Landau RHEINPFALZ Plus Artikel Legt ein uraltes Gerät das Internet im Wohnpark lahm?

Zappenduster ist die Internetverbindung im Wohnpark am Ebenberg. Betroffen sind 350 Vodafone-Kunden.
Zappenduster ist die Internetverbindung im Wohnpark am Ebenberg. Betroffen sind 350 Vodafone-Kunden.

Shutdown, Homeoffice, Homeschooling – eine gute Internetverbindung ist derzeit wichtiger denn je. Rund 350 Kunden von Vodafone im und um den Wohnpark am Ebenberg haben aktuell Probleme.

Martin Grub gehört zu den Menschen, die derzeit im Homeoffice arbeiten. Er ist auf eine gute Internetverbindung angewiesen, um arbeiten zu können. Seit Montag, 25. Januar, ist diese hinüber, die Geschwindigkeit ist ins Bodenlose gefallen. „Statt 1100 MBit bekomme ich derzeit nur 200 MBit.“ Also weniger als 20 Prozent der normalen Geschwindigkeit. In Video-Konferenzen wähle sich Grub nur noch über das Smartphone und das mobile Netz ein. Der Grund: Neben dem Geschwindigkeitsverlust breche die Internetverbindung regelmäßig ab, des Öfteren gehe für Stunden nichts.

Der Anbieter Vodafone weiß von dem Problem. Betroffen seien 343 Anschlüsse in dem Gebiet im Süden Landaus, teilt die Pressestelle auf RHEINPFALZ-Anfrage mit. Es handele sich dabei um eine Rückwegestörung, die von den Technikern gesucht werde.

Fall in Wales macht Furore

Eine Rückwegestörung werde von einem uralten, defekten oder illegal betriebenen Gerät verursacht. Wenn es ans Kabelnetz angeschlossen ist, kann es ein Signal senden, welches zu Störungen führt, erklärt Vodafone.

Im September sorgte ein solcher Fall für Schlagzeilen in der internationalen Presse. 18 Monate lang war in dem Dorf Aberhosan in Wales jeden Morgen um Punkt 7 Uhr das Internet ausgefallen. Der Netzanbieter hat einiges versucht, unter anderem die DSL-Kupferkabel getauscht. Eines Tages wurden Spezialisten geschickt, die mit einem Spektrumanalysator morgens um 6 Uhr durchs Dorf gelaufen sind, um elektromagnetische Störfrequenzen zu finden. Pünktlich um 7 Uhr hat das Messgerät in der Nähe eines Wohnhauses angeschlagen. Die Bewohner hatten jeden Morgen um diese Uhrzeit ihren uralten Röhrenfernseher eingeschaltet. Dessen Röhre war für einen elektromagnetischen Impuls verantwortlich, der das Internet lahmlegte, teilte die Firma damals mit. Die Besitzer des Fernsehers hätten versprochen, das Gerät nie wieder einzuschalten – damit war das Problem gelöst.

Möglicherweise weiterer Fehler

Von einem ähnlich gelagerten Fall geht Vodafone auch in Landau aus. Wobei die Ursachensuche schwieriger ist: „Es besteht die Besonderheit, dass der Fehler nur dann auftritt, wenn das defekte oder unerlaubt betriebene Gerät eingeschaltet ist. Die Eingrenzung des Fehlers ist trotz unserer intensiven Messungen sehr zeitaufwendig, weil diese Störquelle nur schrittweise lokalisiert und nur sporadisch ermittelt werden kann.“ Die Vodafone-Techniker suchten noch nach der Quelle des Signals.

Martin Grub hingegen macht die Erklärung des Anbieters nicht wirklich glücklich. Denn: Er habe stabil nur 200 MBit Leistung. Wenn es eine Rückwegestörung wäre, müsste er immer dann, wenn das verantwortliche Gerät ausgeschaltet ist, wieder volle Leistung haben, argumentiert er. Die Pressestelle von Vodafone vermutet, dass in seinem Fall möglicherweise zwei Störungen gleichzeitig aufgetreten sein könnten. Vodafone hat angekündigt, Grub einen Techniker vorbeizuschicken, der sich das Problem anschauen soll.

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