Landau Erfolgreich auf Emmas Spuren

Placeholder-Image

Unsere Leserinnen und Leser sind auf Zack! Ein gutes Dutzend hat in der Redaktion angerufen und uns wertvolle Hinweise gegeben. Hatten wir doch am Mittwoch dazu aufgerufen, einer Französin, die Mitte der 1950er-Jahre als Tochter eines Offiziers in Landau wohnte, bei der Suche nach der früheren Haushaltshilfe ihrer Eltern, der damals 19-jährigen Emma, zu helfen.

Eines vorweg: Leider ist Emma, geborene Henky aus Göcklingen, bereits vor einigen Jahren verstorben. Ebenso wie ihr Ehemann und ihr Sohn. Sie hatte einen Bergmann geheiratet, wohnte zuletzt im Saarland und habe manchen Schicksalsschlag verwinden müssen, wie uns ihre Nichte Brigitte Mauritz am Telefon erzählte. Doch der Reihe nach: Nur zwei Anhaltspunkte hatte uns Madame Langeo aus Sarzeau in der Bretagne in ihrem brieflichen Hilferuf geben können: Emmas Mutter war Hebamme und ihre Schwester hat einen französischen Militärangehörigen geheiratet. Wie berichtet, hatte das Stöbern der RHEINPFALZ in alten Adressverzeichnissen keine brauchbaren Hinweise ergeben. Doch siehe da: Die vielen Anrufe haben uns deutlich gemacht, dass unsere Leserinnen und Leser nicht nur aufmerksam das tägliche Geschehen verfolgen, sondern auch die Vergangenheit im Blick haben. Auf die heiße Spur gebracht hat uns am Mittwochfrüh gleich unsere allererste Anruferin, die 77-jährige Hedwig Wüst aus Göcklingen. Sie habe den Artikel gelesen und gedacht: „Das passt doch alles zusammen.“ Denn es habe seinerzeit in Göcklingen eine Hebamme namens Christine Henky gegeben und die habe eine Tochter namens Emma gehabt, eine weitere Tochter habe einen Franzosen geheiratet. „Damals haben viele Mädels aus unserem Ort in französischen Haushalten in Landau gearbeitet“, erinnerte sich die 77-Jährige. Auch unser Leser Alwin Bengert aus Göcklingen rief an: „Drei Punkte fielen mir auf“, so der 84-Jährige: „Der Name Emma, die Mutter als Hebamme und die mit einem Franzosen verheiratete Schwester.“ Weitere Anrufer gaben uns die Namen von Hebammen, die damals in der Region praktizierten, rieten uns, mal in alten kirchlichen Taufregistern zu blättern oder gaben uns Tipps zu entsprechenden Internetseiten. Bei allen bedanken wir uns herzlich. Dank eines freundlichen Göcklingers erhielten wir sogar die Telefonnummer von Emmas Nichte Brigitte Mauritz, die uns erlaubt hat, an dieser Stelle ein wenig aus Emma Leben zu berichten. Die Nichte ist in Göcklingen aufgewachsen und kann sich noch gut an ihre „Tante Emmi“ erinnern. „Ich war damals ein kleines Mädchen“, erzählte sie, „wenn Tante Emmi von der Arbeit heimkam, hat sie oft mit mir Schlager geträllert, von Caterina Valente und Silvio Franceso“ – so hießen die Schlagergrößen in den 1950er-Jahren. Bedauerlicherweise, so Brigitte Mauritz, sei vor wenigen Tagen auch die in Paris lebende Schwester Emmis, „Tante Anni“, gestorben. Unseren „Mittelsmann“, den französischen General Jean-Louis Brette, haben wir telefonisch gebeten, Madame Langeo, von der wir keine Telefonnummer haben, das Resultat unserer Recherchen zu übermitteln. Monsieur zeigte sich sehr angetan von den findigen Südpfalz-Detektiven und konnte es erst gar nicht fassen, dass sich unsere Zeitung tatsächlich die Mühe gemacht hat, sich Emmas Geschichte anzunehmen. „C’est merveilleux“, fand der General – das ist wunderbar. (ovi)

x