Lokalsport Südpfalz Glücksbringer Stubenrauch in Start-Elf
ZEISKAM (kebe/mame). Der VfR Kandel wird am Sonntag um 15.15 Uhr beim SV Rodenbach antreten, eine Viertelstunde eher empfängt der TB Jahn Zeiskam in der Fußball-Verbandsliga die Fortuna Mombach. Ebenfalls morgen um 15 Uhr tritt der FSV Offenbach beim Ludwigshafener SC an. Sein Südwestpokal-Achtelfinalspiel gegen Wormatia Worms (am Donnerstag, 19 Uhr) hat noch im Hintergrund zu bleiben.
Rund ums Bienwaldstadion in Kandel ist Ernüchterung eingekehrt. Die 1:2-Heimniederlage gegen Schlusslicht SpVgg Ingelheim war das sechste sieglose Spiel in Folge. Aus den vergangenen fünf Partien holten die Grün-Weißen nur einen Zähler. Trainer Fritz Kern strahlt weiterhin Ruhe aus: „Natürlich haben wir nicht mehr so gut gespielt wie zu Rundenbeginn. Dennoch hatten wir zahlreiche Möglichkeiten zum Torerfolg. In den letzten vier Spielen hatten wir mindestens 15 hochkarätige Chancen, die wir einfach verwerten müssen.“ Patrick Tolbert hat nach fast einem Jahr Pause noch nicht die Form vom Meisterjahr. Neuzugang Malik Krubally konnte sich für Laufbereitschaft und Engagement noch nicht mit Toren belohnen. Felix Forstner steht studienbedingt nur im Notfall bereit. Die interne Scorerliste führt Manuel Hornig an, obwohl er seit Wochen verletzt ist. Nach einem hartnäckigen Infekt könnte er erstmals wieder in den Kader rücken. Doch für die Startelf ist er noch keine Option. Dies gilt auch für Benedikt Brück nach seiner Ellenbogenverletzung. Er feierte als Joker sein Punktspiel-Debüt, soll langsam aufgebaut werden. „Ich hätte nicht gedacht, dass die Liste der Ausfälle ähnliche Ausmaße wie im Vorjahr annimmt. Dennoch sind wir unserer Verantwortung bewusst“, sagt Kern. Kapitän Christian Burgstahler musste am Sonntag wegen einer Knöchelverletzung kurz vor Anpfiff passen, er fehlt wohl erneut. Der SV Rodenbach steht als Aufsteiger auf Rang sechs. Kandels Innenverteidigung muss eine Antwort auf das schnelle Flügelspiel der Westpfälzer finden. Zudem gilt es, Topscorer Marco Heieck auszuschalten. Mit seinem Doppelpack beim 3:2-Auswärtssieg stürzte er Tabellenführer Hassia Bingen vom Thron. Konträre Gefühlslage an der Zeiskamer Sauheide. Mit dem 6:4-Heimsieg gegen Idar-Oberstein gab der Turnerbund die richtige Antwort auf die hohe Niederlage in Fußgönheim. Ein zufriedener Sahin Pita lobte die Effektivität seines Teams („von sieben Chancen haben wir sechs verwertet“). „Es war eines der besten Spiele in den letzten Jahren. Doch werthaltig ist der Dreier nur, wenn wir am Sonntag nachlegen“, sagt der Bosnier. Erneut in der Startelf stehen wird Simon Stubenrauch. Ein Glücksbringer: Mit ihm in der Startelf verlor Zeiskam nie. Er besticht auf der Doppelsechs durch Ruhe in der Spieleröffnung, schießt beidfüßig. „Er ist ein Typ wie Michael Ballack. Es gibt ganz wenige Spieler, die in diesem Alter solche Qualitäten haben“, lobt Pita den 17-jährigen Westheimer. Stubenrauch geht in die zwölfte Klasse des Gymnasiums in Schifferstadt. Nach bestandener Fachhochschulreife mit Schwerpunkt Technik strebt er ein Studium oder eine kaufmännische Lehre an. Er ist noch spielberechtigt für die A-Jugend der JFV Vorderpfalz. Trainiert wird er dort von seinem Vater Klaus, früher unter anderem Spielertrainer bei der TSV Lingenfeld. „Mit meiner sportlichen Situation bin ich natürlich zufrieden. Ich bin dankbar für die Einsatzzeiten in der Verbandsliga“, meint Stubenrauch junior. Die Gäste aus der Landeshauptstadt sind die Überraschungsmannschaft der Saison. Mombach hatte als Absteiger für die Landesliga geplant, erst Mutterstadts Rückzug bedeutete den Klassenverbleib. Die Fortunen sind seit vier Spielen ungeschlagen und haben 14 Zähler, einen weniger als der Jahn. „Wir haben seit der Winterpause fast die gesamte Mannschaft ausgetauscht. Nun herrscht Kameradschaft und Zusammenhalt anstatt Egoismus“, betont Trainer Thomas Eberhardt. Seine Position ist so unumstritten wie die von Sahin Pita in Zeiskam. Leistungsträger sind die vielseitig einsetzbaren Brüder Marvin und Christian George. Gespannt sein darf man auf Imanol Chiappa Gutierrez. Der rechte Außenstürmer erzielte bei jedem seiner Einsätze einen Treffer. In der Tabelle ist der Ludwigshafener SC Nachbar des 15. FSV Offenbach, doch der hat eine echte LSC-Allergie. Die Niederlage in der Vorsaison beendete eine richtig gute Phase der Südpfälzer. „Dieses Mal ist verlieren verboten“, sagt Trainer Dietmar Bittner, denn im Falle einer weiteren Niederlage würde sich der FSV auf Dauer im Tabellenkeller festsetzen. Der Bonuspunkt gegen Morlautern (0:0) wäre für die Katz. „Da hat die Mannschaft gekämpft wie die Löwen, wir hatten in Christoph Gadinger einen hervorragenden Torwart und am Ende auch das verdiente Glück“, sagt Bittner: „So muss es bleiben und nur so geht es auch.“ Der Trainer wünscht sich ein frühes Tor der Seinen in Ludwigshafen. Doch wer soll es erzielen? Alexander Schneider weg, Sebastian Kauz erkrankt (Gürtelrose), Dominic Bach verletzt (muskuläre Probleme), Michael Bittner und Alexander Wiemers sind noch nicht wieder fit. Im FSV-Angriff herrscht personelle Flaute. Janik Schneider, Rexhep Mustafa und Philipp Bender nennt der Trainer noch als letzte Alternativen. Auch in der Abwehr, die gegen Morlautern zum ersten Mal in dieser Runde die Null halten konnte, gibt es personell Probleme, weil sich Andreas Marx im Pokalspiel in Mackenbach schwer am Meniskus verletzte. Er fällt für den Rest des Jahres aus. Gesucht wird also auch ein neuer Abwehrchef. „Wir werden uns etwas zusammenbasteln, aber noch kann ich nicht sagen, wie das dann aussieht“, erklärt Bittner und klagt nicht: „Wir haben genau dafür 22 Mann im Kader, auch wenn es schade ist, dass wir in dieser Runde noch nicht in zwei aufeinander folgenden Begegnungen mit der gleichen Startelf beginnen konnten.“ „Stand heute ist noch völlig offen, wer spielt und wer wo spielt“, sagte der Trainer, der beim Gegner (Tabellenplatz 13) vor dem starken Sturm mit den Rehhäuser-Brüdern warnt. „Und auch im Zentrum sind die gut besetzt. Das ist eine Mannschaft, die in der Liga jeden schlagen kann. Wir dürfen uns nicht einlullen lassen.“