Landau
Parkstift: Pro Seniore will Seniorenheim erweitern
Das Seniorenheim Parkstift im Landauer Horst ist eine Institution in der Stadt. Seit einigen Jahrzehnten gibt es die Residenz an der Pommernstraße am Rande eines Wohngebiets, nördlich einer Grünfläche. Noch ist alles ganz unverbindlich, der Eigentümer, Pro Seniore mit Sitz in Saarbrücken, klopft aber die Möglichkeiten ab.
Denn: Der Neubau soll südlich des alten Gebäudes entstehen. Die Flächen gehören noch einem anderen Eigentümer, sagt Pro Seniore-Sprecher Peter Müller. Und bevor das Unternehmen die Gespräche mit diesem aufnimmt, interessiere man sich dafür, wie die Stadt und ihre Gremien die Expansionspläne einschätzen. Der Bauausschuss hat sich in seiner jüngsten Sitzung bei einer Enthaltung einstimmig für die Genehmigung der Pläne ausgesprochen.
„Logische Ergänzung“ des Parkstifts
Geplant seien, so erklärt es Müller, zwei oder drei neue Gebäude. Eines davon sei für die Pflege gedacht, das andere für betreute Wohneinheiten. Zusammen sollen rund 150 neue Plätze geschaffen werden, wahrscheinlich dann grob hälftig aufgeteilt. „Je nachdem, was gebraucht wird“, sagt Müller. Betreutes Wohnen liege derzeit jedenfalls voll im Trend. Dazu kommen noch 80 bis 100 Arbeitsplätze. Der Neubau direkt neben dem Altbau wäre logistisch sinnvoll, man könne auch schon fast von einer Erweiterung des Bestands sprechen. Zum jetzigen Zeitpunkt seien die Kosten aber noch völlig offen. Man müsse schließlich erst das Grundstück kaufen, dann würde die Planung erst anfangen. Von daher gibt es derzeit auch keine Zeitschätzung.
Landau braucht mehr Pflegeplätze
Eine Erweiterung in Landau sei sinnvoll, „das liegt auf der Hand“, sagt Müller. Der Bedarf an Pflegeplätzen werde schließlich allein schon wegen der demografischen Entwicklung steigen. „Landau ist für uns ein Traditionsstandort. Die Erweiterung soll eine logische Ergänzung des Parkstifts sein.“
Das sieht auch die Verwaltung so: In Landau gibt es nur drei Pflegeeinrichtungen für Senioren. Heute werden in der Stadt rund 390 Menschen vollstationär gepflegt, bis 2024 sollen es den Berechnungen zufolge rund 460 sein. Also werden mehr Pflegeplätze benötigt. Ein Rückgang unter das heutige Niveau sei bis 2070 auch nicht zu erwarten.
Fläche für Kleingärten reserviert
Und noch aus einem weiteren Grund könnte Pro Seniore Müller zufolge einen Neubau brauchen: Der derzeit genutzte Bau ist in die Jahre gekommen. Pro Seniore plant, erst neu zu bauen und dann das bisher genutzte Gebäude komplett zu sanieren. Die Bewohner des Parkstifts sollen während der Erneuerung dann in den Neubau umziehen – ist die Sanierung abgeschlossen, geht’s wieder zurück, erklärt Müller.
Aber zurück zu der Fläche, die dem Neubau weichen muss. Je nach Perspektive liegt sie brach oder ist eine Wiese. Und sie ist die einzige Fläche Landaus, die noch für Kleingärten genutzt werden könne. „Wir werden wohl keine andere Fläche mehr im Stadtgebiet für Kleingärten finden“, sagte Bürgermeister Lukas Hartmann im Bauausschuss. Dort hat er den erkrankten Oberbürgermeister Dominik Geißler vertreten. Und gerade in der Corona-Zeit seien solche Flächen sehr gefragt gewesen, erinnerte Bauamtsleiter Christoph Kamplade. Aber: Bisher habe sich kein Kleingartenverein gemeldet, der die Fläche hätte nutzen wollen.
Park in der Nähe
Und die gewählten Vertreter der Bürgerschaft sind bereit, diese Fläche abzugeben. Es ist das Ergebnis einer Abwägung: Pflegeplätze, die in Zukunft aller Wahrscheinlichkeit nach dringend gebraucht werden, gegen mögliche noch zu errichtende Kleingärten, für die es derzeit keine besondere Nachfrage zu geben scheint, und gegen eine Fläche, an der man entlang der Queich spazieren kann. Wobei die Erholungsfunktion bestehen bleibt, wie die Verwaltung festhält. In der Nähe liegen schließlich die Queichwiesen, die renaturierte Queich sowie der Queichpark.
Bei einigen Vertretern der Parteien sorgte die Abwägung zwar für Bauchschmerzen, aber dagegen gestimmt hat niemand. Von daher ist davon auszugehen, dass Pro Seniore nun die Planungen vorantreiben wird.