Landau RHEINPFALZ Plus Artikel Frequenz in der Fußgängerzone: Leerstände bereiten vielen Sorge

In der Gerberstraße gibt es zurzeit mehrere Leerstände.
In der Gerberstraße gibt es zurzeit mehrere Leerstände.

Vielen Südpfälzern fällt auf, dass gefühlt immer mehr Ladengeschäfte in der Landauer Innenstadt leerstehen – trotz über fünf Millionen Besuchern innerhalb eines Jahres.

Onlinehandel, Inflation, Konsumverhalten – nicht erst seit Kurzem stehen deutsche Innenstädte unter Druck. Der Zusammenbruch von Kaufhof und Karstadt ist zum Symbol geworden für den teilweise sichtbaren Niedergang der Fußgängerzonen als Einkaufsmeilen. In Landau ist das auf den ersten Blick nicht anders. Nicht nur das Stammtischgespräch über das Zentrum der Stadt führt recht schnell zum Thema Leerstände – vor allem in der Gerberstraße. Vielen Menschen bereitet das zumindest gefühlte Aussterben der Innenstadt Sorge.

Diese Entwicklung beschäftigt auch die Landauer Stadtverwaltung. Um belastbare Informationen über die Lage in der Innenstadt zu gewinnen, um damit auch Strategien zur Attraktivierung der Fußgängerzone entwickeln zu können, wird seit zwei Jahren an zwei Stellen elektronisch die Frequenz von Besuchern ermittelt: in der oberen Marktstraße und in der Gerberstraße. Das jüngste Messergebnis wurde in der jüngsten Sitzung des Hauptausschusses der Öffentlichkeit präsentiert.

Amazon-Pakete werden immer mehr

Demnach wurden innerhalb eines Jahres insgesamt über fünf Millionen Besucher gezählt – trotz der Arbeiten in der Waffenstraße und des Umbaus des dortigen Parkhauses, wie Wirtschaftsförderer Martin Messemer betonte. Er erklärte aber auch, dass die reine Zahl noch nichts darüber aussage, wie es den Geschäften in der Innenstadt gehe. „Nehmen wir an, ich hänge einen Messapparat neben den Haupteingang des Speyerer Doms, dann habe ich zwar tolle Zahlen, aber ob jemand in der Innenstadt einkauft, ist damit nicht gesagt“, so Messemer. Es müssten schlichtweg noch weitere Jahre Daten erhoben werden, um sinnvolle Schlüsse ziehen zu können für Landau.

Der Wirtschaftsfachmann der Stadt betonte, Landau könne sicher etwas dafür tun, um dem Handel in der Innenstadt zu helfen, die Kommune könne aber nicht den allgemeinen Strukturwandel aufhalten. „Wenn wir die Amazon-Pakete, die täglich allein in der Innenstadt ausgeliefert werden, auf dem Rathausplatz auf einen Haufen werfen würden, wäre der wohl höher als der Reiter.“ Zwar seien nach wie vor viele Menschen in der Stadt unterwegs, aber diese gingen nicht automatisch in die Geschäfte, um dort einzukaufen.

Besucherfrequenz geht leicht zurück

Messer räumte ein, dass es in der Gerberstraße vermehrt Leerstände gebe, das habe es in den vergangenen Jahren nicht so gegeben. Ob das mit den vielen Baustellen der vergangenen Jahre, etwa wegen des Umbaus der Königstraße, zu tun habe, lasse sich nicht eindeutig sagen. Auch die Besucherfrequenz habe leicht nachgelassen. Aber es gebe auch Hoffnungszeichen. So seien gerade mehrere Neubelegungen von leerstehenden Ladengeschäften im Gange, so Messemer.

Auch dieses Geschäfte in der Gerberstraße steht leer.
Auch dieses Geschäfte in der Gerberstraße steht leer.
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