Landau „Leben in Landau“ wird stärkste Kraft

Obwohl mit 3111 registrierten Wahlberechtigten 500 Personen mehr hätten zur Urne schreiten dürfen als vor fünf Jahren, gab es bei der Wahl zum Beirat für Migration und Integration am Sonntag lediglich eine Wahlbeteiligung von unter 13 Prozent. Sie lag damit weit unter dem landesweit überragenden Ergebnis von knapp 20 Prozent, mit dem die Stadt Landau 2009 glänzte.
364 Stimmzettel galt es am Sonntagabend auszuzählen. Gegen 20.30 Uhr stand das vorläufige Ergebnis fest. Mit 1451 Stimmen liegt die Liste „Leben in Landau“ deutlich vorn, was ihr fünf der acht Sitze im Beirat beschert. Die Liste „Landau Weltfreundlich“ kommt mit 424 Stimmen auf einen Sitz. Die Liste „Landau International“ wurde 171-mal angekreuzt. 160 Stimmen entfielen auf den Einzelbewerber Kamel Hamdouni, der damit ebenfalls in das Gremium einzieht. Francisco José Gallego Ortega gaben 45 Wähler ihre Stimme, Ruslan Rashapov bekam zwölf Stimmen. Nach 20 Jahren im Einsatz für die Migranten in Landau, zehn Jahre davon an der Spitze des Beirats, der die Belange aller Migranten in beratender Funktion in den Stadtrat einbringt, schaffte Hilal Incedere vom ersten Listenplatz der Gruppe „Landau Weltfreundlich“ den Sprung in das Gremium nicht mehr. „Es waren einige Kracher dabei“, gab sich auch der scheidende Vorsitzende und bisherige Spitzenmann der Liste „Leben in Landau“, Aydin Tas, überrascht vom Ergebnis, „aber letztendlich ist auch diese eine demokratische Wahl und jeder sollte eine faire Chance bekommen, sich zu beweisen, aber auch seine Möglichkeiten nutzen, die Integration in Landau voranzubringen“. Am 18. Dezember trifft sich der noch amtierende Beirat zum allerletzten Mal. Mitte Januar ist die konstituierende Sitzung des neuen Beirats, bei der ein Vorsitzender gewählt wird. Bis dahin wird der Stadtrat vier Mitglieder benennen, die den für fünf Jahre gewählten Beirat unterstützen werden.