Landau Nummer 12 und 13
Am Donnerstag, 3. März, um 15 Uhr werden die 12. und 13. Bombe im Wohnpark Am Ebenberg entschärft. Der Zustand der je 250-Kilogramm-Fliegerbomben aus dem Zweiten Weltkrieg sei relativ gut, hieß es gestern Nachmittag im Rathaus. Bis Donnerstag wird weiter sondiert.
Die Südstadt wird an diesem Tag in einem Radius von 500 Metern rund um den Fundort evakuiert. Laut Stadtverwaltung sind davon 2600 Personen betroffen. Bewohner und Geschäftsleute werden gebeten, die Gebäude bis spätestens 13 Uhr zu verlassen. „Jede Verzögerung verzögert auch die Bombenentschärfung“, sagte Bürgermeister Maximilian Ingenthron (SPD). Geräumt wird auch das Schwesternwohnheim des Vinzentius-Krankenhauses. Alle weiterführenden Schulen in der Innenstadt beenden den Unterricht nach der vierten Stunde. Die Deutsche Bahn habe darum gebeten, damit sie den Heimtransport der Schüler besser organisieren könne, so Ingenthron. Die Bahnlinien Landau-Karlsruhe und Landau-Pirmasens werden in jeweils beide Richtungen voraussichtlich bis 17.30 Uhr gesperrt. Die Bahn richtet einen Schienenersatzverkehr ein. Nach Einschätzung des Kampfmittelräumdienstes Rheinland-Pfalz sei der Zustand der beiden, etwa 30 Meter auseinander liegenden Bomben relativ gut, sagte Ingenthron, die Zünder seien minimal beschädigt. Die Bomben werden rund um die Uhr bewacht. Gefunden wurden sie in dem Bereich, in dem bei der Landesgartenschau das Grüne Klassenzimmer, die Südpfalz-Bühne und im Langbau das Restaurant untergebracht waren. Feuerwehr und die Schnelleinsatztruppe werden mit je 30 Personen im Einsatz sein, berichtete Stadtfeuerwehrinspekteur Dirk Hargesheimer. Polizei und städtisches Ordnungsamt würden ebenfalls 30 Leute stellen, sagte Ordnungsamtsleiter Thomas Scholly. Auch Bundespolizei sei vor Ort. Für sie sei ohnehin eine Übung an der Bahnlinie angesetzt. Vom Geothermiekraftwerk, das ebenfalls im Evakuierungsgebiet liegt, gehe im Falle einer kontrollierten Sprengung der Bomben keine Gefahr aus, betonten Ingenthron und Hargesheimer. Das Isopentan-Gas bleibe im Kraftwerk. Die Anlage sei in sich so stabil gebaut, dass sie eine kontrollierte Sprengung aushalte. Für diesen Fall liegen 200 Tonnen Sand bereit. Können die Bomben nicht entschärft werden, würde sich die Aktion in die Abendstunden hinziehen, denn dann müssten Löcher gegraben, Zünder gelegt und die Bomben mit Sand abgedeckt werden. Das ehemalige Gartenschaugelände an der Siebenpfeiffer-Allee präsentiert sich säuberlich onduliert. Dort ist die Bombensuche weit vorangeschritten. Zuletzt hatte es im März 2014 auf dem Areal einen Bombenfund gegeben. Insgesamt müssen noch 3,3 Hektar gründlich untersucht werden, weil dies vor der Gartenschau nur oberflächlich erfolgt war und dann die gründliche, tiefergehende Suche nicht mehr möglich gewesen war. Die erste Bombe nach der Gartenschau war am 14. Januar dieses Jahres entdeckt worden, mit der Entschärfung aber noch gewartet worden, um mögliche weitere Funde gleich miterledigen zu können. (sas)