Fußball RHEINPFALZ Plus Artikel Firat Alpsoy schlägt beim FC Kandel ein neues Kapitel auf

Firat Alpsoy. Seine Familie führt in Landau eine Pizzeria.
Firat Alpsoy. Seine Familie führt in Landau eine Pizzeria.

Endlich wieder kicken wie schon beim Karlsruher SC und in der türkischen Jugendnationalmannschaft. Firat Alpsoy hat schon einige Tore für den FC Bienwald Kandel erzielt,

Fußball-Verbandsligist FC Bienwald Kandel beginnt das Spieljahr am Sonntag (15.45 Uhr) mit dem Heimspiel gegen den Rangsiebten SV Steinwenden. Mit den Südwestpfälzern, die das Nachholspiel bei der SG Hüffelsheim am Sonntag mit 3:5 verloren, haben die Löwen noch eine Rechnung offen: Im Hinspiel verloren sie verdient mit 2:3. Die erste Hälfte war die schlechteste der gesamtem Saison, Steinwendens Spielertrainer Sascha Hammann bekamen die Kandeler nicht in den Griff.

Hammann bekommt ab Sommer prominente Unterstützung. Benjamin Hassenfratz, Aufstiegstrainer des TuS Hohenecken, ersetzt Florian Hasemann als zweiten Übungsleiter.

Aufbruchstimmung

Rund ums Bienwaldstadion herrscht Aufbruchstimmung, zu den Testspielen kamen ungewöhnlich viele Zuschauer. Beim einzigen Spiel in der Fremde gab es eine 0:3-Niederlage gegen Oberligist FV Dudenhofen. Alle fünf Heimspiele gewannen die Löwen, das 4:3 gegen Oberligist Arminia Ludwigshafen sahen 150 Fans. Was sagt Trainer Yasin Özcelik? „Wir haben eine extrem harte Vorbereitung hinter uns. Die zweite Halbzeit gegen Ludwigshafen war richtig gut, wir bekommen aber noch zu viele Gegentore. Doch jetzt beginnt der Wettkampf. Die gute Stimmung wollen wir nutzen, um uns für das Hinspiel zu revanchieren.“

Schon sieben Tore

Beide Winterneuzugänge haben bewiesen, dass sie der Mannschaft auf Anhieb weiterhelfen können. Der vom SV Viktoria Herxheim gekommene Nathan Ikubu sprühte gegen Ludwigshafen vor Spielfreude, Firat Alpsoy hat in der Vorbereitung sieben Mal getroffen und mehrere Treffer vorbereitet. Der Stürmer kommt aus einer neunmonatigen Spielpause. Sein voriges Kapitel würde er am liebsten aus dem Gedächtnis streichen. Er spielte in der Regionalliga West beim 1. FC Düren, bei dem im März 2025 das Insolvenzverfahren eröffnet wurde. Alpsoy erzählt: „Zuerst kam das Geld der Spieler mit reichlich Verspätung, in den letzten drei Monaten gar nichts mehr.“ Alle kündigten, um über das Insolvenzgeld einen Ausgleich zu bekommen.

Can Uzun und Kenan Yildiz

In der Zwischenzeit hielt sich der Stürmer auf dem Kunstrasenplatz im Landauer Horstgebiet fit („mein Bruder musste immer mit, ich wollte den Ball dabei haben“). Der Landauer mit kurdischen Wurzeln wechselte nach den Anfängen beim ASV Landau zum FSV Offenbach, blieb drei Jahre. Er wurde vom Karlsruher SC entdeckt, war zehn Jahre im Wildpark. In der Bundesliga der U19- und U17-Junioren gelangen ihm in 59 Spielen 32 Treffer.

In diesen Jahren begegnete er bekannten Profis. In den Duellen gegen den 1. FC Nürnberg traf er auf Can Uzun, nun Torjäger von Eintracht Frankfurt. Höhepunkte waren die Duelle gegen Bayern München mit Kenan Yildiz, der türkische Nationalspieler zieht heute bei Juventus Turin im Mittelfeld die Fäden. Nach einer Partie auf dem Campus des Rekordmeisters kam die Einladung in die türkische Juniorennationalelf. Alpsoy hat einen türkischen und einen deutschen Pass. Der 20-Jährige rückblickend: „Die Integration war denkbar einfach, viele Spieler wohnten in Deutschland oder in den Benelux-Staaten.“

Zwölf Länderspiele

Von der U17 bis zur U20 bestritt Firat Alpsoy zwölf Länderspiele, beim 2:2 gegen Portugal im September 2022 erzielte er den Führungstreffer.

Sein früherer KSC-Teamkollege Albin Rrahmani lockte ihn nach Kandel. Er möchte den Löwen helfen, in Reichweite des Relegationsplatzes zu bleiben. Bei einer Essinger Firma macht Alpsoy eine Lehre als Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik. In seiner Freizeit hilft er im Service des „Milano“. Seine Familie betreibt die Pizzeria in der Landauer Rheinstraße seit zwei Jahrzehnten, die Nudelgerichte sind ein Geheimtipp.

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