Fußball
FC Bienwald Kandel: Heimspiel gegen die Wundertüte
Heimspiel gegen die Wundertüte der Fußball-Verbandsliga: Am Sonntag (17.30 Uhr) gastiert der TuS Rüssingen beim FC Bienwald Kandel. Die Kicker vom Donnersberg sind unberechenbar. Der 0:6-Auftaktniederlage beim FK Pirmasens II folgte ein 6:1-Sieg gegen den TuS Hohenecken.
TuS-Trainer Ediz Sari ist ein bekannter Charakterkopf. Der 47-Jährige war bereits mit fünf verschiedenen Vereinen in Kandel. Gewonnen hat er im Bienwaldstadion noch nie. Im vergangenen Jahr übernahm er den Verein in Rüssingen, den alle Spieler verlassen hatten. In wenigen Wochen engagierte er 25 Akteure und schaffte das Wunder „Klassenverbleib“.
0:4 in Herxheim
Vor dieser Saison hat Sari 18 Spieler ausgetauscht. Die oberligaerfahrene Mittelfeldzentrale Marcel Bormeth/Piero Adragana sorgt für viel Torgefahr. Mit einem Remis wäre der Trainer zufrieden.
Kandels Coach Reinhard Schenker richtet nach der 0:4-Niederlage in Herxheim den Blick nach vorne: „Die Situation ist schwer. Bis die vielen Urlauber und Verletzten wieder dabei sind, müssen wir einfach so viele Punkte wie möglich ergattern.“
Fahrschüler Thomas Hengen
Zweimal stand Carlos Baumgart in der Startelf. Der 19-Jährige kam von den Regionalliga-A-Junioren des FK Pirmasens. Er war zwei Jahre an der Husterhöhe, zuvor durchlief er alle Teams in Rülzheim. Er setzt die Fußballtradition der Baumgarts in dritter Generation fort. Opa Hermann (84) kennt die lokale Fußballszene von unzähligen Sportplatzbesuchen wie seine Westentasche. Er stammt wie Freiburgs Trainer Christian Streich aus dem Markgräflerland. In seiner Heimat spielte er im höherklassigen Amateurfußball. Mit dem TV Großengstingen war er Pokalsieger im Kreis Reutlingen/Tübingen. Beim SV Rülzheim arbeitete er viele Jahre in der Vereinsführung, sieben Jahre war er Spielleiter. Der frühere Inhaber einer Fahrschule erzählt: „FCK-Sportdirektor Thomas Hengen war mein letzter Fahrschüler, der mit 17 Jahren per Sondergenehmigung den Führerschein machen durfte. Dann fiel diese Regelung weg.“ Heute leitet Sohn Ralf die Firma. Er spielte ab der B-Jugend sechs Jahre für den 1. FC Kaiserslautern, zwei Jahre für die zweite Mannschaft in der Regionalliga. Dann folgte das bittere Karriereende wegen einer schweren Verletzung.Sind die Erfolge von Opa und Vater eher Ansporn oder Belastung? Carlos Baumgart sagt: „Das blende ich komplett aus und konzentriere mich auf meine Leistung. Wichtig ist, dass sie mich schon immer toll unterstützt haben. Beide haben mich mehrmals wöchentlich zum Training nach Pirmasens gefahren.“
Ehrgeiziger Baumgart
Schenker bescheinigt seinem Neuzugang eine gute Ausbildung, taktisches Verständnis und eine ausgefeilte Schusstechnik. Aufgrund des Talents traut er ihm zu, sich dauerhaft in den höheren Ligen zu etablieren.
Baumgart gilt als sehr ehrgeizig, hat in der Vorbereitung keine Einheit verpasst. Doch er weiß auch: „Die Abläufe sind viel rasanter als bei den Junioren. Meine Schnelligkeit und körperliche Fitness muss ich weiter verbessern.“ Beim FKP agierte er im zentralen Mittelfeld oder im Sturmzentrum, in Kandel hat Schenker ihn auf die offensive Außenbahn beordert.
Duales Studium der Sportökonomie
An der Landauer Berufsschule hat Baumgart das Fachabitur mit Schwerpunkt Gesundheit gemacht. Am 1. August hat er im Fitness- und Rehazentrum von Exprofi Benjamin Auer in Landau ein Duales Studium der Sportökonomie begonnen. Manchmal fällt die Arbeitszeit in die Abendstunden. Dann trainiert er in der zweiten Mannschaft des FC mit. Der Kader bleibt unverändert. Der Einsatz von Lukas Bosch (Rückenprobleme) ist fraglich. Benedikt Brück hat in dieser Woche eine erste leichte Laufeinheit absolviert, ein Einsatz käme noch zu früh. Kapitän Yanik Wagner könnte in der zweiten Septemberhälfte wieder einsteigen.
Schiedsrichter Patrick Simon (Wöllstein) kommt zum zweiten Mal in diesem Jahr nach Kandel. Am 11. März hatte er die Partie gegen TuS Steinbach (6:0) geleitet.