Lokalsport Südpfalz RHEINPFALZ Plus Artikel Fußball: Weichensteller und Wörther Urgestein

Michael Labbé am Ball vor Michael Guckert vom TuS Schaidt.
Michael Labbé am Ball vor Michael Guckert vom TuS Schaidt.

Michael Labbé wird im Januar 30 Jahre alt. Er ist ein Wörther Urgestein. Mit sechs Jahren begann er, bei den Bambini des FC Bavaria Fußball zu spielen. Zu seinem Beruf gehört die Stellung von Weichen und die Beseitigung von Störungen.

Dieses Jahr im Juli ist er gemeinsam mit seiner Freundin in das gekaufte Haus in der Bürgelstraße eingezogen. Neue Böden wurden verlegt, die Wände gemacht und die komplette Elektrik in Eigenleistung erneuert. Für Labbé kein Problem. Bei der Deutschen Bahn hatte er 2007 eine Lehre als Elektroniker für Betriebstechnik begonnen.

Mittlerweile ist er IHK-geprüfter Meister für Leitungssicherungstechnik. Er arbeitet in der Abteilung für Infrastruktur der Bahn. Zu seinen Aufgaben gehört die Stellung von Weichen, die Reparatur von Bahnübergängen und die Beseitigung von Störungen an den Stellwerken. Er hat oft Nachtschicht. Alle vier bis fünf Wochen kommt ein Bereitschaftsdienst dazu. Die Arbeitszeiten erfordern viel Flexibilität, dennoch sagt er: „Der Job macht unheimlich viel Spaß. Ich kann mir aktuell nichts anderes vorstellen, weil die Themenstellung immer unterschiedlich ist.“ Er geht regelmäßig ins Fitness-Studio. An den Wochenenden kocht er gerne gemeinsam mit der Freundin.

Der Ausflug zu Viktoria Herxheim

In der C-Jugend wurde er Meister der Kreisliga. Seine Trainer hießen Bruno Weisenburger und Günther Weyand. „Günther war ein Mann der alten Garde, er hat uns den Kampf beigebracht“, erinnert sich Labbé. Als er in die A-Jugend aufrücken sollte, bekam der Verein keine Mannschaft zusammen. Labbé wechselte gemeinsam mit Eduard Wagner (jetzt SV Büchelberg) und David Veitinger (TSV 08 Freckenfeld) zum SV Viktoria Herxheim. Unter Trainer Mario Müller erfuhren sie eine gute taktische Ausbildung. In der Saison 2011/2012 kehrten sie nach Wörth zurück.

Gleich im ersten Jahr gelang mit Coach Oliver Doll der Aufstieg in die A-Klasse, damals Bezirksklasse. Nach zwei Remis wurde der SV Klingenmünster in einem dritten Spiel in der Relegation der Vizemeister der Kreisliga Ost bezwungen. Danach sprang Hans-Peter Schloss mehrmals als Interimscoach ein. Labbé sagt: „Er kannte den jeweiligen Gegner bestens, so konnten wir oft dessen Fehler ausnutzen.“ 2014 begann für die Bavaren eine ganz schwere Zeit. Die zweite Mannschaft wurde wegen Personalmangels abgemeldet. 2015 folgte unter Trainer Stefan Steinhauer mit 14 Punkten und 19:122 Toren der Abstieg in die B-Klasse. In der folgenden Spielzeit konnte der Abstieg in die C-Klasse nur knapp vermieden werden.

„Der schönste und größte Erfolg“

Dann kamen mehrere A-Jugendliche von der TSG Jockgrim. Und Trainer Akin Özer formte aus einem zusammengewürfelten Haufen eine Einheit. 2017 stiegen die Blau-Weißen als Meister der B-Klasse Ost wieder in die A-Klasse auf. Labbé: „Es war der schönste und größte Erfolg in meiner Laufbahn. Gerade weil die Jahre vorher richtig beschissen waren.“

Aktuell spielt er Linksverteidiger. Früher agierte er auch im Mittelfeld und im Sturm auf der linken Seite. Zurzeit ist der FCB ungeschlagener Tabellenführer der A-Klasse Ost. „Wir können den Aufstieg packen, wenn sich niemand verletzt“, gibt sich Labbé zuversichtlich.

Er wollte nie für Geld Fußball spielen. Ein Wechsel kam auch wegen Opa Franz Graf nicht in Frage. Der ist schon immer bei Wind und Wetter bei allen Spielen seines Enkels dabei. Seit sieben Jahren begleitet Labbés Freundin ihn. Der Hausbesitzer: „In ihr habe ich wirklich eine ganz tolle Unterstützung.“

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