Landau
Landauer Tierheim hat neue Leiterin
Vier Jahre lang war das Landauer Tierheim ohne Leitung. Die Suche nach einem geeigneten Kandidaten war schwieriger als gedacht. Der Trägerverein ist aber doch noch fündig geworden. Christina Heim heißt die neue Chefin. Nicht nur bei den Tierschützern hat sie sich einen Namen gemacht, sondern auch bei der Polizei.
Christina Heim wollte ursprünglich Polizistin werden. „Das war mein Berufswunsch Nummer eins“, verrät die 32-Jährige. Sie helfe gerne ihren Mitmenschen und hätte sich das in einer Polizeiuniform gut vorstellen können. Aber sie habe auch ein großes Herz für Hunde, Katzen und Vögel. „Das kommt sicherlich daher, dass ich von klein auf immer Haustiere um mich herum hatte“, sagt sie. Aus Liebe zu den Tieren verwarf Heim letztlich ihre Polizeipläne und machte 2007 eine Ausbildung zur medizinischen Fachangestellten. Zwölf Jahre später ist sie dort angekommen, wo sie am besten ihrer Leidenschaft nachgehen kann: im Tierheim Landau. Seit dem 1. Juli leitet die gebürtige Pleisweilerin die Einrichtung im Norden der Stadt.
Unter Tierfreunden ist die 32-Jährige bereits bekannt. Heim hatte nicht nur beruflich mit Hunden, Katzen und Co. zu tun, auch in ihrer Freizeit war sie als Tierschützerin unterwegs. Unter ihrem Spitznamen „Chrissy“ wurde sie von der Polizei Bad Bergzabern immer dann kontaktiert, wenn Not am Mann war. „Wenn beispielsweise tote Katzen gefunden wurden und nach dem Besitzer gesucht wurde. Ich habe Hunde nach einem Unfall erstversorgt, und mein Handy hat auch nach dem Fund einer Babyente geklingelt.“ Darüber hinaus engagierte sich Heim lange für einen Tierschutzverein in Spanien, genauer in Sevilla. Spanisch habe sie nicht sprechen gelernt, dafür aber zahlreiche Tiere vermittelt. Allein vergangenes Jahr konnte sie für 30 Tiere ein neues Zuhause in Deutschland finden.
Stelle kam wie gerufen
Als ein befreundetes Vorstandsmitglied vom Trägerverein des Tierheims, Tierschutz Südpfalz, ihr den Leitungsposten in Landau schmackhaft machte, bewarb sich Heim darauf. „Ich möchte gerne etwas bewegen und gestalten“, erklärt sie ihre Motivation. Die Stelle kam für sie wie gerufen. Aber nicht nur für die gebürtige Pleisweilerin. Auch für den Trägerverein war sie ein Glücksfall. Vorsitzender Adrian Eichner erklärt: „Wir haben lange nach dem geeigneten Kandidaten gesucht, hatten drei Bewerber zum Gespräch eingeladen. Es hat aber nicht gepasst.“
In Christina Heim haben die Verantwortlichen nun eine Person gefunden, die als ausgebildete Tierarzthelferin sowohl das entsprechende Know-how für den Posten mitbringt als auch Führungsqualitäten besitzt. So hat sich Heim im Unternehmen ihres Lebensgefährten zur Betriebswirtin weitergebildet, wenn auch in einer ganz anderen Branche: in einem Sanitär- und Installationsbetrieb.
Hochsaison wegen der Urlaubszeit
Seit dem 1. Juli ist Heim im Amt. Sie sei gut angekommen, sagt sie. „Ich bin je zur Hälfte im Büro und in der Tierpflege tätig.“ Insgesamt fünf Leute, fünf Tierpfleger und ein Auszubildender, sind im Tierheim beschäftigt. Sie schätze das harmonische Verhältnis im Team. Trotz oder gerade wegen der Urlaubszeit sei derzeit viel los. „Es ist Hochsaison. Es gibt viele Menschen, die vor dem Urlaub ihre Tiere aussetzen oder abgeben“, sagt Heim. Der Bestand schwanke daher täglich.
Hat sich die Situation etwas entspannt, möchte Christina Heim sich an verschiedene Projekte heranwagen. Zum einen möchte sie den Kontakt zu befreundeten Tierschützern und Initiativen, beispielsweise der Landauer Taubenhilfe, intensivieren. „Wir können bislang keine Tauben aufnehmen. Wir haben keine Kapazitäten.“ Man könne weder in die Breite gehen, besser gesagt sich weiter ausdehnen, noch könnten die Gebäude auf dem Gelände des Tierheims höher gebaut werden. Das bekomme man nicht genehmigt. Nichtsdestotrotz sei es denkbar, einen Taubenschlag zu errichten. Mehr Platz soll auch für Kaninchen- und Meerschweinchen gewonnen werden. Gibt es derzeit ein Gehege, sollen es mal vier sein. Diese Zahl schwebt Heim vor. Darüber hinaus möchte sie Katzenbesitzer davon überzeugen, ihre Tiere kennzeichnen zu lassen. „Das würde unsere Arbeit ungemein vereinfachen.“ Schließlich machen Katzen den größten Anteil der abgegebenen Tiere aus.
Hinzu kommen noch weitere Baustellen, und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Die Bauten auf dem Gelände müssen laut Adrian Eichner wieder fit gemacht werden. Das Gebäude neben dem Bürotrakt, wo der Aufenthaltsraum, der Schulungsraum und das Archiv zu finden sind, müsste wegen eines Wasserschadens renoviert werden. Der Trakt mit der Tierarztpraxis und der Quarantänestation müsste ebenfalls modernisiert werden. Wann und wo gearbeitet wird, darüber muss sich der Vorstand des Trägervereins allerdings noch abstimmen.