Lokalsport Südpfalz
Helden im Hintergrund: Coldplay, FC Bayern und die Alpen – Der Venninger Alexander Gutzler
Alexander Gutzler ist gebürtiger Venninger und gelernter Betriebsschlosser, der sich zum Industriemeister fortbildete. Heute arbeitet der 51-Jährige bei John Deere am Standort Mannheim im Bereich Fertigungssteuerung. Zu seinen größten Hobbys zählt er die sportliche Betätigung sowie das Musikhören: „Gemeinsam mit meiner Frau höre ich querbeet durch die verschiedenen Genres. Mit Freunden gehen wir gerne auf Konzerte. Die Rockband Queen sahen wir zweimal live, aber auch Veranstaltungen der britischen Pop- und Rockband Coldplay oder des deutschen Künstlers Herbert Grönemeyer standen schon auf der Tagesordnung.“
Gutzler organisiert die Reisen zu den Musikevents. Er bucht die Eintrittskarten, sucht die optimale Reiseverbindung heraus und kümmert sich um eine Unterkunft.
Im Sommer über die Alpen
Ein weiteres Hobby des Fan des FC Bayern München ist das Wandern. Beliebte Regionen sind die heimische Pfalz, das Allgäu und das Tiroler Land in Österreich. „Im Sommer nehme ich mit meiner Frau an einer geführten Alpenüberquerung teil. In sieben Tagen wandern wir vom Startpunkt Tegernsee bis nach Südtirol in Italien. Täglich stehen zwischen zwölf und 25 schweißtreibende Streckenkilometer auf der Agenda“, berichtet er.
Mit dem Fußballspielen begann Gutzler in der D-Jugend des TSV Venningen-Fischlingen. In seiner aktiven Zeit spielte er am meisten in der Verteidigung und bevorzugt im defensiven Mittelfeld als Abräumer. Mit 42 Jahren ließ er seine Fußballerkarriere in der AH-Mannschaft ausklingen und fühlte sich fortan vom Laufsport angezogen: „Neben zahlreichen Halbmarathons erfüllte ich mir den Traum vom Marathonlaufen in den Großstädten Zürich und Hamburg.“ Im vergangenen Jahr wurde er von einer Hüft-Operation ausgebremst.
Zehn Jahre Vorsitzender
1996 wurde er im Alter von 27 Jahren in den Vereinsausschuss gewählt. Nach dieser Periode übernahm Gutzler für zehn Jahre das Amt des Vorsitzenden. „Mein Schwager kümmerte sich um den Spielbetrieb. Ich übernahm unter anderem die Organisation des Mammutprojekts Rasenplatzbau“, erzählt er. Nach unzähligen Arbeitsstunden, geleistet von Vereinsmitgliedern und Helfern aus der Bevölkerung, konnte 2005 der Rasenplatz eingeweiht werden. „Der TSV konnte die Kosten durch einen hohen Anteil an Eigenarbeit minimieren. Leitungen legen, Flutlichtmasten stellen und streichen, aber auch das Errichten des Ballfangs fallen darunter“, erläutert Gutzler. 13 Jahre lang engagierte er sich als Spielleiter der Alten Herren. Neben der Organisation kleinerer Festlichkeiten und dem Erstellen von Dienstplänen widmete er sich vor allem der Organisation von Freundschaftsspielen, im Jahr zwischen 15 und 20.
Mit Mauerschnur und Borstenbündeln
Seiner Funktion als Platzabzeichner geht er weiter mit vollem Einsatz nach. „Der Sportliche Leiter sendet mir den Platzbelegungsplan zu. Dann kann ich mich flexibel einteilen und das Spielfeld mit Flüssigfarbe abzeichnen. Zur besseren Orientierung nutze ich eine Maurerschnur oder die Markierungshilfen in Form von Borstenbündeln im Rasen“, erläutert der Mann, der das Feld in rund 40 Minuten abzeichnet.
In seinen knapp 40 Jahren als Vereinsmitglied erlebte Gutzler viele schöne Momente. In der aktiven Zeit ging das Team nach Auswärtsspielen mit den Frauen essen. Bei Heimspielen gab es Kaffee und Kuchen nach den 90 Minuten. Dadurch reifte die Truppe auch außerhalb des Sportplatzes zu Kameraden zusammen.
An Aufgaben gewachsen
Seine Zeit im Vorstand sieht der Träger der Silbernen Ehrennadel des Sportbundes auch als positiv an: „Mit der Zeit wächst man in die Aufgabe rein, einen Verein mit 300 Mitgliedern zu lenken.“ Er ist stolz, dass es wieder eine gut organisierte Jugendarbeit gibt und alle Mannschaften auf dem schönen Rasenplatz auf Punktejagd gehen können.
„Ich kann mir vorstellen, als Rentner das Amt des Platzwarts zu übernehmen, da mir mein Heimatverein nach wie vor am Herzen liegt“, sagt Gutzler. Von seiner im TSV verankerten Familie wurde der 51-Jährige im Ehrenamt immer unterstützt. „Als ich Vorsitzender wurde, übernahm meine Frau, sie stammt aus einer Schützenfamilie, neun Jahre lang das Amt der Schriftführerin beim Schützenverein. Ein guter Freund wurde gar Vorstandsvorsitzender des Schützenvereins“, erzählt er.
Auch heute ist die Familie Gutzler mit dem Sport verbunden. Der Sohn trainiert die C-Jugend des TSV Venningen-Fischlingen, der künftige Schwiegersohn ist Vorstandsvorsitzender.