Landau RHEINPFALZ Plus Artikel In Wollmesheimer Straße besser zurecht kommen

Auch die Kreuzung an der Berwartsteinstraße wird erneuert. Linksabbieger müssten schon jetzt Rücksicht auf andere Verkehrsteilne
Auch die Kreuzung an der Berwartsteinstraße wird erneuert. Linksabbieger müssten schon jetzt Rücksicht auf andere Verkehrsteilnehmer nehmen, sagte Lukas Hartmann auf die Frage aus der Runde, wie Autofahrer künftig voran kommen sollten.

Das Bauamt hat seine Pläne zur Neugestaltung der Wollmesheimer Straße konkretisiert. Eines ist dabei auch deutlich geworden: Es können nicht alle Probleme gelöst werden, und es wird weiterhin Staus geben.

Wenn Verkehrsthemen auf der Tagesordnung stehen, kann sich die Verwaltung einer hohen Aufmerksamkeit sicher sein. Denn beim Autoverkehr ist jeder ein Experte, jeder kann mitreden und jeder hat eine Meinung dazu. So entfachte sich auch im jüngsten Bauausschuss recht schnell eine Diskussion zur Neugestaltung der Wollmesheimer Straße, die in groben Zügen schon im Mai vorgestellt worden ist.

Nun hat sich die Verwaltung festgelegt, wie der Verkehrsraum aufgeteilt werden soll. Stadtbaudirektor Christoph Kamplade baute angesichts zu erwartender Kritik schon einmal vor: „Es gibt zwei Anbindungen an der Wollmesheimer Straße ins neue Wohngebiet. Beide Knoten werden keine gute oder sehr gute Verkehrsqualität haben.“ Dafür sei die Straße zu hoch frequentiert. Das Nadelöhr sei die Schlösselkreuzung, die in Stoßzeiten bereits überlastet ist.

Einfallstor zur Stadt

Kamplade erläuterte, dass Experten die Verkehrsqualität einer Verbindung kategorisieren. „Bis D, sagen die Fachleute, funktioniert der Verkehr.“ Zum Vergleich nannte Kamplade das Wohngebiet Quartier Vauban, dessen Anbindung an die Weißenburger Straße Qualität D attestiert worden sei. Die Kreuzung an der Berwartsteinstraße habe ebenfalls Stufe D, während der zweite Knoten ins neue Quartier unter C, also besser, abgespeichert sei.

Die Wollmesheimer Straße ist das westliche Einfallstor zur Stadt und verleitet Autofahrer zu Geschwindigkeitsübertretungen. Die Verwaltung erklärt sich das mit dem Charakter der Straße, die eher wie eine Landstraße anmute denn eine innerörtliche Verbindung. Allerdings gilt bis zum Stadtausgang am neuen Wasgau-Markt Tempo 50. „Die Strecke verführt zum Schnellfahren, auch weil sie deutlich breiter ist als andere Straßen“, fasst Kamplade zusammen. Deshalb gilt für die Straßenplaner: „So ziemlich alles ist neu anzulegen.“ Der Umbau beginnt am Friedhof.

Viele neue Bäume

Auch die Kreuzung am Wasgau soll neu gemacht werden. Dazu möchte die Stadt viele Straßenbäume pflanzen; sie spricht von „umfangreichen Neupflanzungen“. Das sorge für eine optische Einengung des Straßenraumprofiles und damit zu einer Verlangsamung des Verkehrs, außerdem für ein besseres Kleinklima.

Die Fahrbahnen werden enger, die Bürgersteige breiter, damit auch Radfahrer besser zu ihrem Recht kommen. Die Straße wird auf die Begegnung Bus/Bus ausgelegt und eine Breite von 6,50 Meter haben, also einen Meter weniger als jetzt. Die Radwege sollen durch Hochborde abgetrennt werden, zwei Meter breit sein und einen Sicherheitstrennstreifen von 50 Zentimetern haben. Für die Gehwege fallen zwei Meter ab, an den Bushaltestellen sind sie etwas breiter.

Fußgängerampeln?

Kontrovers diskutiert wird die Überquerbarkeit der Wollmesheimer Straße, die derzeit nur zwei Fußgängerinseln hat. In der Vorlage der Stadt ist von „zahlreichen Überquerungshilfen“ künftig die Rede. Im Ausschuss sprach Kamplade von mindestens sechs, eventuell acht Querungshilfen. „Wo erforderlich, können Fußgängerampeln installiert werden. Falls notwendig, ist auch die komplette Signalisierung der neuen Kreuzung Berwartsteinstraße möglich“, heißt es in der Vorlage, gemeint sind Ampeln. Die Mittelinseln werden laut Kamplade deutlich breiter sein als die heutigen. Der Radweg stadtauswärts werde so geplant, dass er am Wasgau vorbeiführe, dort, wo heute noch Gras sei. Das müsse dann später ausgebaut werden.

Beigeordneter Lukas Hartmann betonte, die Bushaltestellen sollten fertig sein, noch bevor Spatenstiche im Quartier gefeiert würden, und dann Verbindungen im 15-Minuten-Takt in die Stadt führen.

Verkehr soll fließen

In der Diskussion ging es hauptsächlich um die Frage, wie der Verkehr entzerrt werden kann, wie es im Berufsverkehr laufen soll. Einige Ausschussmitglieder prophezeiten Staus, große Unzufriedenheit und Probleme. Laut Kamplade wird der Knoten am Schlössel der Knackpunkt bleiben, aber Untersuchungen hätten gezeigt, dass eine schmalere Straße, die nicht so schnell zu befahren sei, mehr Verkehr aufnehmen könne als eine Stadtstraße. „Bei Tempo 30 können Sie doppelt so viele Autos abfließen lassen, wegen des durchgehenden Tempos und nicht des ständigen Auffahrens und wieder Abbremsens. So verrückt oder unlogisch das im ersten Moment klingt.“ In der Wollmesheimer Straße werde es keine Tempo-Reduzierung geben, aber einen fließenden Verkehr. „Ich fahre in einen zähfließenden Verkehr leichter ein als wenn Autos schnell fahren.“

Peter Lerch fragte, wie bei sechs bis acht Querungen ein flüssiger Verkehr gewährleistet werden solle. Kamplades Antwort: Es sei nichts geplant, was Autofahrer behindere. „Er kann Fußgänger passieren lassen, muss es aber nicht.“

Durchfahrt verboten

Einzig Carsten Triebel (FDP) lobte die Planung und die Trennung der Verkehrswege. Und Bernd Löffel (CDU) rief alle Kritiker auf den Boden der Realität zurück: „Wer A sagt, muss auch B sagen. Wir haben das alles kommen sehen. B ist eben nicht B, wie wir uns das wünschen. B ist die Realität. “

Lösungen wird es nach Worten von Lukas Hartmann auch für das Wohngebiet Wollmesheimer Höhe/Südwest geben, das von vielen als Abkürzung Richtung B10 missbraucht wird: „Poller, modale Filter, Einbahnstraßen. Wenn Sie das wollen. Wir werden Vorschläge vorlegen.“ Für den Grünen liegt die Lösung in der Wollmesheimer Straße auf der Hand: Weniger Autos und Alternativen schaffen.

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