Landau Mariannes Heimkehr

Die Landauer Marianne zeigt sich mit der damals typischen phrygischen Mütze und einer entblößten Brust, wie bei Delacroix.
Die Landauer Marianne zeigt sich mit der damals typischen phrygischen Mütze und einer entblößten Brust, wie bei Delacroix.

Am 11. November jährt sich zum 100. Mal das Ende des Ersten Weltkriegs, der auch im Zeichen einer erbitterten deutsch-französischen Feindschaft stand. Längst sind aus den Gegnern von einst Freunde im Herzen eines geeinten Europas geworden. In einer schönen Geste bringt die Stadt Landau die deutsch-französische Verbundenheit aus Anlass dieses Jahrestags zum Ausdruck. Die Marianne-Statue als Teil des Kriegerdenkmals auf dem im Jahr 1919 von der französischen Militärverwaltung angelegten Friedhof in der Stadt Landau kehrte jetzt an ihren angestammten Platz neben dem Gedenkstein zurück. Die Figur der „Marianne“ ist seit den Tagen der Französischen Revolution Symbol für Freiheit und die Französische Republik. Berühmt ist unter anderem ihre Darstellung im Gemälde „Die Freiheit führt das Volk“ von Eugène Delacroix. Für die Büste der Marianne in neuerer Zeit stand unter anderem Brigitte Bardot Modell. Die Marianne auf dem Landauer Friedhof war in der NS-Zeit nicht nur den Machthabern ein steter Quell des Ärgernisses. Ihre Entfernung wurde – wie Dokumente aus dieser Zeit belegen – vielfach gefordert und im Jahr 1942 dann auch vollzogen. Die Statue blieb erhalten und wurde lange Jahre im städtischen Museum verwahrt, bevor sie nun, nach ihrer Restaurierung, auf den französischen Friedhof zurückgekehrt ist. Oberbürgermeister Thomas Hirsch war mit Stadtarchivarin Christine Kohl-Langer, Friedhofsverwalter Gerhard Blumer und Guy Lesueur von der französischen Kriegsgräberfürsorge dabei, als die Statue ihren ursprünglichen Standort wieder einnahm. „Aus den ehemals verfeindeten Nationen Deutschland und Frankreich sind Freunde geworden, die gemeinsam für ein friedliches und vereintes Europa einstehen“, sagte Hirsch, „die Rückkehr der Marianne auf ihren angestammten Platz symbolisiert diese Aussöhnung auf besonders schöne Weise.“ Ein Festakt zum Jahrestag des Endes der Ersten Weltkriegs ist am Sonntag, 18. November, dem Volkstrauertag, ab 13 Uhr in der Landauer Marienkirche. An diesem werden die französische Generalkonsulin Pascale Trimbach ebenso teilnehmen wie Claude Sturni, Bürgermeister der Partnerstadt Haguenau, und Jean-Louis Christ, Bürgermeister der Partnerstadt Ribeauvillé. Im Anschluss an den Festakt ist ein gemeinsamer Gang zum französischen Friedhof geplant, wo Kränze niedergelegt werden. Bereits ab 10.30 Uhr ist an diesem Tag ein ökumenischer Gottesdienst in der Marienkirche.

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