Landau
Funpark zieht in den ehemaligen Club Jeanne d’Arc
Es tut sich was: In den Räumen der ehemaligen Diskothek Jeanne d’Arc im Queichheimer Gewerbepark tummeln sich Handwerker. Sie hämmern, schrauben, bohren. Das Gebäude wird aktuell entkernt. Schon bald wird dort nichts mehr an den Club erinnern, der seine Türen im Sommer 2023 für immer schloss. Die für die Diskothek verantwortliche Weber&Felix GmbH stellte damals einen Insolvenzantrag. Den Betreibern, darunter Hauptgesellschafter Gerd Weber, war die Luft ausgegangen: Das Jeanne d’Arc lockte kaum noch Gäste an, die Verantwortlichen waren erfolglos und zahlungsunfähig. Seit August vergangenen Jahres herrscht deshalb Ruhe auf den Dancefloors. Und auch in Zukunft wird dort niemand mehr tanzen. Marcel Sponheimer, Gesellschafter und Sprecher der Albert-Einstein 8 Projekt GmbH & Co KG, der Eigentümerin des Gebäudekomplexes, in dem neben dem Club auch der Landauer Funpark untergebracht ist, berichtet von neuen Plänen: Letzterer, also der Funpark, soll um mehrere Attraktionen reicher werden. „Wir erweitern das Angebot, indem wir die ehemalige Diskothek umnutzen. So können wir den Gästen des Funkparks noch mehr Spaß und Action unter einem Dach bieten“, erklärt der Hauensteiner.
Duckpin-Bowling und Salzspielplatz
Neuer Mieter der noch leerstehenden Räume ist Kevin Kardol. Kein Unbekannter. Mit der Gate 99 GmbH betreibt der Gesellschafter Freizeitanlagen an elf Standorten. Unter anderem in Mannheim, Kaiserslautern und Frankenthal. Das Unternehmen selbst bezeichnet sich auf seiner Homepage als größte Indoor-Freizeit-Gruppe in der Region. Und als solche ist sie bereits auch im Landauer Funpark vertreten: Sie ist für die Trampolinhalle und die Escaperooms zuständig. Ab September dann eben auch für die neue Duckpin-Bowling-Bahn und den Indoor-Kinderspielplatz Salzmond. Beide sind gerade am Entstehen. Und Kardol bringt damit gleich zwei Trends nach Landau.
Kleine Kegel, kleine Kugeln
In den Großstädten kennen die meisten Duckpin-Bowling bereits. Es handelt sich dabei um eine Abwandlung des üblichen Zehn-Kegel-Bowlings. Pins und Kugeln sind wesentlich kleiner, die typischen Fingerlöcher in den Bällen fehlen und auf spezielle Bowling-Schuhe wird verzichtet. Zwar sind die Duckpins, also die Kegel, auf die gleiche Weise angeordnet wie beim traditionellen Bowling, ihre kleine Größe, der Abstand zwischen ihnen und der kleinere Ball machen es aber zu einer Herausforderung, einen größeren Treffer zu erzielen. Auch die Regeln sind beim Duckpin-Spiel etwas anders. „Hier steht nicht der Sport, sondern allein der Spaß im Vordergrund“, erklärt Sponheimer. Geplant sei außerdem eine zusätzliche Bahn, bei der die Kugeln mit dem Fuß abgestoßen werden müssen. Eine Fußball-Bowling-Bahn sozusagen. Als Konkurrenz zum benachbarten Landauer Bowlingcenter sieht Sponheimer die neue Bahn im Funpark nicht, wie er sagt. Weil Duckpin-Bowling eben einen ganz anderen Charakter habe.
Erlebnis für Jung und Alt
Nun mag dieses Spiel aktuell im Trend sein, neu ist es allerdings nicht. Duckpin-Bowling gibt es schon seit etwa 100 Jahren. Vor allem in den USA existiert ein großes Netzwerk von Duckpin-Bowling-Spielern, die sich aneinander messen. In Deutschland hält Duckpin-Bowling seit ein paar Jahren vor allem Einzug in die Unterhaltungs- und Gastronomiebetriebe. Auch, weil die Bahn wesentlich kompakter und damit einfach in Räume zu integrieren ist. Das Spiel sei ein Erlebnis für Jung und Alt gleichermaßen, es sei für jedermann leicht zugänglich und passe deshalb prima zum Konzept des Funkparks, zählt Sponheimer auf. Um den Spaßfaktor weiter zu erhöhen, wird das Angebot laut dem Gesellschafter noch um einige Billardtische und KI-Dart-Spiele ergänzt. „Das ist viel Neues auf insgesamt 1200 Quadratmetern auf einmal“, freut er sich.
Spielen im Salz
Komplett macht das Ganze der geplante Indoor-Spielplatz Salzmond, dessen Name Programm ist: ein Raum voller Salz zum Spielen. Oder anders formuliert: ein riesiger Sandkasten ohne Sand, dafür mit Salz. Hier sollen Kinder und Jugendliche, aber auch Erwachsene gesund durchatmen können, wie Sponheimer erklärt. Ähnlich wie in Salzgrotten. Also inhalieren und auch noch Spaß dabei haben. So jedenfalls lautet das Konzept des Salzspielplatzes. In Frankenthal betreibt die Gate-99-Gruppe bereits einen Salzmond. Jetzt soll es einen weiteren in Landau geben. Großstädte wie Berlin haben es vorgemacht. Ihre Anbieter versprechen positive Auswirkungen auf Schleimhäute und Atemwege. Wissenschaftlich belegt ist der Nutzen von Salzspielplätzen aber nicht.
Eröffnung im September geplant
Gestalterisch setzt die Firma Gate 99 in Frankenthal auf das Thema Mond. Bauklötze, Bagger, Rutschen und Spielkisten befinden sich in einer fiktiven Mondlandschaft im 22 Grad warmen Raum. So ähnlich soll der Spielplatz dann auch in Landau aussehen, berichtet Sponheimer. Um das Salz auf dem Boden nicht zu verfärben, müssen alle Gäste weiße Socken tragen. Schuhe sind tabu. Ansonsten kann dort ganz normal gespielt werden, wie die Salzmond-Homepage informiert. Verwendet wird laut dieser übrigens ausschließlich Markensalz in Lebensmittelqualität. Zusätzlich erfolgt eine Verneblung von Trockensalz und natürlicher Salzsole im Raum. Dafür würden medizinische Geräte verwendet, die seit 25 Jahren in der Atemwegsmedizin eingesetzt werden. Die Sole-Dosierung liege dabei unter fünf Prozent, heißt es. „Wer also gesunde Luft einatmen möchte, kann künftig zu uns kommen, anstatt extra dafür ans Meer zu fahren“, sagt Sponheimer. Im September soll die Eröffnung gefeiert werden.