Landau RHEINPFALZ Plus Artikel Baustart: Aldi-Filiale mit Studenten-Wohnheim entsteht

Die Aldi-Filiale unter den 176 Studierendenwohnungen wird größer als ihre Vorgängerin ausfallen.
Die Aldi-Filiale unter den 176 Studierendenwohnungen wird größer als ihre Vorgängerin ausfallen.

Ein Traum für Studierende werde wahr: Aus dem Bett direkt zum Einkaufen gehen – das sagte der Leiter des Studierendenwerks beim Spatenstich. Aber auch für alle anderen Landauer bringe die neue Filiale unter dem Wohnheim laut Aldi einen Mehrwert.

Ein studentischer Traum wird wahr: einkaufen in Pantoffeln. So formulierte es augenzwinkernd der Geschäftsführer des Studierendenwerks Vorderpfalz, Andreas Schülke, in seiner Rede beim Spatenstich am Freitag in der Annweilerstraße 17. Auf dem Areal soll bis 2025 eine neue Aldi Süd-Filiale samt Studierendenwohnheim entstehen. 199 Wohnheimplätze verteilt auf drei Stockwerken sind über der Filiale geplant. „Für uns ist das die richtige und auch die einzige Antwort auf den akuten Mangel an Wohnraum für Studierende in Landau“, betonte Schülke den Ernst der Lage.

Denn gerade einmal 5,6 Prozent oder jeder Zwanzigste habe eine Chance auf einen Wohnheimplatz beim Studierendenwerk in der Uni-Stadt. „Das ist weit unter dem Landesdurchschnitt von circa zehn Prozent und auch unter den bundesweit seit Jahren geforderten 15 Prozent“, beschrieb der Geschäftsführer die aktuelle Situation für Studierende am Landauer Wohnungsmarkt. Nach Fertigstellung des Gebäudes verbessere sich die Wohnheimquote in Landau zwar auf 8,2 Prozent. Das sei ein guter Weg, erklärte er, dennoch bleibe weiterhin Luft nach oben.

Der neue Markt wird größer

Konkret geplant sind 176 Einzelappartements mit jeweils rund 20 Quadratmetern Wohnfläche sowie zehn größere Einheiten für Wohngemeinschaften. Für Planung und Begleitung des Baus ist das Karlsruher Büro Lennermann Krämer Architekten verantwortlich. Zusammen mit dem Studierendenwerk Vorderpfalz und Aldi Süd setzen sie auf modernes und energieeffizientes Wohnen. Das neue Gebäude sei ein großer Mehrwert – nicht nur für Studierende, sondern für alle Landauer sowie die Stadt selbst. Das betonte Christof Hake, Managing Director Real Estate bei Aldi Süd.

Denn mit dem Bauprojekt erreichten die Projektpartner gleich mehrere positive Effekte: Es mussten beispielsweise keine neuen Flächen für den Bau des Wohnheims versiegelt werden. Außerdem sei der städtische Wunsch nach einer Innenverdichtung erfüllt worden, sagte Hake. Der Neubau entsteht nämlich genau dort, wo vor kurzem noch der alte Aldi-Markt gestanden hatte. Er wurde abgerissen. Das Grundstück säumen jetzt Berge von Erde. Riesige Berge – wie Oberbürgermeister Dominik Geißler anmerkte –, die zeigen, was für ein riesiges Projekt hier entsteht. Tatsächlich wird die neue Aldi-Filiale größer als die alte.

Regionales Angebot verbessert

Die zusätzliche Verkaufsfläche ermögliche eine zeitgemäße Präsentation nachgefragter Waren, etwa regionale und saisonale Produkte sowie vegane und Bio-Produkte, zählte Hake auf. Das ist, seiner Meinung nach, ein weiterer positiver Effekt, den der Neubau bewirkt. Die Vertreter von Aldi Süd und des Studierendenwerks sprachen von einer Verbesserung der lokalen Nahversorgungsqualität, die mit einem Zugewinn im Bereich Wohnen einhergehe. Die in Landau seit langem bekannte Konkurrenz-Situation um günstigen Wohnraum werde einerseits deutlich entschärft, hieß es. Andererseits biete das Konzept den Studierenden enormen Wohnkomfort. „Die Wege mit dem Fahrrad zur Uni sind kurz“, erklärte Hake. Und der Weg zum Einkaufen sowieso. Wohnen über Aldi, das ist, wie er findet, großes Kino. Gleichzeitig hob er die positive Signalwirkung des Landauer Gemeinschaftsprojekts hervor: „Wir sehen hier, dass sich anspruchsvolle Bauprojekte auch unter wirtschaftlich schwierigen Rahmenbedingungen realisieren lassen. Voraussetzung ist, dass die Anforderungen und Bedürfnisse aller Beteiligten sowie der Bedarf des jeweiligen Standorts im Einklang stehen.“

2022 schien das Projekt vor dem Aus zu stehen

Hake spielte auf Situationen in der Vergangenheit an, die die Verantwortlichen während der Planungsphase herausforderten. Beispielsweise hatte es vor ein paar Jahren, als die Pläne bekanntgeworden waren, Proteste aus der Nachbarschaft gegeben. Anlieger sorgten sich um ihre Aussicht, hatten Angst vor mehr Verkehr und Lärm und machten sich für den Erhalt einer Grünfläche mit alten Bäumen an der Zufahrt stark. Und in 2022 schien das Projekt kurzzeitig vor dem Aus zu stehen, nachdem das Wirtschaftsministerium KfW-Förderungen stoppte. Letztendlich war das Landauer Gemeinschaftsprojekt aber nicht davon betroffen. Dass es nun endlich losgeht und alle Beteiligten beim Spatenstich zusammenstehen, freute den Oberbürgermeister. „Heute ist ein schöner Tag“, sagte Geißler. Bei all den Krisen – in der Stadt und in der Welt – sei das ein erfreulicher Termin.

Mit ihrer sogenannten Public-Private-Partnership „Wohnen überm Einzelhandel“ gehen die Partner übrigens in die zweite Runde: In der Maximilanstraße 34 haben Aldi Süd und das Studierendenwerk Vorderpfalz bereits im Jahr 2021 65 Wohnheimplätze geschaffen.

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