Landau Lieder gehen „unter die Haut“
Fast 200 Zuschauer tummelten sich am Samstag in der Tulla-Halle in Sondernheim, um den Klängen des Gesangvereins „Einigkeit“, des „Liederkranzes“ Westheim und des Solisten Oliver Bretz zu lauschen. Der Abend wurde durch eine breitgefächerte Auswahl an bekannten, volkstümlichen und modernen Liedern abwechslungsreich gestaltet und mit Ehrungen für langjährige Mitglieder abgerundet.
Nach einer Begrüßung der Vorsitzenden Traudl Brodback eröffnete der Gesangsverein (GV) „Einigkeit“ unter der Leitung von Hans Kämmerer den Abend. Sie sangen volkstümliche Schlager wie den Freddy-Quinn-Hit „Seemann“ und würzten ihre Darbietung mit bekannten Balladen wie „My Way“ von Frank Sinatra. Die gelungene Vorstellung geht nicht zuletzt auch auf das Konto des talentierten Pianisten Bernhard Hauck, welcher den Gesangsverein mit dem Flügel begleitete. Zu Anfangszeiten war die „Einigkeit“ noch ein reiner Männerchor, dies änderte sich jedoch vor 25 Jahren, als die ersten Frauen den schrumpfenden Chor mit ihren Stimmen unterstützten. Als Gesangstalent erwies sich der Bariton Oliver Bretz. Gefühl-, stimmungs- und eindrucksvoll sang er das „Weinlied“ sowie „The Snows of New York“, welches es für die nicht-englisch sprechenden Gäste vorab auf Deutsch übersetzt wurde. Der Klassiker von Udo Jürgens „Ich war noch niemals in New York“ ermunterte viele Zuschauer zum Mitklatschen und -singen. „Ein Höhepunkt für mich war auf jeden Fall der Bariton, der hat das sehr gut gemacht“, meinte eine Zuschauerin aus Westheim. Der zweite Gesangsverein an dem Abend war der „1871 Liederkranz“ aus Westheim. Der reine Frauenchor aus 16 Sängerinnen unter der Leitung sowie Begleitung am Flügel von Christiane Schmidt zeigte sich von seiner Schokoladenseite. Sie fesselten die Zuschauer mit ergreifenden Liedern wie „Meeresnacht“, das nach Aussagen von Zuhörern „unter die Haut“ ging. Sie unterhielten das Publikum auch mit lustigen Titeln wie „Aber bitte mit Sahne“ oder der Tomaten im Bett essenden „Tante Paula“, als auch mit modernen Liedern der Sängerin Nena. Bei seinem nächsten Konzert im Oktober hat der Westheimer Chor Lieder der Neuen Deutschen Welle im Repertoire. Ein weiterer Punkt waren Ehrungen für langjährige Mitglieder im GV „Einigkeit“. „Es ist schön zu sehen, dass solche Leistungen belohnt werden, denn es wird leider immer häufiger diese Kulturarbeit in Deutschland vernachlässigt“, meinte ein Zuhörer aus Sondernheim. Ehrungen Für 25 Jahre aktives Singen bei dem GV „Einigkeit“ Sondernheim erhielten beim Konzert am Samstag Traudl Brodback, Rosemarie Moßgraber, Helga Habekauer, Waltraud Müller, Hildegunde Herberger, Isolde Rheude, Gaby Hoffmann sowie Lore Thees eine Urkunde und ein kleines Dankeschön. Heinrich Eder, der für den Verein seit 60 Jahren aktiv singt (wir berichteten), erhielt für sein außergewöhnliches Engagement eine Urkunde, überreicht von der Stellvertreterin des Kreis-Chorverbandes Kerstin Keppler. |core