft und von Fußgängern, sollen im weiteren Verlauf noch intensiver berücksichtigt werden. Einen Lösungsvorschlag für Konflikte mit ansässigen Weinbauern hat die Studie auch gleich im Gepäck: Um Ausweich- und Überholmöglichkeiten zu schaffen, sollen die Wege auf bis zu viereinhalb Meter ausgebaut werden.

Baubeginn bis 2026

Mindestens fünf Millionen Euro wird die Umsetzung voraussichtlich kosten, aufgeteilt auf Landau, Neustadt und die anliegenden Kommunen des Kreises Südliche Weinstraße. Auch das geht aus den Überlegungen der Machbarkeitsstudie hervor. Das Verkehrsministerium verspricht allerdings, die Kommunen mit einer Förderung von 90 Prozent beim Ausbau zu unterstützen.

Bis zum Ende der aktuellen Legislaturperiode, also bis 2026, soll der Ausbau der Pendlerradroute begonnen haben. So hat es die Landesregierung in ihrem Koalitionsvertrag festgeschrieben, und Verkehrsministerin Daniela Schmitt hält daran fest: „Der Radverkehr ist beliebt wie nie zuvor, die derzeitige Nachfrage nach Fahrrädern verdeutlicht die Bedeutung und das Potenzial des Radverkehrs der Zukunft“, betonte sie bei er Übergabe der Machbarkeitsstudie in Edenkoben.

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