Landau RHEINPFALZ Plus Artikel 50 000. Impfung im Landauer Impfzentrum verabreicht

Das Impfzentrum soll mindestens bis in den September hinein in Betrieb bleiben.
Das Impfzentrum soll mindestens bis in den September hinein in Betrieb bleiben.

Die Corona-Schutzimpfungen machen allmählich Fortschritte. Mit mehr als einer Impfung pro Minute macht das Landauer Impfzentrum ganz schön Dampf. Aber das Hauptproblem ist und bleibt der fehlende Impfstoff. Bald gibt es eine flotte Dosis Johnson&Johnson, bei der nur eine Spritze ausreicht.

Am Mittwochabend ist im Landauer Impfzentrum die 50.000 Corona-Impfung verabreicht worden – möglicherweise aber auch erst am Donnerstagmorgen. Ganz genau kann man das nie vorhersagen, weil immer wieder Menschen kurzfristig absagen – oder ohne Rückmeldung fernbleiben. Das Zentrum ist für rund 150.000 Einwohner aus der Stadt Landau und dem Kreis Südliche Weinstraße gedacht, ohne die Verbandsgemeinde Maikammer, die vom Neustadter Impfzentrum abgedeckt wird. Da zumeist zwei Spritzen nötig sind, ist also bereits etwa ein Sechstel der möglichen Impfungen erfolgt.

Bei rund 750 Betriebsstunden, die das Zentrum im Gewerbegebiet am Messegelände in Betrieb ist, bedeutet dies, dass in den drei Impfstraße mehr als eine Impfung pro Minute verabreicht worden ist. Das haben Landaus Oberbürgermeister Thomas Hirsch und der Landrat des Kreises Südliche Weinstraße, Dietmar Seefeldt (beide CDU) am Mittwochmorgen bei einem Pressetermin vor Ort vorgerechnet. Der Engpass ist und bleibt jedoch der knappe Impfstoff, so der Leitende Notarzt Peter Wollny. Das Impfzentrum könnte bei bis zu 16 Stunden Betriebszeit täglich mehr als 1500 Menschen erstimpfen und einschließlich der Zweitimpfungen sogar mehr als 3000 Menschen durchschleusen. „Es wäre schön, wenn das passieren würde“, so Seefeldt; immerhin habe das Land die Kommunen aufgefordert, Impfmöglichkeiten täglich von 6 bis 23 Uhr aufzubauen. Doch am Mittwoch war in Landau wieder nur eine von zwei Impfstraßen für die Erstimpfungen in Betrieb.

Betriebe könnten Impfzentrum nutzen

Vor diesem Hintergrund erwarten die beiden Verwaltungschefs auch nicht, dass das Durchimpfen der Bevölkerung noch deutlich an Fahrt aufnehmen wird, wenn außer den Hausärzten ab dem kommenden Monat auch Betriebsärzte impfen. Die Inanspruchnahme des Landauer Impfzentrums habe jedenfalls schon abgenommen. Damit keine doppelten Strukturen aufgebaut werden müssen, sind sie offen für Überlegungen, Unternehmen das Impfzentrum tageweise zur Verfügung zu stellen.

Echte Probleme durch kurzfristige Absagen oder weil Menschen ihren Impftermin verfallen lassen, ohne sich abzumelden, gibt es in Landau nicht. Die Zahl solcher Fälle liege täglich in einem niedrigen zweistelligen Bereich, so Bastian Dietrich, einer der beiden Impfkoordinatoren des Zentrums. Das greift dann auf eine vom Land zur Verfügung gestellte Nachrückerliste zu, so dass keine Impfdosen ungenutzt verfallen. Diskussionen über den Impfstoff und die Erwartung mancher Besucher, dass sie vor Ort noch einen anderen als den vorgesehenen Impfstoff – meist Biontech statt Astrazeneca – heraushandeln könnten, gebe es, so Wollny, aber in aller Regel ließen sich die Menschen durch gute Beratung überzeugen.

Bisher keine schweren Zwischenfälle

Nach Wollnys Angaben hat es im Landauer Impfzentrum auch noch keinen schweren Zwischenfall bei einer Impfung gegeben, wenn man von dem Sturz einer betagten Patientin absieht. Leichte Nebenwirkungen kommen vor, aber bisher kein allergischer Schock, auf den das Impfzentrum dadurch vorbereitet ist, dass das DRK ständig mit einer Sanitätsstation vor Ort ist und Wollny die Handlungsanweisungen für einen solchen Ernstfall ausgehängt hat.

Voraussichtlich in Kalenderwoche 24, also ab dem 14. Juni, werden im Landauer Impfzentrum alle Menschen der Prioritätengruppen eins und zwei komplett geimpft sein, die sich bis 12. Mai angemeldet hatten, sagte Dietrich. Das sind im Wesentlichen Senioren über 70, plus Heimbewohner, Pflegekräfte, medizinisches Personal, Menschen mit Vorerkrankungen, Erzieherinnen, Grundschullehrerinnen sowie Polizisten.

Ab Juni geht es nur noch nach Anmeldedatum

Sobald das der Fall ist, werde nur noch in der Reihenfolge der Anmeldungen geimpft, sagte Stefan Krauch, der zweite Impfkoordinator des Zentrums. Das werde die Abläufe erleichtern, weil man nicht mehr so viele Nachfragen beantworten müsse, hofft Krauch. Seefeldt und Hirsch wollen diese Gelegenheit nutzen, auch die Feuerwehrleute impfen zu lassen, die bei Einsätzen zwar in engem Kontakt mit Unfallopfern und Kameraden arbeiten müssten, aber erst in der Prio-Gruppe drei seien. „Wir haben da eine Fürsorgepflicht“, so Hirsch.

„Impfen ist der Weg zurück zur Normalität“, sagte Seefeldt und appellierte mit Hirsch an die Bevölkerung, die Impfangebote auch zu nutzen. Denn eine Herdenimmunität werde es erst geben, wenn 70 bis 80 Prozent der Bevölkerung geimpft seien. Und da Kinder unter zwölf noch nicht geimpft werden können, sei in den anderen Altersklassen ein noch höherer Impfgrad nötig.

Zentrum wird bis September vorgehalten

In Kalenderwoche 23 (ab 7. Juni) gibt es für das Landauer Impfzentrum eine Ration von 1000 Impfdosen des Herstellers Johnson&Johnson, bei dem nur eine Spritze nötig ist. Sonderimpfaktionen für Obdachlose, wie es sie teils in Ballungszentren gibt, sind aber nicht vorgesehen, weil in der Region nur wenige Menschen auf der Straße leben.

Auch wenn sie den Betrieb von Impfzentren nicht als primäre kommunale Aufgabe ansehen, wollen Oberbürgermeister und Landrat das in einem leerstehenden Gewerbebetrieb eingerichtete Impfzentrum mindestens bis September in Betrieb halten, um für alle Eventualitäten gerüstet zu sein – beispielsweise für neue Virusvarianten oder eine Phase schlechten Wetters, welche die Infektionszahlen wieder ansteigen lassen könnte.

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