Landau
Für Restaurierung des Glockenturms fehlt das Geld
Am Rande des Sportfeldes und Pausenhofs des Max-Slevogt-Gymnasiums in der Hindenburgstraße steht das Glockentürmchen, das eigentlich auf dem Sockel über dem alten Haupteingang zum Gebäude thronen sollte. Hat die Stadtverwaltung das gute Stück vergessen?
Eine Plane flattert um die historische Dachhaube, die nur notdürftig abgedeckt und damit Wind und Wetter ausgesetzt ist. Zumindest schützt ein Bauzaun vor direkt Ballschüssen. Im Oktober 2019 wurde der 142 Jahre alte Glockenturm des MSG vom Dach auf den Schulhof gehoben. Damals hieß es, die hölzernen Stützbalken seien von einem Schädling befallen und müssten restauriert werden. Das Gebäudemanagement der Stadt (GML) rechnete mit Kosten von bis zu 100.000 Euro. Wie lange die Restaurierung dauern werde, sei noch unklar, war die Information vor dreieinhalb Jahren.
Hohe Kosten
Er sollte entweder in einer Werkstatt oder im hinteren Bereich des Schulgeländes restauriert werden. Was ist aus den Plänen geworden? Es ist wohl alles nicht so einfach, schließen wir aus der Antwort der Pressestelle im Rathaus. Ja, der Turm solle wieder an seinen angestammten Platz auf das Dach des MSG zurück. Pressesprecherin Sandra Diehl verweist auf den Fachkräftemangel und die hohen Kosten. Deshalb stehe das Teil auf dem MSG-Gelände bereits länger herum. Der Turm werde aber regelmäßig begutachtet und solle jetzt im Frühjahr erneut diffusionsoffen eingehaust werden, sodass das Holz atmen könne, aber dennoch vor Witterungseinflüssen geschützt sei.
„Unser GML ist sich seiner Verpflichtung bewusst und versucht dieser im Rahmen der vorgegebenen Prioritäten gerecht zu werden.“ Wegen der Haushaltskonsolidierung sei die Sanierung verschoben worden. Doch wenn es die Haushaltslage zulasse, würde die Verwaltung den Glockenturm zur 750-Jahr-Feier im nächsten Jahr gerne wieder an seinem Platz haben.
Enge und Taubendreck
Als Holzschutz-Sachverständiger war damals Ludwig Schultz gebeten worden, ein Gutachten zu erstatten, wie aus dem Archiv hervorgeht. Der Zimmermeister und Restaurator hatte erläutert, dass die Arbeiten auf dem Dach nicht möglich seien, im Turm sei es viel zu eng. Der Taubendreck war ein weiteres Argument dagegen. Der Plan war, am Boden zu untersuchen, was ersetzt werden muss. Sollte aber recht viel ausgetauscht werden müssen, dann sollte das in einer Werkstatt geschehen. Zu den Erkenntnissen diesbezüglich hat sich die Stadt nicht geäußert.