Lokalsport Südpfalz RHEINPFALZ Plus Artikel Frauenfußball: Fortuna Göcklingens Trainer kennt den Wechsel vom Knipser ins Tor

Alfred Ebert Foto: privat
Alfred Ebert

Als Neutrainer eine Aufstiegsmannschaft übernehmen? Klingt nicht nach einer leichten Aufgabe. Alfred Ebert macht sich bei seinem Amtsantritt als Cheftrainer des FFV Fortuna Göcklingen keinen Druck und überrascht mit einer Personalie. Die junge Mannschaft ist heiß auf die Regionalliga. Das Training ist hart.

Druck scheint ein Fremdwort für Alfred Ebert und seine Mannschaft zu sein. Obwohl die dritthöchste Frauenspielklasse für viele Spielerinnen Neuland ist. „Wir haben eine tolle Mannschaft, sie ist eingespielt und hat sich vergangene Saison schon auf die Regionalliga gefreut“, sagt Ebert. Der 61-Jährige übernimmt das Traineramt von Thomas Fehrenbach, der sich aufgrund der Geburt seines zweiten Kindes künftig um das Organisatorische im Hintergrund kümmern wird. „Er unterstützt uns und wird weiterhin dabei sein“, sagt Ebert über den Aufstiegstrainer.

„Neunter oder Zehnter ist gut“

Die Mannschaft, die laut Ebert im Schnitt zwischen 22 und 23 Jahren alt ist, möchte in jedem Spiel, auch gegen stärkere Teams, mithalten und gewinnen. „Wenn wir am Ende Neunter oder Zehnter werden und nicht absteigen, ist alles gut“, sagt Ebert. „In erster Linie wollen wir aber Spaß haben.“

Um in der Liga bestehen zu können, müsse das Team körperlich und von der Fitness her aufbauen. Eberts Trainingseinheiten sind deshalb hart. „Wir machen viel Lauf- und Sprinttraining und ein Vorbereitungsspiel gegen die Jungs der Herxheimer B-Jugend. Technisch können wir vielleicht mit manchen Teams nicht mithalten, dafür kommen wir über Kampf und Laufbereitschaft“, sagt der ehemalige Torwarttrainer. Taktisch orientiere sich die Mannschaft defensiver als in der Vorsaison.

Samira Schmidt war vergangene Saison beste Torjägerin der Fortuna. Sie soll nun das Tor hüten. „Sie war vorne gut, aber eigentlich ist sie eine bessere Torfrau. Sie war auch in der Jugend immer im Tor“, sagt der Trainer. Den Wechsel vom Knipser ins Tor kennt Ebert von sich selbst. Zu seiner aktiven Zeit stand er in der ersten Mannschaft im Tor und in der zweiten im Angriff. „Stürmer und Torhüter sind von Typ her ähnlich. Samira ist manchmal ein bisschen eigensinnig. Sie passt da perfekt hin“, sagt der Trainer.

Bei Rapide Wedding gespielt

Ebert scheut sich nicht, zu seinen Spielerinnen in die Kabine zu gehen. Das sei für ihn nicht anders, als bei den Männern: „In der Halbzeit mache ich ganz normal meine Ansprache. Nach dem Spiel lasse ich die Spielerinnen erstmal duschen, die Besprechung machen wir danach. Direkt nach dem Spiel ist der Kopf zu voll.“ Wenn nötig, führt der Trainer Einzelgespräche direkt nach dem Abpfiff auf dem Platz.

Ebert ist im Allgäu geboren, studierte in Berlin und spielte in den 70er- und 80er-Jahren für Rapide Wedding in der Regionalliga Berlin. Für den Verein spielten auch Niko und Robert Kovac, heutiges Trainerduo des FC Bayern München. Später spielte Ebert in Bayern in der A-Klasse und der Landesliga. Dort trainierte er auch zuletzt vor etwa 25 Jahren als Cheftrainer Herren- und Jugendmannschaften.

Der ehemalige Torwart lebt seit 21 Jahren in Bad Dürkheim und ist dort Geschäftsführer bei einem Versicherungsdienst. Im Oktober geht er in den Vorruhestand und kann sich dann ganz auf den Fußball konzentrieren. fesc

x