Landau RHEINPFALZ Plus Artikel Landau: Ein „Planet B“ beim Tag zur Nachhaltigkeit

Die Modenschau des „Weltherz“-Ladens war ein Höhepunkt des Tags zur Nachhaltigkeit.  Foto: van
Die Modenschau des »Weltherz«-Ladens war ein Höhepunkt des Tags zur Nachhaltigkeit.

Waldboden zum Fühlen, Wachstücher und Saatbomben zum selber Basteln – die Besucher des Tags zur Nachhaltigkeit freuten sich am Sonntag über ein vielfältiges Angebot auf dem Rathausplatz. Zumindest dort gab es einen Planeten B.

Besonders gut besucht ist kurz nach der Eröffnung des Tags zur Nachhaltigkeit die Hüpfburg. Hier verausgaben sich die kleinen Besucher bereits in den frühen Mittagsstunden. Die erwachsenen Flaneure genießen ihren Kaffee in der Sonne – oder schauen sich die vielen Stände an, die am Sonntag den Landauer Rathausplatz bunt gefüllt haben. Dort finden Eltern Angebote für ihre Kleinen: Der zweijährige Julius hat zum Beispiel ein Wachstuch gebastelt, das anstelle von Alufolie verwendet werden kann. „Julius und ich haben auch schon geschätzt, wie viel Süßwasser es auf der Erde gibt – viel weniger als ich dachte“, erzählt Sascha Wenski. Der 35-jährige Lehrer aus Landau besucht mit seinem Sohn den Tag zur Nachhaltigkeit – vor allem wegen des schönen Wetters: „Ich wollte eigentlich letztes Jahr schon kommen, da hat es aber geregnet“, erinnert er sich. Außerdem finde Wenski das Thema Umweltschutz wichtig und versuche bereits zuhause, einiges nachhaltiger zu gestalten.

Bunte Wiesen und Stoffwindeln

Anette Kehr-Hellwig und Olaaf Kempf aus Marburg haben ebenfalls etwas gefunden, das sie zuhause ausprobieren möchten: „Wir haben viele Wiesen auf dem Grundstück, die wir bisher einfach gemäht haben. Daraus wollen wir jetzt bunte Wiesen für Bienen machen. Das ist weniger Arbeit, sieht schöner aus und man tut etwas für die Umwelt“, sagt Kehr-Hellwig. Die 52-Jährige wurde durch ihre in Landau studierende Tochter auf den Tag zur Nachhaltigkeit aufmerksam. Ideen für ihre Wiese finden die Marburger beim Stand der „Initiative Bunte Wiese Landau“, die von Studierenden und Lehrenden der Uni Landau gegründet wurde, um die Artenvielfalt zu fördern.

Mit großen aufblasbaren Planeten Erde machen verschiedene Gruppen darauf aufmerksam , dass es nur eine Erde gibt – und dass drei davon benötigt werden, wenn die gesamte Weltbevölkerung leben würde wie es die Deutschen tun. „Da ist ein Loch drin, der Planet hier verliert Luft“, bemerkt eine Besucherin. „Nicht schlimm, da drüben liegt ja noch eine weitere Erde, ein Planet B“, scherzt Imme Colling-Blüder, zweite Vorsitzende des Netzwerks Umweltbildung. Mit kleinen Plastikstückchen auf dem Erdball soll auf die Umweltverschmutzung aufmerksam gemacht werden. An Wäscheklammern, die rund um die Erde angebracht sind, sollen Besucher Tipps für Nachhaltigkeit anbringen. „Wir verwenden Windeln aus Stofftüchern“, steht da zum Beispiel.

Modenschau auf dem Marktplatz

Ein Gefühl für die eigene Umwelt sollen Kinder und Erwachsene bei einem Barfußpfad bekommen, der mit verbundenen Augen durchlaufen wird. „Das war schwieriger als ich dachte, aber eine echt verrückte Erfahrung“, findet der Landauer Student Yunyay Alfonso Radlik. „Rinde, Erde und Moos habe ich gut erkannt, aber beim Rest hatte ich Probleme.“ Mit dem Barfußpfad motiviert die 23-jährige Leonie Druba die Besucher, mehr barfuß zu laufen. „Das ist super für die Füße“, erklärt sie, „die Zehen gehen weiter auseinander und auch den Muskeln und Gelenken tut es gut.“

Auf der extra für die Veranstaltung aufgebauten Bühne auf dem Rathausplatz wird den Besuchern eine Show geboten. Wer also genug gesehen hat und sich ein bisschen ausruhen möchte, nimmt auf den Bänken vor der Bühne Platz und schaut sich die Modenschau vom nachhaltigen Kleidungsgeschäft Weltherz an oder genießt eine der Musikgruppen bei Kaffee oder Weinschorle.

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