Landau Er ist dann mal weg

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Am 17. Juli ging’s los: Nun wandert Dominik Albrech auf dem Jakobsweg von Köln nach Santiago de Compostela in Spanien. Die Strecke ist rund 3200 Kilometer lang. Sein Ziel möchte der 29-Jährige nach 100 Tagen Ende Oktober erreichen, indem er rund 32 Kilometer am Tag zurücklegt. Er hofft, dass pro Kilometer mindestens ein Euro gespendet wird und so über 3200 Euro zusammenkommen. „Wenn diese Summe am Ende meiner Reise erreicht ist, dann erhöhe ich den Spendenbetrag um 800 Euro aus eigener Tasche“, sagt Albrech. Von Köln marschierte er über Bingen und Worms in die Pfalz. Heute Abend will er in Landau ankommen. Dann hat er bereits die ersten 403,5 Kilometer geschafft. Bei seinem Bruder, der seit vier Jahren in Landau lebt, möchte er einen Tag pausieren. „Landau ist schön“, sagt er. Er könne sich sogar vorstellen, hier zu leben. Albrech wurde im Saarland geboren und lebt in Köln. Nach einem Dualen Studium der Wirtschaftsinformatik und einem Master in Business Consulting hatte er einen sicheren und gut bezahlten Job bei einem internationalen IT-Konzern. Dennoch war er mit seinem Leben nicht zufrieden. Er fasste den Entschluss, einen neuen Weg einzuschlagen. Zunächst ist das der Jakobsweg. Auf diesem möchte er seinem Leben einen tieferen Sinn geben. „Etwas für den guten Zweck, für andere tun – das gibt mir ein gutes Gefühl, das hatte ich in meinem Job nicht.“ Vor allem Kinder und Tiere liegen ihm am Herzen. Deshalb hat er sich folgende Organisationen ausgesucht, die Spenden zu gleichen Teilen erhalten sollen: „Lauf gegen Leiden“ für den Erdlingshof, Kinderhospiz Regenbogenland, Albert-Schweitzer-Stiftung, High Five und Schüler für Tiere. Auch ein Teil des Erlöses aus dem Kaffee- und Kuchenverkauf beim veganen Kaffeeklatsch am Samstag im Eckhaus des Hauses Südstern in Landau erhält Albrech für sein Spendenprojekt. Wer möchte, kann ihn heute beim Veganen Stammtisch im Kaffeehaus Akzent um 19 Uhr treffen. „Ich habe ein Paar Schuhe zu meinem Bruder vorausgeschickt.“ Er will nicht immer in denselben Tretern laufen. Mit drei Paar festen Schuhen hat er sich präpariert. „Bisher hatte ich drei Blasen“, sagt der junge Mann. Er hat einen großen Rucksack, in dem sich seine Kleidung befindet – drei Garnituren Unterwäsche, fünf Oberteile, zwei Jacken, zwei Hosen, ein Paar Flipflops. Außerdem hat er ein bisschen Technik dabei, um ins Internet zu kommen, und einen Schlafsack sowie eine Isomatte. Gesamtgewicht: 7,5 Kilo. Mit Flüssigem – „ich starte jeden Tag mit mindestens zwei Litern Wasser“ – und Essen kämen leicht zehn Kilo zusammen. Seine Verpflegung, vor allem Gemüse und Obst – Albrech ist seit 2013 aus ethischen Gründen Veganer – kauft er im Supermarkt. Er ist sehr sportlich: „Ich mache Triathlon, laufe viel und bewege mich gerne.“ Dennoch geht die ungewohnte Belastung nicht spurlos an ihm vorüber. „Ich hatte Muskelkater in den Füßen, und abends ist mein Nacken durch den schweren Rucksack häufig verspannt.“ Aufgrund der Hitze sei das Wandern sehr anstrengend. „Ich bin aber viel in Waldstücken unterwegs, wo es schattig und die Hitze erträglich ist.“ Außerdem hat er Sonnencreme und Hut im Gepäck. Den Jakobsweg hat er ausgewählt, weil sich dieser für sein Vorhaben – Gutes zu tun – eigne und es an der Strecke Pensionen und Herbergen gebe. Dadurch brauche er kein Zelt mit sich herumzuschleppen. Bisher hat er sowohl mithilfe von Couchsurfing eine nächtliche Bleibe gefunden als auch in Pensionen und Jugendherbergen. Dort reinigt er auch seine Wäsche – meistens mit der Hand. Er stehe in der Regel um 6.30 Uhr auf, dann frühstücke er und starte so gegen 8 Uhr. Bevor’s losgeht, kaufe er sich unterwegs oft noch einen Kaffee beim Bäcker. Etwa alle zwei Stunden mache er eine 15- bis 30-minütige Erholungspause. „In diesem Rhythmus geht es weiter, bis ich abends in meiner Unterkunft eintreffe.“ Dann gibt’s Abendessen. Anschließend surfe er noch etwas im Internet und schreibe Tagebuch, bevor er sich recht früh schlafen lege. Seit März hat der 29-Jährige die Wanderung geplant. Er griff auf Reiseführer zurück, missachtete jedoch die Tourenvorschläge. Häufig habe er zwei Strecken in einen Tag gepackt, um schneller voranzukommen. Er ist die meiste Zeit allein unterwegs. „Meine Tage sind von Einsamkeit bestimmt.“ Auf die Dauer finde er das anstrengend. Dennoch habe die Isolation auch etwas Gutes. Sie gebe ihm die Gelegenheit, über vieles nachzudenken und Entscheidungen zu treffen – zum Beispiel, wie er nach dem Erreichen seines Ziels sein Leben gestalten wird. INFO —Anmeldung zum Veggie-Stammtisch heute, 19 Uhr, im Kaffeehaus Akzent in Landau wegen der Reservierung entweder dort unter Telefon 06341 557495 oder per E-Mail an bachelorette777@web.de. —Spenden unter: www.domibility.de.

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