handball
Vierter Sieg des TV Offenbach
Mittlerweile dürften die TVO-Fans eigentlich schon wissen, auf was sie sich einlassen, wenn sie ein Spiel der ersten Mannschaft schauen: Spannend wird es erst, wenn der TVO kurz davor ist, keine Spannung mehr zuzulassen. Dann kommt der Gegner bis auf ein, zwei Tore ran, ehe er einen Konter vergibt und der TVO durch Einzelaktionen aus dem Rückraum den Sack dann doch noch zumacht. So war es in den letzten beiden Spielen – und so war es auch gegen Mülheim.
Drei Änderungen
Offenbachs Trainer Michael Übel musste seinen eingespielten Angriff auf gleich drei Positionen verändern: Mittelmann Felix Kästel und Linkshänder Niklas Klein spielten für die nicht zur Verfügung stehenden Fabian Graap und Maximilian Daum. Lukas Klein ging eins nach vorne an den Kreis. So konnte er in der Abwehr weiterhin mit Philipp Mohra den Mittelblock bilden, Bruder Niklas Klein und Felix Kästel deckten auf den Halbpositionen. Und die TVO-Abwehr ließ aus der Distanz kaum etwas zu: Fünf Bälle wurde in der ersten Halbzeit geblockt, zur Not, wie von Lukas Klein, mit dem Bauch.
Dennoch dauerte es bis zum 13:12 (24.), ehe der TVO seine Ballgewinne in der Abwehr auch vergolden konnte. Mohra, Niklas Klein und Felix Kunz verwandelten drei Gegenstöße in Serie, TVO ging mit 17:13 in die Kabine. Was Coach Übel da sicher angesprochen hat: das Abwehrverhalten gegen und rund um Philipp Schwenzer, den Kreisläufer der Gäste. „Das war unser größtes Problem, dass wir den Kreis nicht in den Griff bekommen haben“, ärgerte sich Übel nach dem Spiel über Schwenzers Zehn-Tore-Auftritt. Nur phasenweise habe sein Team Schwenzer ausschalten können – „und genau dann konnten wir uns auch absetzen“.
Philipp Mohra dreht auf
Das war nach dem Seitenwechsel der Fall, als Schwenzer nach seinem Tor zum 18:14 (32.) bis zum 27:21 (49.) nur noch zwei Treffer gelangen. Philipp Mohra drehte mit sechs seiner insgesamt elf Treffer mächtig auf. Der TVO hätte wahrscheinlich noch höher führen müssen, konnte eine Überzahl bei der einzigen Zeitstrafe im gesamten Spiel (44.) aber nicht für sich nutzen.
Dann kam es zum Offenbacher Knick. Im Angriff verzettelten sich die Gastgeber, Mülheim traf dreimal in Folge und kam bis auf 30:28 (57.) ran. Übel nahm eine Auszeit, Mülheim stellte im Anschluss Mohra einen Manndecker auf die Füße. Zwei Minuten vor Schluss hielt Florian Pfaffmann einen Konter gegen Jan Hommen (58.), Niklas Klein machte etwas später den Sack endgültig zu (33:29, 60.).
„Das war unglücklich mit dem Tempogegenstoß am Schluss, aber wir haben vorher schon zu viele Fehler gemacht“, sagte Gäste-Trainer Hilmar Bjarnason. Er war froh über den Mut und das Aufholen seiner Mannschaft. Übel sprach von einem berechtigten Sieg: „Jetzt haben wir nächste Woche ein Spitzenspiel in Saulheim.“
So spielten sie
TV Offenbach: Pfaffmann (Müller ab 59.) – Niklas Klein (5), Felix Kästel (2), Philipp Mohra (11) – Metz, Kunz (8/4) – Lukas Klein (7) – Fuchs, Gläßgen, Staats (1), Gensheimer, Benz
TV 05 Mülheim: Yannik Stromberg (Winkel ab 51.) – Hemmerle (5), Hommen (6/4), Eis (1) – Lebernegg (1), Lütkemeier (2) – Schwenzer (10) – Ullmann, Backes (1), Langen (1), Bauer (3), Hendrik Stromberg, Jurisic
Spielfilm: 3:2, 8:6 (12.), 11:11 (22.), 17:13 (HZ), 22:16 (40.), 27:21 (49.), 30:28 (57.), 34:30 (Ende) - Zeitstrafen: 0:1 - Siebenmeter: 4/4 – 4/4 – Beste Spieler: Mohra, Lukas Klein – Schwenzer, Hemmerle – Zuschauer: 170 – Schiedsrichter: Fellinghauer/Schmidt (Mainz)