Fußball
Neuer Verein in Wörth
Mit dem FC Inter Wörth gibt es neben dem FC Bavaria einen zweiten Fußballverein in der Stadt. Bei der Gründungsversammlung wird Turgay Cakmak zum Vereinspräsidenten gewählt, er wird auch als Trainer fungieren.
Der 43-jährige Cakmak ist in der Fußballszene genau wie sein Stellvertreter Marco Calabrese bestens vernetzt. Cakmak wuchs in Steinfeld auf, ging 15 Jahre für den FV Viktoria Kapsweyer auf Torejagd. Nach seinem Umzug nach Wörth schloss er sich den Bavaren an, arbeitete mehrere Jahre im Vorstand unter anderem als Geschäftsführer mit.
Spieler aus vielen Ländern
Vor einigen Jahren bot er freitags ein Fußballtraining an, auch um Geflüchteten sportliche Betätigung in der Gemeinschaft zu ermöglichen. Die Resonanz war groß, die Interessierten kamen aus allen Ländern der Erde. Sie wollten sich mit anderen Fußballern im Wettbewerb messen, spielten dann mit Trainer Cakmak als FC Bavaria Wörth III in der D-Klasse Ost. Das Team war konkurrenzfähig, belegte in den beiden jüngsten Spielzeiten jeweils den fünften Rang. Auch außerhalb des Platzes entstand eine Gemeinschaft, die Familien der Spieler saßen häufig zusammen und trafen sich zum gemeinsamen Grillen.
Im vergangenen Sommer wurde die Personaldecke bei den Blau-Weißen dünner. Sie meldeten nur noch zwei Teams an. Mehrere Akteure der „Dritten“ rückten in die zweite Mannschaft in die C-Klasse Ost hoch, andere hörten auf.
Das alte Miteinander vermisst
Cakmak nennt den Hauptgrund für die Neugründung: „Viele kamen auf mich zu, wollten wieder aufhören. Sie vermissten etwas die vorherige Gemeinschaft und das alte Miteinander.“ Das neue Team möchte ab der kommenden Saison am Verbandsspielbetrieb teilnehmen, Cakmak rechnet mit einem Kader von über 20 Spielern. Dabei sind Deutsche, Türken, Kameruner, Afghanen, Somalier, Italiener, Portugiesen oder Syrer. Dem Südwestdeutschen Fußballverband (SWFV) in Edenkoben geht in den nächsten Tagen die neue Vereinssatzung zu, Cakmak steht im Austausch mit Tim Peter von der Geschäftsleitung und dem Kreisvorsitzenden Karl Schlimmer. In dieser Woche führt er Gespräche mit dem Ersten Beigeordneten Rolf Hammel und Achim Heck von der Stadtverwaltung wegen der Platzbelegung für Übungseinheiten und künftige Heimspiele. Erste Sponsoren haben sich gemeldet, um die Anschaffung von Trikots und weitere anfängliche Kosten zu finanzieren.
Seit 2016 Integrationsberater
In administrativen Fragen kennt sich Cakmak aus, er unterstützt seit Jahren mehrere Vereine im Kreis Germersheim bei der Mitgliederverwaltung und Buchführung. Nach seiner Lehre zum Bankkaufmann bei der VR-Bank Südpfalz bildete er sich zum Betriebswirt weiter, war acht Jahre Filialbereichsleiter in Sondernheim. Nach dem Studium der Sportökonomie arbeitet er seit März 2016 beim Internationalen Bund als Integrationsberater in der Flüchtlingsbetreuung. Eine Konkurrenz zur Bavaria möchte er nicht aufbauen: „Wir wollen Sportlern aus allen Ländern der Erde ein zusätzliches Angebot machen, einfach Spaß am Amateurfußball in seiner ursprünglichen Form zu finden.“
Der Vorstand
Vorsitzender: Turgay Cakmak; Stellvertreter: Marco Calabrese; Schatzmeister: Pedro Nogueira; Schriftführer: Önder Özdemir; Spielleiter: Murat Bingöl; Beisitzer Wirtschaftsausschuss: Can Öner; Beisitzer Öffentlichkeitsarbeit: Christopher Schalk