Annweiler RHEINPFALZ Plus Artikel Kommunale Wärmeplanung: Was jeder einzelne dafür tun kann

Sven Dausch (im weißen Hemd) erklärt in einem Gebäude am Quodbach das Zusammenspiel von Wärmepumpe und Gastherme.
Sven Dausch (im weißen Hemd) erklärt in einem Gebäude am Quodbach das Zusammenspiel von Wärmepumpe und Gastherme.

Kommunale Wärmeplanung, ein Begriff, der einem derzeit fast täglich begegnet. Doch was ist das eigentlich? Darüber informierte die VG Annweiler die Bürger am Dienstagabend.

„Die Energiewende betrifft uns alle. Gemeinsam können wir alle aktiv zu ihrer Umsetzung beitragen“, stellte Bürgermeister Christian Burckhart (CDU) fest. Die kWP ist ein zentraler Baustein für die Transformation hin zu umweltfreundlicher Wärmeversorgung. Sie hilft nicht nur der Kommune, sondern auch den Bürgerinnen und Bürgern sowie den lokalen Unternehmen zu verstehen, wie Wärme in Zukunft bereitgestellt wird. Die kWP trägt dazu bei, weniger die Umwelt zu belasten und die Energieversorgung von morgen zu sichern. Für Annweiler soll die kWP bis Jahresende 2025 abgeschlossen sein.

Zusammen mit der EWR Climate Connection aus Worms nutzte die Verwaltung die Bürgerversammlung, um umfassend zu informieren und die Menschen zu animieren, die zukünftige Wärmeversorgung in der VG Annweiler mitzugestalten. Björn Bein, Geschäftsführer der EWR Climate Connection, einer Tochtergesellschaft der ebenfalls in Worms ansässigen EWR AG, und Nachhaltigkeitsberaterin Jessica Scherer zeigten, welche Möglichkeiten sich bieten. Zudem sollte deutlich gemacht werden, wie eine bezahlbare und klimafreundliche Wärmeversorgung aussehen kann.

Ziel: Energiekosten in Grenzen halten

Es gab viele Anregungen und Fragen, die verdeutlichten, wie komplex das Thema doch ist. Waren viele Zuhörer mit den Informationen und Ergebnissen des Abends zufrieden, stellte ein Bürger fest: „Jetzt bin ich genauso nass wie vorher.“ Für Hausbesitzer gelte, dass es immer auf den Einzelfall ankomme.

Ziel der Wärmeplanung soll es auch sein, die weiter steigenden Energiekosten in Grenzen zu halten. Derzeit mache das Heizen 70 Prozent des Energieverbrauchs aus, hinzu kämen 13 Prozent, die für die Warmwasseraufbereitung benötigt werden. Fallen heute für einen Haushalt im Schnitt jährlich 4650 Euro an Energiekosten an, werden es im Jahr 2045 schon 6450 Euro sein Wer sich weiterhin auf fossile Energie verlasse, muss langfristig mit steigenden Kosten rechnen, wurde klar gemacht.

Drei Fragen standen im Mittelpunkt des Abends: Was ist die kommunale Wärmeplanung? Antwort: Ein Prozess zur Planung der Wärmeversorgung von morgen in der Kommune, von der Bestandsanalyse bis zur Maßnahmendefinition. Was bringt einem jeden die kommunale Wärmeplanung? Antwort: Klarheit darüber, ob ein Wärmenetz oder eine individuelle Heizlösung in der Siedlung vorgesehen ist. Was sollte ein jeder selbst tun? Antwort: Prüfen, ob und wo Sanierung am Haus sinnvoll ist, dies gegebenenfalls mit Energieberater oder lokalem Handwerker.

Beispiele bei Klimarundgängen aufgezeigt

Die kWP besteht aus vier Phasen, die aufeinander aufbauen. Aus der Bestandsanalyse, der Potenzialanalyse mit der Ermittlung von Energieeinsparungspotenzialen, dem Zielszenario mit der Festlegung eines Zieljahres und der Wärmewendestrategie mit der Definition des weiteren strategischen Vorgehens. Die kWP soll die Planung neuer Wärmenetze ermöglichen. Dabei ist sie aber keine individuelle Objektplanung, sondern ein gesamtheitliches Konzept, bei dem die Wärmeversorgung der Verbandsgemeinde entwickelt wird. Für die Bevölkerung soll das mehr Transparenz und Orientierung hinsichtlich künftiger Entwicklungen im eigenen Wohnumfeld schaffen. Ziel soll die Wärmewende sein, also die Umstellung der Wärmeversorgung von fossilen auf umweltfreundliche Energiequellen, wie Wind und Sonnenenergie.

Im Anschluss an die Versammlung fanden an zwei Objekten Klimaschutzrundgänge statt. An einem Gebäude am Quodbach mit rund 600 Quadratmetern Wohnfläche, verteilt auf sieben Wohneinheiten, erklärte Sven Dausch, Geschäftsführer des städtischen Gasversorgers Trifels Gas GmbH, etwa die dort praktizierte Hybridlösung, sprich das Zusammenspiel von Gastherme und Wärmepumpe. Das Haus verfügt über ein starkes Mauerwerk mit Vollwärmeschutz, so dass gerade im unteren Stockwerk kaum Wärmebedarf besteht. Auch ist der Kellerboden hier voll gedämmt.

Info

Weitere Antworten gibt es auf der Homepage der VG Annweiler unter www.vg-annweiler.de, Ansprechpartnerin ist Patrycja Katscher, Telefon 06346 301-138, E-Mail: pkatscher@annweiler.rlp.de.

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