Lokalsport Südpfalz
E-Sport: Werders Yuya darf länger jubeln – Erste SWFV-Meisterschaft an der Playstation
1. FC Kaiserslautern gegen Liverpool. Das gab es zuletzt in einem Testspiel 2010. Die roten Teufel, damals noch in der Fußball-Bundesliga spielend, gewannen 1:0. Am Sonntag gab es das Duell erneut zu sehen, wenngleich auch nur in einer virtuellen Welt. Der englische Premier-League-Club war ein gerne genommenes Team bei der 1. IKK eFootball-Südwestmeisterschaft in Edenkoben.
Gespielt wurde Fifa 20 auf der Playstation 4. 16 Teams, bestehend aus jeweils zwei Spielern, die Mitglieder im Fußball-Verband sein mussten, nahmen teil. Neun spielten den Champions-League-Sieger aus Liverpool, nur ein Team wählte den 1. FCK. Im gespielten Modus sind alle Spieler auf dem virtuellen Grün gleichstark, jedoch: „Der FCK scheint in Fifa bei der jüngeren Generation nicht mehr so beliebt zu sein“, meinte Timm Ritterböck vom SWFV.
Die Sieger spielen Werder Bremen
Antonio Klepica und Maximilian Kaifer, die Sieger vom TuS Diedesfeld, spielten SV Werder Bremen. Der 19-jährige Kaifer ist Fan des Weser-Clubs. Er kommt aus Maikammer. In der echten Welt spielt er auf der Sechs. Sein zwei Jahre jüngerer Teamkollege aus Hambach bekleidet in der A-Jugend-Kreisliga die Außenbahnen. „Wir spielen beide seit wir vier Jahre alt sind Fußball“, sagte Klepica.
Beim Turnier marschierten die beiden durch die Gruppenphase. Einem 3:1 gegen Fifadakoyanlar (SV Südwest Ludwigshafen) folgte ein 5:1 gegen Pfalz United (SpVgg Edenkoben und VfB Haßloch). Das vierte Team der Gruppe trat nicht an.
„Motorradjubel“ nach Siegtreffer
Auch im Viertel- und im Halbfinale hatten die Diedesfelder keine Probleme und fertigten SK Lation (TV Gönnheim) und den FC Kickers (SpVgg Bad Bergzabern und SF Steinfeld) mit 5:1 ab. „Wir hatten eine leichte Gruppe. Der Drittplatzierte und unser Finalgegner waren aber richtig stark“, sagte Kaifer. Auch die Rollenverteilung im Team war klar. „Er ist der Bessere“, gab Klepica zu.
Im Finale mussten die beiden erstmals zittern. In Halbzeit eins vergab Kaifer eine Großchance, der Gegner Hambach XI traf die Latte. Kaifer, der schon einmal an einem Turnier der Sparkasse in Karlsruhe teilnahm, sorgte für den 1:0-Endstand – mit anschließendem „Motorradjubel“ (es ist nur eine Tastenkombination, dann kommt das) des Schützen Yuya Osako. „Wir haben den Jubel im Turnier immer übersprungen. Im Finale haben wir abgeklatscht, dann hat der Spieler automatisch gejubelt“, sagte Kaifer, der mit einer Notbremse samt Roter Karte in der letzten Minute einen Gegentreffer verhinderte.
Landesmeisterschaft in Mainz
Auch ein Team der Viktoria Herxheim war vertreten. Nach drei Siegen in der Gruppenphase musste es sich im Viertelfinale dem späteren Drittplatzierten TuS e-Stars (TuS Sausenheim) mit 1:3 geschlagen geben.
Die beiden Sieger, Kaifer spielte erstmals 2006, Klepica 2009, jeweils auf der Konsole des Bruders, dürfen nun an der Rheinland-Pfalz-Meisterschaft in der Opal-Arena in Mainz teilnehmen. Außerdem gab es VIP-Karten für das Bundesligaspiel Mainz gegen Hoffenheim, einen Wanderpokal, Medaillen und einen Turnbeutel. An eine Fifa-Karriere denken Klepica und Kaifer nicht. „Wir spielen weiter Fußball. Fifa nur nebenher“, sagte Kaifer.
Das war auch die Motivation des Verbandes. „Wir können nicht verhindern, dass die Jungs zocken. Aber wir wollen sie hiermit zumindest wieder ins Sportheim zurückholen“, sagte Ritterböck.
Draußen spielen geht auch
Der erste vom SWFV organisierte Fifa-Cup startete um 11 Uhr und endete, anders als geplant, bereits um 16 Uhr. Gespielt wurde an drei Tischen mit jeweils zwei Bildschirmen gleichzeitig. Einige Teams brachten sogar Fans mit. „Es waren etwa 50 Leute da, 30 davon waren Spieler“, sagte Ritterböck. Der Referent für Veranstaltungen, Marketing und gesellschaftliche Verantwortung des SWFV war beeindruckt vom Niveau der Teilnehmer: „Sie fangen alle schon früh an mit Fifa. Da kommen wir nicht mehr mit.“
Der Cup zeigte Wirkung. Zwei Vereine erkundigten sich bei Ritterböck nach den Modalitäten des Turniers. „Sie wollen so etwas auch bei sich veranstalten“, hat er herausgehört. Indes: „Es wäre schön, wenn die Teilnehmer dann auch erkennen, dass sie draußen Fußball spielen können“, sagte er.
Felix Schönhöfer