Landau RHEINPFALZ Plus Artikel Korsettstangen sichern Lärmschutzwand

Die Stahlträger aufzustellen, ist Millimeterarbeit.
Die Stahlträger aufzustellen, ist Millimeterarbeit.

Es gibt gemütlichere Arbeitsstellen. Aber was im A65-Trog bei Landau passiert, ist wichtig, damit der Verkehr auf der Autobahn wieder frei fließen kann. Bald kann auch die Auffahrt wieder freigegeben werden.

Im A65-Trog bei Landau donnert der Verkehr ohrenbetäubend. Saukalt ist es auch. Zum Glück fegt nicht wieder ein Sturmtief über die Vorderpfalz, sonst müssten die Arbeiter des Bauunternehmens Eiffage ihre Arbeit einstellen. Denn wenn es heftig bläst, geraten selbst bis zu acht Meter lange und 400 Kilogramm schwere Stahlträger in Bewegung, wenn sie am Kranarm hängen. „Sicherheit geht vor“, sagt Michael Schwab, Abteilungsleiter Bau und Erhaltung Ingenieurbauwerke bei der Autobahn GmbH. Was die drei Männer leisten, ist Millimeterarbeit, da kann man keine Böen brauchen.

900 Bolzen in 900 Bohrungen sorgen für Halt.
900 Bolzen in 900 Bohrungen sorgen für Halt.

Schwab zeichnet sich dafür verantwortlich, dass die Lärmschutzwand auf beiden Seiten der Autobahn gesichert wird. Wo vor über einem Jahr eine Platte abgestürzt war,die zwei Arbeiter schwer verletzt hatte, ist die Lücke seit Dienstag wieder geschlossen. Die stark gerippte Platte ist in Luftporenbeton nachgefertigt worden, im RAL-Farbton kupferbraun. Heute nehme man eher leichte Aluplatten, doch von ihrer Dämmwirkung her seien die Porenbetonplatten ganz hervorragend, sagt Schwab.

Jede Stütze eine Maßanfertigung

Die Autobahn GmbH hatte auch geprüft, die alten Wände durch besagte neue Konstruktionen zu ersetzen, doch das hätte sehr viel mehr Zeit und Geld verschlungen. Mittel der Wahl ist es nun, vor jede senkrechte Fuge zwischen den Platten einen Doppel-T-Träger zu stellen, eigens bei Thyssen gefertigt und jeder individuell in Länge und Befestigungspunkten.

Die ersetzte Lärmschutzplatte. Die für die Montage nötigen Lücken werden noch geschlossen.
Die ersetzte Lärmschutzplatte. Die für die Montage nötigen Lücken werden noch geschlossen.

Die aufwendigsten Arbeiten seien bereits gelaufen, schildert Schwab, quasi im Schatten der Leitplanken. Denn im 750 Meter langen Trog werden auf beiden Seiten jeweils 150 Stützen gesetzt. Jede ruht auf einer stählernen Fußplatte, die mit vier Bolzen im Fußbalken der Lärmschutzwand verankert ist. Das sind 600 Bohrungen etwa 15 Zentimeter tief in hochfesten Beton, und noch einmal 300 im Kopfbalken ganz oben an der Wand. Macht 900 Löcher und 900 Zweikomponenten-Dübel, die es auch nicht zu kalt haben wollen zum Aushärten.

Sonderschicht am Wochenende

Was jetzt ansteht, ist der Einbau besagter Stützen. Etwa sechs pro Tag seien zu schaffen, sagt Schwab, sofern das Wetter mitspielt. Am Wochenende soll durchgeschafft werden, um verlorene Zeit aufzuholen. Die Träger werden mit dem Kran aufgerichtet, oben und unten verschraubt und dann noch von einer Hebebühne aus befestigt. Anschließend werden noch Gummipolster in die Lücke zwischen Träger und Wand gesteckt und verschraubt.

Der angepeilte Fertigstellungstermin Ende November auf der Ostseite, nach dem die Autobahnauffahrt in Richtung Ludwigshafen wieder freigegeben werden kann, wird wohl knapp verfehlt. Schwab hofft auf Kalender Woche 49, ab dem 4. Dezember. Festnageln lassen will er sich nicht darauf. Es könnte wieder fegen, doch „Sicherheit geht vor“.

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