Landau RHEINPFALZ Plus Artikel Die Angebote für die Jugend brechen weg

Und wieder fällt der letzte Vorhang bei einer Institution.
Und wieder fällt der letzte Vorhang bei einer Institution.

Nun ist die nächste Bar in Landau Geschichte. Die Innenstadt wird kneipenfrei. Dabei war das Lemon super. Also, manchmal.

Die Erinnerung an Besuche in der Landauer Gaststätte sind oft verschwommen: In Studienzeiten war die Bar (und der Vorgänger Green) im Englischen Garten immer der erste Anlaufpunkt vor einem Besuch des Clubs Logo. Als das Vorglühen in Mode kam, nahmen viele gerne das Angebot der Cocktail-Happy-Hour an. Einen heben, dazu noch ein Schnitzel, einen Burger oder etwas anderes mit Fett und vielen Kalorien. Dann noch einen heben. Was, die Cocktail-Happy-Hour endet schon? Noch schnell zwei nachbestellen, der Sicherheit halber. Es könnte ja plötzliche Nüchternheit drohen. Und dann ging man ins Logo feiern. Wenn man dort noch hinkam. Manche Cocktails hatten ordentlich Sprit intus.

Die leicht verdunkelte Erinnerung spuckt aber noch einen anderen Namen aus: Freiraum. Für die, die sich nicht erinnern: Das war ein weiterer Club direkt in der Nähe des Logo, zentraler am Obertorplatz gelegen. Der Freiraum hat aber schon grob zehn Jahre zu. In seinen Räumen hat nie etwas anderes geöffnet. Für ältere Semester könnte auch noch der Name „Mash“ eine Rolle spielen. Dieser Partyschuppen lag direkt am Englischen Garten, eine Treppe führt dort noch zum früheren Eingang. Auch dort wird wohl nie wieder ein Club öffnen. Man hätte ja ins Monokel ausweichen können, aber auch das ist Geschichte. Ein Trend verstärkt sich: In der Innenstadt wird’s zappenduster.

Zumindest für die jüngere Generation, die Landau gerne zum Feiern aufsucht. Was gibt’s noch in der Stadt selbst zum Tanzen? Außer dem Logo nichts mehr. Peter Karls Gloria-Kulturpalast zählt in dem Sinne nicht. Dort werden zwar oft Partys gefeiert, aber eben nicht an jedem Wochenende und auch schon unter der Woche. Am fernen Stadtrand steht noch das Jeanne d’Arc, und das war’s. Clubsterben? Hallo, ja. Anruf bei einer Studentin: „Wo geht ihr denn hin zum feiern?“ Antwort, nach ein paar Sekunden „ääääh“: „Logo, sonst gibt’s ja nichts mehr.“ Gut, ein paar Kneipen gibt’s noch in der City, ansonsten Weinstuben und Restaurants. Deren Zielgruppe bei Preisen von teilweise über fünf Euro für 0,2 Liter Wein? Nicht die jungen Leute.

Die Jugend und die Studenten müssen weichen. Das ist mehr als schade. Es ist ein massives Problem. Gut, dass Probleme lösbar sind. Vor allem im Sommer. Wenn wieder das Gemecker über Ruhestörung oder feierwütige Gruppen aus gewissen Parks kommt: Wo sollen die jungen Leute denn sonst hin? Wundert sich jemand darüber, dass sie sich eine Decke schnappen und sich dort hinsetzen, wo es schön ist? Die Jugend hilft sich selbst, weil sie keine Wahl hat.

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