Handball
TVO: Auch das zweite Topspiel geht schief
Smartphone an Tablet und darüber der Stream auf den Fernseher. So hat der an Corona erkrankte Trainer des Handball-Oberligisten TV Offenbach am Samstagabend zu Hause das Topspiel der Handball-Oberliga gegen den TV Homburg verfolgt. Vielleicht dachte sich Michael Übel, eine Wiederholung zu sehen. Mit 18:12 führte seine Mannschaft im Januar gegen Spitzenreiter VTV Mundenheim und verlor mit 26:28. Diesmal führte der TVO mit 12:6 – und verlor mit 22:26 (13:10).
Erstklassiges Torhüterduell
Die vierte Saisonniederlage wischt alle starken Eindrücke weg, die Offenbachs Mannschaft in den ersten 25 Minuten aufbereitet hat. Die Tore von Felix Kunz von links außen zum 4:3 und 5:4. Die doppelte Unterzahl nach Zeitstrafen für Philipp Mohra und Tino Gläßgen, die sie bravourös ohne Gegentreffer überstand, weil Ljubomir Josic einen Siebenmeter über den Kasten von Florian Pfaffmann setzte, der zuvor zwei von Josic und Richard Wilga pariert hatte. Pfaffmann und sein Gegenüber Maximilian Loschky lieferten sich vor der Halbzeit ein erstklassiges Duell: acht Paraden der Offenbacher, sieben Paraden der Homburger. Der TVO riss die Partie an sich: drei Tore von Fabian Graap vom Kreis, zwei Kontertore, ein Tor über die schnelle Mitte, zwei Weitwürfe, der zweite zum 12:6 (26.), ins verwaiste Tor der Gäste, die mit sieben Feldspielern angriffen. Es lief auf einen Heimsieg hinaus.
Homburgs emotionaler Vorteil
„Glücklich, dass wir so schnell wieder drangekommen sind“, befand Homburgs Trainer Steffen Ecker, der sich in der vierten Minute um seinen Rechtsaußen Tobias Alt sorgen musste (Alt war umgeknickt, kam nach zehn Minuten wieder) und nach dem Spiel um Kreisläufer Patrick Bach, der sich beim Tor zum 21:26, bedrängt, am rechten Knie verletzte. „Mit so einem Lauf hast du emotional einen Vorteil.“ Lukas Glück verkürzte noch vor der Pause auf 10:12, Bach erzielte nach der Pause das 15:13 für den TV Homburg.
Noch wehrte sich der TVO, dem große Alternativen fehlten (Sebastian Mohra und Felix Kästel konnten nicht mitwirken), um in Lücken zu stoßen, welche die Gäste mit einer offeneren Abwehr anboten. Sie profitierten von drei Zeitstrafen für Offenbacher bis zur 37. Minute. Niklas Klein schloss zwei Einzelaktionen sauber ab, Philipp Mohra hielt den TVO mit dem 18:20, 20:22 und 21:23 im Spiel. Es war der letzte Widerstand. Um sich aufzubäumen, fehlte den Gastgebern die Kraft. Die Wurfquote wurde schlechter: Tino Gläßgen an den Pfosten, Graap scheitert an Loschky, Kunz an die Latte. Vor der Pause waren diese Würfe noch drin. Und hinten konnte der TVO die Räume nicht mehr schließen. Pfaffmann bekam keine Finger mehr an die Würfe, Stellvertreter Felix Müller, für ein paar Minuten drin, hielt auch nichts. Homburgs Keeper hielt nach der Pause weitere sechs Bälle, Pfaffmann und Müller hielten keinen mehr.
„Kämpferisch alles gegeben“
Roland Kästel, der mit Alexander Schnetzer coachte, blieb sachlich: „Die erste Hälfte war absolut stark, da haben wir das Spiel im Griff gehabt. Zwei Tore mehr hätten uns gut getan. In der zweiten Hälfte kannst du auch mit der Abwehr zufrieden sein, mit dem Angriff nicht. Kämpferisch haben sie alles gegeben.“
„Man merkt schon, dass die Kraft fehlt. An sich sind wir alle in der Lage, das durchzuhalten“, sagte Mohra. „Wir haben nicht mehr so getroffen, dann kann es kippen.“
Übel sah zu Hause „eine überragende erste Hälfte“, kurz vor der Halbzeit „ein, zwei hastige Abschlüsse“, eine nicht mehr vorhandene Torhüterleistung nach der Halbzeit. Da habe es definitiv Parallelen zum Mundenheim-Spiel gegeben. Er wird versuchen, sich am Dienstag freizutesten und im Training ein paar Worte zur Mannschaft zu sagen. Er hofft, dass sie bis zum nächsten Spiel am Samstag die Spannung halten kann. Danach hat sie an zwei Wochenenden frei.
So spielten sie
TV Offenbach: Pfaffmann (Müller); Lukas Klein (1), Bader, Philipp Mohra (5) - Gläßgen (3), Kunz (6/1) - Graap (3); Daum, Niklas Klein (4), Fuchs, Gensheimer, Staats - TV Homburg: Loschky (Betz bei 7 m); Talevski (3), Szilagyi (3) - Alt (7), Josic (1) - Durmishi (1), Bach (4); Mebus (2/2), Wilga (1), Gkück (4), Kolepp, Schneider - Spielfilm: 4:4 (13.), 9:6 (21.), 12:6 (26.), 13:10 (Halbzeit), 15:16 (41.), 18:21 (51.), 22:26 (Ende) - Zeitstrafen: 6:2 - Siebenmeter: 1/1:5/2 - Beste Spieler: Pfaffmann, Lukas Klein, Philipp Mohra - Loschky, Talevski, Alt – Zuschauer: 250 - Schiedsrichter: Hahn/Müller (Nieder-Olm/Osthofen)