Landau Birkweiler Vorbild für Dammheim

Über eine geschützte Linksabbiegerspur ist beispielsweise Birkweiler an die B 10 angebunden.
Über eine geschützte Linksabbiegerspur ist beispielsweise Birkweiler an die B 10 angebunden.

Eine Lösung zum Anschluss von Dammheim und Bornheim an die B 272 liege nicht in einem Kreisel, wie die RHEINPFALZ am Donnerstag in der Überschrift des Berichts über den Vorstoß der CDU-Abgeordneten Christine Schneider suggeriert habe. Das betont Dammheims Ortsvorsteher Florian Maier (SPD). Einhellig favorisiert seien holländische Rampen. Doch das kann dauern – und ist auch noch nicht eingetütet. Auf Anfrage der RHEINPFALZ hat sich das Land nun geäußert, welche Lösung es kurzfristig zur Entschärfung der Auffahrt umsetzen möchte.

Favorit ist demnach eine „geschützte Linksabbiegespur“ – vergleichbar mit der B-10-Auffahrt bei Birkweiler. Das teilt das rheinland-pfälzische Verkehrsministerium mit. Der Zeitplan für eine Schnelllösung in Dammheim sieht nun so aus: Der Landesbetrieb Mobilität (LBM) in Speyer wird mit den Verantwortlichen vor Ort über die Birkweiler-Variante beraten. „Dabei gilt es zu beachten, dass hierdurch eine langfristige Lösung nicht verbaut wird“, heißt es. Baubeginn und Kosten für das Dammheim-Provisorium an der B 272 seien unklar. Eine Dauerlösung werde das Land noch erarbeiten. Dafür würden zunächst technisch machbare Varianten für eine höhenfreie Lösung – etwa eine holländische Rampe – untersucht. Dann werde geprüft, was letztlich für flüssigen Verkehr sorgen würde und wirtschaftlich am Sinnvollsten sei. Die betroffenen Gemeinden – das ist neben Dammheim auch Bornheim – würden in den Prozess einbezogen, betont das Land. Aber auch dafür gebe es noch keinen Zeitplan. Der LBM hatte zuletzt im September 2015 in einer Bürgerversammlung in Bornheim mehrere Varianten vorgestellt. Nachdem in einer vorhergehenden Infoveranstaltung in Dammheim noch ein Kreisel die meiste Zustimmung gefunden hatte, sprachen sich später die Bürger, der Ortsbeirat Dammheim und der Gemeinderat Bornheim für Variante H aus – eben die holländische Rampe. Dabei würde die Trasse der B 272 erhalten bleiben. Die Zu- und Abfahrt von der Bundesstraße würde über parallel verlaufende Fahrbahnen im Norden und Süden der B 272 geregelt, die durch eine Unterführung verbunden werden sollen. Die Zu- und Abfahrten würden in einer Senke gebaut, sodass auch dem Lärmschutz Rechnung getragen werde – so sahen es die damals vom LBM vorgestellten Pläne vor. Praktisch habe man sich die Variante H wie die Lösung bei Lustadt vorzustellen – mit dem Unterschied, dass dort die Ab- und Zufahrten in die Höhe gelegt worden seien und nicht, wie für Dammheim geplant, in die Tiefe. „Ein Kreisel würde an dieser Stelle zu hohen Rückstaus führen, was auch die Vertreter des Landesbetriebs Mobilität bestätigt haben“, schreibt Maier in einer Stellungnahme an die Redaktion. „Vor allem im Berufsverkehr kommt es schon heute oft zu langen Rückstaus an dieser Stelle, weil es bei einem hohen Verkehrsaufkommen nur sehr schwer möglich ist, auf die B 272 aufzufahren, um anschließend die A 65 zu erreichen“, beklagt Maier. Es sei weiter davon auszugehen, dass das Verkehrsaufkommen nach einer Fertigstellung der neuen Autobahnauffahrt stark zunehmen werde. Dammheim profitiere von seiner guten Verkehrsanbindung. Es dürfe aber nicht passieren, „dass wir durch die neue Autobahnabfahrt schlechter gestellt werden“. Auf Nachfrage räumt Maier jedoch ein, dass das Land bisher keine Entscheidung für die Rampen-Lösung getroffen habe. Er begrüßt aber alle Bemühungen, kurzfristig für eine Lösung zu sorgen. Dies könne aber nur eine Zwischenlösung sein und dürfe der Durchsetzung einer kompletten Neugestaltung der Auffahrt nicht im Wege stehen. Die Landtagsabgeordnete Christine Schneider (CDU) fordert eine schnelle Lösung und hat, wie berichtet, Gehör beim FDP-Verkehrsstaatssekretär Andy Becht gefunden. Das Ministerium werde das prüfen, wolle sich aber nicht die Möglichkeit nehmen lassen, die Strecke später vierspurig ausbauen zu lassen. Das ist laut LMB bei einer Anbindung über holländische Rampen auch noch möglich.

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