Landau
Postleb: Stadt blockiert Gebäudesanierung
Falls Peter Postleb wütend ist, merkt man es ihm nicht an. Ruhig und sachlich schildert er seine Pläne. Das Haus in der Kronstraße 17, mitten in der Fußgängerzone, soll saniert werden. Im Erdgeschoss ist das Geschäft Schuh-Laux, darüber sind Wohnungen. Der Landauer Geschäftsmann will das Gebäude energetisch auf den aktuellen Stand bringen – genau wie er es 2016 bereits mit dem Gebäude schräg gegenüber getan hat. Dort, in Hausnummer 20, sitzt Intersport Postleb, dessen Inhaber er ist. „Wir haben die Emissionen um 50 Prozent reduziert“, sagt Postleb. Dafür ist er ausgezeichnet worden: Eine Energiemanagement-Urkunde hängt hinter der Kasse aus. In Nummer 17 will er dieselbe Menge Emissionen einsparen. Doch die Stadtverwaltung will ihm die Sanierung nicht genehmigen. Wegen 16 Zentimeter.
Um diese Länge würde die Fassade nach der Dämmung weiter nach vorne ragen, sagt Postleb. Unten könne er nicht dämmen, da quasi die ganze Front verglast ist. Er habe der Stadt bereits angeboten, das Vordach im Gegenzug zu entfernen. Die Fassade soll nach der Sanierung genau so aussehen wie jetzt. Doch die Stadt sagt Nein.
Stadt will nicht ablehnen
Denn: Es gelten Regeln für solche Sanierungen. Diese sind in der Gestaltungssatzung niedergelegt. Eine davon: Die Straßenflucht muss nach jeder Sanierung so aussehen wie zuvor. Und die 16 Zentimeter Dämmmaterial würden die Straßenflucht verändern. Deshalb werde es für Postlebs Vorhaben in dieser Form keine Genehmigung geben, teilt die Stadt auf Anfrage mit. Seit Mitte 2019 haben Stadt und Postleb nun in dieser Sache verhandelt – es wurden Telefonate geführt und veränderte Planungen eingereicht. Das Ergebnis: keine Einigung, bestätigen beide Seiten. Postleb will nun einen Ablehnungsbescheid. Mit diesem könne er vor den Stadtrechtsausschuss und möglicherweise später vor Gericht ziehen. Das städtische Bauamt wolle das Vorhaben eigentlich nicht ablehnen, sagt Stadtsprecherin Ricarda Bodenseh auf Nachfrage, da man eine einvernehmliche Einigung anstrebe.
Die Stadt schlägt eine Alternative vor: Der Landauer solle nur innen dämmen. Das wäre laut Postleb auch deutlich günstiger. Postleb, der sich als „grüne Socke von Landau“ bezeichnet, will dies aber nicht. Denn nur mit einer Dämmung innen und außen ließen sich 50 Prozent Energie einsparen. Außerdem gebe es eine Förderung der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), wenn man so viel wie möglich einspare. Die Stadt habe ihm angeboten, ihm dies zu bescheinigen, dann erhielte er die volle Fördersumme. „Das ist aber nicht Sinn der Sache“, betont Postleb. „Nachhaltigkeit ist eine Sache der persönlichen Einstellung. Ich lebe nach dem Grundsatz hegen, pflegen, erhalten, weitergeben.“ Er plane ja nicht nur die Fassadensanierung, es komme auch eine moderne Heizung ins Gebäude, das Dach werde neu gemacht. Die Aussage zur Förderung bestätigt die Verwaltung nicht: „Die Stadt kann mangels Zuständigkeit keine Förderung nach der Förderrichtlinien der KfW in Aussicht stellen“, heißt es aus dem Rathaus.
Postleb schlägt Änderung vor
Am liebsten wäre es Postleb, wenn der Stadtrat die Gestaltungssatzung für energiesparende Sanierungen änderte. „Man müsste nur einen Passus ergänzen.“ Denn: Landau hat im August den Klimanotstand ausgerufen, erinnert der Geschäftsmann. Wenn nun ein Bürger umweltfreundlich handeln wolle, müsse dies doch vor diesem Hintergrund begrüßt werden. Das sei derzeit nicht vorgesehen, sagt die Stadt – es gebe keine sachlichen Gründe für eine Änderung.