drei fragen
Zehn Tore: Nathalie Zedler lässt die Mädels nicht im Stich
Frau Zedler, wollten Sie nicht aufhören, Fußball zu spielen?
In der letzten Saison war ich noch Trainerin des Teams und habe nicht mehr selbst gespielt. Eigentlich wollte ich ja auch aufhören, doch ich kann die Mädels jetzt nicht im Stich lassen. Unser Vorsitzender Thomas Richter coacht uns jetzt. Ich kann wieder trainieren und bin deshalb fitter. Ich spiele im Sturm. Und bei Siebenermannschaften ist es einfacher, in Eins-gegen-eins-Situationen zu gehen oder einen Alleingang aufs gegnerische Tor zu wagen. Bei einigen Treffern gegen Mörsch haben mich Sabrina Richter und Laurine Gröber perfekt in Szene gesetzt. Das vorherige Spiel hatte Mörsch nur 1:2 verloren. Doch an diesem Tag war sein Können überschaubar.
In der Südpfalz gibt es immer weniger Frauenteams, Knittelsheim hatte vor Kurzem noch zwei Elferteams. Wie kann die Region vom Boom der Nationalelf profitieren?
In jüngster Zeit sind tatsächlich einige Spielerinnen zu uns gestoßen. Sie trainieren regelmäßig mit. Doch sie dürfen noch nicht am Spielbetrieb teilnehmen, weil sie erst 14 oder 15 Jahre alt sind. Die Mädchen müssten individueller gefördert werden. Sie spielen ja bis zum 16. Lebensjahr bei den Jungs mit. Spätestens ab der D-Jugend macht sich der Leistungsunterschied aber bemerkbar, viele hören dann auf. Die Landauer Südwestgirls haben eine eigene Mädchenmannschaft gegründet, der SV Minfeld bietet regelmäßig Trainingseinheiten speziell für Mädchen an. Diese Vereine sind auf dem richtigen Weg, das ist ein guter Ansatz.
Ihr Ziel?
Ich strebe nicht mit aller Macht die Torjägerkanone an, möchte einfach nur Spaß haben und unverletzt bleiben. Bei meinen D-Junioren bin ich schon ambitionierter unterwegs, schließlich begleite ich das Team seit den Bambini. Ich möchte aus den Jungs das Maximale herausholen. Ich bin stolz, dass zwei von ihnen am DFB-Stützpunkt mittrainieren. Mit meiner beruflichen Situation an der Justus-von-Liebig-Realschule plus in Maxdorf bin ich sehr zufrieden, die Arbeit mit den Kindern bereitet mir viel Freude. Daran möchte ich aktuell nichts ändern.