Handball
Ganz selten vollzählig im Derby in Wörth
Alles, was Zuschauer sich von einem Lokalderby versprechen, bekamen die etwa 250 in der Bienwaldhalle, die lautstark ihre Teams unterstützten, beim Pfalzliga-Handballspiel mit dem TV Wörth und dem TSV Kandel zu sehen. Es endete nach einer spannenden und abwechslungsreichen Partie mit einem 35:31 (17:16)- Sieg der Heimmannschaft.
Bis zum Schluss wurde auf beiden Seiten um jeden Ball gekämpft, sodass die konsequent pfeifenden Schiedsrichter 18 Zwei-Minuten- Strafen (Wörth elf, Kandel sieben) und eine Rote Karte (Marius Mirle, Kandel) verteilen mussten.
Kandel kontert
Wörth führte in der 14. Minute mit 8:5, kassierte aber innerhalb von 90 Sekunden drei Zeitstrafen und musste drei Siebenmetertore von Sven Anhaus in Kauf nehmen. Trotz dreifacher Unterzahl gelang Julius Ritter ein weiterer Treffer zum 9:7. Nach zwei weiteren Zeitstrafen auf Wörther Seite glich Kandel zum 11:11 aus (23.). Bis dahin hatte Wörth bereits sieben Zeitstrafen, für Kandel folgte die zweite. Mit drei Toren von Marius Mirle kamen die Gäste zum 16:16.
Die 20:17- und 23:21-Führung (40.) hatte Wörth seinem Torwart Maximilian Fuchs zu verdanken. Dann folgten reihenweise Fehlabgaben, vor allem an den Kreis. Kandel konterte, in der 48. Minute erzielte Sven Anhaus das 24:28. Den nächsten Siebenmeter warf er über das Tor, was die Gastgeber noch einmal wachrüttelte. Felix Werling verwandelte Strafwürfe zum 29:29 und 30:30.
„Auf dem Zahnfleisch“
Nach dem 31:31 (58.) lief bei Kandel nichts mehr, den Wörthern gelang alles. Der eingewechselte Torwart Marcel Dieners hielt, was auf seinen Kasten kam. In der letzten Spielminute erzielten die Wörther noch drei Treffer durch Jonas Lehnert, Philipp Wesper und Darius Zolk.
Wörths Trainer Adrian Constantinescu lobte seine Abwehr: „Trotz der vielen Hinausstellungen hat sie sich sehr gut gehalten und zu schnellen Angriffen mit Toren geführt. Auch die Torhüterwechsel waren erfolgreich. Jetzt gehen wir gestärkt in die verdiente Weihnachtspause nach einem lange ersehnten Derbysieg.“ Kandels Trainer Christian Thomas ist auch froh über die Pause: „Man merkt, dass wir auf dem Zahnfleisch gehen. Am Schluss haben wir zu viele Fehler gemacht, die Wörth gut genutzt hat. Wir waren nicht clever genug, haben Chancen nicht genutzt und sind am Torwart oder am Pfosten gescheitert. Wörth hat verdient gewonnen. Für die Zuschauer war es ein tolles Spiel, das Ergebnis am Schluss zu hoch – wir hatten keine Kraft mehr.“ Simon Zolk (Wörth, 6) und Pascal Weiß (6) waren die erfolgreichsten Schützen.