Landau Bis heute alles Eigengewächse

91-94077482.jpg

Als im Jahre 1951 der Offenbacher Geflügelzuchtverein auf die Idee kam, einen Faschingsumzug mit Beteiligung der örtlichen Vereine auf die Beine zu stellen, ahnte niemand, dass sich daraus ein erfolgreicher Karnevalsverein namens Froschköpp entwickeln würde. Der erste Umzug war ein voller Erfolg und sozusagen der Startschuss für eine seit 66 Jahren andauernde Narrenzeit in der Queichtalgemeinde.

Bereits zum ersten Umzug wurde mit Raimund Damm als Prinz Ali I. und Dorle Seither, geborene Busch, als Prinzessin Rita I. ein Prinzenpaar auserkoren. Seit jenem Umzug hat die Karnevalsgesellschaft Offenbach, die daraus hervorging, vielen Menschen mit ihren Prunksitzungen, Bällen und Umzügen Freude bereit. Das herausragende Merkmal für die Froschköpp ist dabei, dass man weitgehend auf Eigengewächse setzt, die schon im Alter ab drei Jahren an den Verein herangeführt werden und in vielen Fällen lange aktiv sind. So schafft es die Karnevalsgesellschaft Offenbach (KGO) seit vielen Jahren, ein mehr als fünfstündiges Programm bei den Prunksitzungen zu präsentieren, das vollkommen ohne „eingekaufte Beiträge“ auskommt. Dieser Erfolg ist auch ein Ergebnis der großen Verbundenheit der Mitglieder zu ihrem Verein. Aber nicht nur die Mitglieder an sich, sondern auch ein Teil der ehemaligen Präsidenten des Vereins unterstützen ihn nach wie vor. Bernhard Garrecht, Präsident vor mehr als 30 Jahren, ist heute noch Sprecher der Löwenvereinigung der KGO, der die Mitglieder angehören, die für ihre langjährige aktive Mitarbeit in der KGO mit dem Löwenorden der Vereinigung ausgezeichnet wurden. Axel Schrader ist im Festausschuss für die Jubiläumsveranstaltung im Mai engagiert. Auch Reiner Gensheimer, der als Präsident im vergangenen Jahr nach zwölf erfolgreichen Jahren nicht mehr zur Wahl antrat, unterstützt die neue Vereinsspitze mit Rat und Tat. Der Start ins Jubiläumsjahr ist bereits geglückt. Mit Alexander I. und Nicole I. aus dem Weinhaus Benz in Essingen hat der neue Präsident Thomas Fecht ein Prinzenpaar gefunden, das die Froschköpp durchs Jubiläumsjahr führen wird. Nach einem gelungenen Eröffnungsball, „Kapp hängen“, Fasnacht ausgraben und der Rathausstürmung wurde der erste Jubiläumshöhepunkt bereits erfolgreich gemeistert. Im November und Dezember präsentierte die KGO Bilder, Kostüme, Orden und Reliquien aus 66 Jahren im Offenbacher Queichtalmuseum. Mehr als 600 Besucher fanden in den sechs Wochen ihren Weg in die Ausstellung. Viele der Ausstellungsstücke finden sich in der Jubiläumsfestschrift wieder, die mehr als 100 Seiten umfasst und auf dem Seniorennachmittag am Sonntag vorgestellt wurde. Im Februar startet die KGO mit der Saalfasnacht durch. Die drei Prunksitzungen in der Festhalle sind an den ersten drei Samstagen im Februar. Am Faschingssonntag kommt die Jugend mit Kinderfasching und Teenie-Disco-Party zum Zuge, ehe die große „Rockabilly Nation“-Rosenmontagsparty mit den „SmoKingZ“ die Festhalle in die Gründungsjahre der KGO zurückführen wird. Mit dem Kehraus und Fasching verbrennen bei den Freunden vom Datscha am Faschingsdienstag wird die Jubiläumskampagne zu Ende gehen. Das ist für die KGO aber kein Grund, das Feiern einzustellen: Am 6. Mai wird in der Festhalle ein großer Galaabend veranstaltet, an dem das närrische Jubiläum noch einmal kräftig gefeiert wird. Einen Wermutstropfen in der Feierlaune des neuen Präsidenten gibt es aber: Nach der Absage des Umzuges, der ja die Geburtsstunde der KGO markiert, im vergangenen Jahr, wird es auch im Jubiläumsjahr wegen Alkoholexzessen und strengen Sicherheitsrichtlinien keine Wiederauferstehung Veranstaltung geben. Für die Narren der Froschköpp ist das aber kein Grund, Trübsal zu blasen: Mit dem Streunertag am Faschingssamstag, an dem die Freunde und Mitglieder des Vereins gemeinsam im Ort von närrischer Station zu Station ziehen, wurde ein Weg zurück zu den kleinen aber feinen Anfängen des Umzuges und somit der Karnevalsgesellschaft Offenbach gefunden. |rhp

91-94077481.jpg
Mehr zum Thema
x