Landau Die Großen und die Kleinen im Fokus
Er fotografierte Konrad Adenauer und Charles de Gaulle bei ihrer ersten Begegnung in Bad Kreuznach, er lichtete Bundespräsident Theodor Heuss am Weintor in Schweigen ab und war in Koblenz beim Deutschland-Besuch der britischen Königin Elisabeth II. dabei. Fritz Merz, ehemaliger RHEINPFALZ-Fotograf, ist im Alter von 85 Jahren gestorben.
In seiner Zeit als Bildreporter des damals noch selbstständigen „Pfälzer Tageblatts“ machte Fritz Merz Fotos von Sportgrößen wie Fritz Walter, Emil Zatopek und Wilfried Dietrich. Mehr als eine Million Mal hat er nach eigener Berechnung während seines Berufslebens auf den Auslöser seiner Kamera gedrückt. In jedem südpfälzischen Dorf hat Merz für das „Tageblatt“ (1951-1971) und die RHEINPFALZ (1971-1975) Fotos gemacht. Danach arbeitete er bei der Stadt Landau im Archiv und im Verkehrsamt. Anfangs fuhr der „Merze Fritz“, wie er allgemein genannt wurde, auf dem Motorrad zu seinen Terminen. Er entwickelte nach der Rückkehr in die Redaktion seine Filme, machte Vergrößerungen und stellte in der Säureküche der Chemiegrafie die Klischees für den Druck selbst her. Er war Zeitzeuge der Südpfalz und deren Chronist. Eine Auswahl seiner Fotos wurde 1981, 1985 und 1991 in drei Bänden mit dem Titel „Südpfalz gestern“ veröffentlicht. Zu den bevorzugten Motiven von Merz gehörten die Menschen in seiner Heimat. Er hatte aber auch einen Blick für Dinge am Rande. Der Mann, der mit Leib und Seele Fotograf war, hat auf unveränderbare Weise etwas für das Jetzt und die Zeit danach festgehalten. Ein Foto vom 24. Januar 1968 ist für Landau von historischem Wert: Es zeigt den berühmten Dirigenten Herbert von Karajan in Begleitung des Landauer Kulturamtsleiters Max Krämer auf dem Fußmarsch vom Hauptbahnhof zum Hotel Körber. Merz hat sein Handwerk bei Lorch in Landau gelernt. Danach arbeitete er als Fotografengehilfe, ehe er sich 1951 beim „Pfälzer Tageblatt“ bewarb. 1967 beteiligte er sich am weltweit ausgeschriebenen Fotografen-Wettbewerb „World Press Photo“. 3200 Bilder wurden eingesandt, 122 fanden den Weg in einen Bildband, darunter das Foto „Die Zeitreisenden“ von Merz. Sein langjähriger Weggefährte, der ehemalige RHEINPFALZ-Redakteur Herbert Dähling, hat in einem der genannten Bildbände beschrieben, welche Voraussetzungen die Bilder des Pressefotografen erfüllen mussten. Es mussten Zeitdokumente sein, die etwas Gültiges aussagen über ihre jeweilige Epoche. Bilder, auf denen etwas geschieht. Aufnahmen, die fotografisch gut gesehen sind. Fritz Merz wurde diesen Ansprüchen immer gerecht. Die Trauerfeier ist am Montag, 23. Januar, um 15.15 Uhr in der Friedhofshalle Landau.