Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Südpfalz-Tiger zerlegen ihren Gast

Der Ottersheimer Markus Michel steigt unbedrängt hoch. Links Patrik Sefrin, in der Abwehr der Landauer Lawrence Hauck und Philip
Der Ottersheimer Markus Michel steigt unbedrängt hoch. Links Patrik Sefrin, in der Abwehr der Landauer Lawrence Hauck und Philipp Käflein.

Einen Satz heißer Ohren gibt es für die HSG Landau/Land beim Pfalzliga-Gastspiel in Bellheim. Mit 39:18 (20:8) deklassiert die SG Ottersheim/Bellheim/Kuhardt/Zeiskam ihren Gast. Phasenweise findet der gar keine Mittel gegen die starke SG-Verteidigung. Dann kommt auch noch Pech hinzu.

Es war symbolisch: Nach dem Schlusspfiff hielt sich Lukas Gerstle das verletzte Ohr. Dies wurde bei einer Angriffsaktion des Spielertrainers der HSG Landau/Land in Mitleidenschaft gezogen. Das Spiel fühlte sich für seine Sieben an wie ein Satz heiße Ohren. Sie war der SG Ottersheim/Bellheim/Kuhardt/Zeiskam klar unterlegen: 39:18 (20:8) stand es am Ende der über 45 Minuten extrem einseitigen Handball-Pfalzliga-Partie.

Nach der von SG-Trainer Christian Job vorgenommenen Verabschiedung der Ex-Spieler Jan Hellmann, Sebastian Latzko, Marc Seiberth und Louis Spielmann begegneten sich die beiden Mannschaften nur kurz auf Augenhöhe. Nach acht Minuten führte die HSG Landau/Land mit 4:3. Doch dann stabilisierte sich die Deckung der Südpfalz-Tiger immer mehr, wurde zum Bollwerk. „Natürlich waren wir auf Lukas Gerstle eingestellt. Man weiß ja, dass bei der HSG viel über ihren Haupttorschützen läuft. Das haben die Jungs auch echt gut gemacht“, sagte Job nach dem Schlusspfiff. Gerstle wurde immer wieder früh angegangen. Meist rückte ein Spieler aus der 6-0-Formation heraus, um den Torjäger am Abschluss zu hindern. Dreimal wurde Gerstle bis zur 23. Minute geblockt, fünf Fehlversuchen standen nur drei Treffer nach 60 Minuten gegenüber. Einziger Ausweg war der über links außen, wo Tobias Schnabel eine akzeptable Wurfquote schaffte.

Landau/Land nach 7:6 kopflos

Eine erste Überzahl nutzten die Gastgeber, um sich nach einer Viertelstunde etwas abzusetzen. Das Anrennen der Gäste wurde nun immer kopfloser. Nur noch zwei Treffer gelangen nach dem 7:6 bis zum Seitenwechsel. Bei den Tigern hingegen klappte nun alles. Und wenn mal was schiefging, beispielsweise ein Abwurf im Rücken des Mitspielers landete, dann prallte er von dort wieder in die eignen Reihen zurück.

Die HSG zerfiel in ihre Bestandteile. Was da auf dem Platz stand, war ab der 15. Spielminute nur noch der Torso einer Mannschaft. Mit einer Ausnahme: Torwart Cedric Hener hielt, was zu halten war. Er verhinderte eine noch deutlichere Pleite seiner Sieben, die sich vorne kaum noch bis an den Kreis durchspielen konnte, an der Neunmeterlinie schon ausgebremst wurde. Ballverlust reihte sich an Ballverlust, Fehlwurf an Fehlwurf. Auch der erste der beiden Strafwürfe von Neuzugang Philipp Käflein wurde Beute von SG-Torwart Timo Bauchhenß, der sich hinter einem starken Kollektiv auszeichnen konnte.

Gerstle: „Nicht unser Maßstab“

„Man muss auf der einen Seite sehen, dass wir wohl auf eine der stärksten Mannschaften dieser Liga getroffen sind, die momentan nicht unser Maßstab ist. Aber wir haben auch nicht unsere Leistung abgerufen“, gab Gerstle unumwunden zu. Er hatte auf dem in Mitleidenschaft gezogenen linken Ohr kurz nach dem Spiel keine Hörfähigkeit mehr. „Ich hoffe, das ist nichts Schlimmeres.“ Er gab zu: „Wir sind vorne nicht ins Spiel gekommen. Momentan schiebt die Mannschaft mir noch sehr viel Verantwortung zu. Aber die SG-Verteidigung hat mich heute ganz klar auch sehr gut im Griff gehabt. Dann wird es schwierig. Daran müssen wir arbeiten.“

Job: Nicht perfekt, aber gut

Job sah vor einer beachtlichen Kulisse mit immerhin 180 Zuschauern „keinen perfekten, aber einen guten“ Auftritt seiner Mannschaft: „Wir haben einen viel ausgeglichener besetzten Kader als Landau/Land. Vorgabe war, dass wir auch bei einer klaren Führung nicht lockerlassen. Das war gut für das Selbstvertrauen.“

So spielten sie

SG Ottersheim/Bellheim/Kuhardt/Zeiskam: Timo Bauchhenß (ab 45. Dettbarn) - Florian Bauchhenß (2), Schäfer (2), Albert (2) - Horn (8), Gerbershagen (6/4) - Scheick (1); Hilsendegen (7), Sefrin (2), Kröper (1), Michel (2), Gensheimer (2), Hauck (4)

HSG Landau/Land: Hener (ab 47. Schilling) - Julian Steiner (1), Florian Gerstle (1), Lukas Gerstle (3) - Müller (2), Tobias Schnabel (4) - Yannick Steiner (2); Schmitz, Käflein (1/1), Wörner (3), Hauck (1), Jan Schnabel

Spielfilm: 2:1 (6.), 3:4 (8.), 6:4 (12.), 7:6 (14.), 11:6 (17.), 18:7 (27.), 20:8 (Halbzeit), 30:12 (44.), 35:14 (52.), 39:18 (Ende) - Siebenmeter: 5/4:2/1 - Zeitstrafen: 3:3 - Beste Spieler: Hilsendegen - Hener - Zuschauer: 180 - Schiedsrichter: Klemm/Schwarz (TV Dahn)

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