Fußball RHEINPFALZ Plus Artikel Die nächste reife Leistung der Viktoria

 Der Herxheimer Alexander Schultz ballert den Ball Daniel Szadorf vor der Nase weg.
Der Herxheimer Alexander Schultz ballert den Ball Daniel Szadorf vor der Nase weg.

Vier Gegentreffer nach neun Spielen zeigen die Stärke der Viktoria Herxheim, die nach dem Aufstieg die Verbandsliga aufmischt, 2:0 in Offenbach gewinnt. Dabei geben die Offenbacher dem Nachbarn wenig Räume. Zwei Einwechselspieler besorgen kurz vor Schluss die Entscheidung.

Die Viktoria Herxheim gewinnt wieder zu null und kann vom Durchmarsch in die Fußball-Oberliga träumen. Für Gastgeber FSV Offenbach, der im Südpfalzderby der Verbandsliga vor 660 Zuschauern 0:2 (0:1) verlor, wird es schwer. Er verharrt nach dem siebten sieglosen Spiel in Folge auf einem Abstiegsplatz.

Die deutliche Leistungssteigerung des FSV nach der 2:4-Niederlage gegen Basara Mainz brachte nichts Zählbares. Trainer Daniel Jahnke hatte seine Elf am Freitagabend taktisch gut auf den Spitzenreiter eingestellt. Abwehr und Mittelfeld machten die Räume eng, mit viel Disziplin ließen die Spieler keine Lücken zwischen den Ketten entstehen. Dadurch konnte die Viktoria nicht die gewohnte Dynamik bei ihren Offensivaktionen entfalten. Dem FSV wiederum fehlte bei seinen Offensivbemühungen die letzte Konsequenz und Durchschlagskraft. Deshalb blieben Torraumszenen während der gesamten Partie Mangelware.

Strafstoß

Vielleicht hätte der ein oder andere Schuss aus der Distanz Viktoria-Keeper Björn Herzig in Verlegenheit bringen können, doch dazu kam es nicht. Mit diesem Mittel fand Herxheim in die Partie und erarbeitete sich nach zehn Minuten eine optische Überlegenheit. In der 12. Minute konnte der nach abgelaufener Sperre wieder ins Offenbacher Tor gerückte Mika Stabel einen Versuch von Yasin Özcelik aus der Ferne abwehren. Wenige Sekunden später hämmerte Luis Liebel das Leder aus 20 Metern an die Latte. Der überragende Marcel Meinzer verwandelte in der 28. Minute einen Strafstoß zur Herxheimer Führung, Silas Wagner hatte Kapitän Ralf Gehrlein am Strafraumeck zu Fall gebracht. Das Foulspiel war unstrittig, doch die Offenbacher monierten heftig ein mögliches Handspiel von Liebel in der Aktion zuvor.

Offenbachs verletzter Stürmer Jan Löffelmann stellte in der Halbzeit fest: „Wir gehen viel energischer zur Sache. Da ist noch alles drin.“ Viktoria-Spielleiter Michael April zeigte sich „bisher sehr zufrieden, obwohl ich mir noch ein zweites Tor gewünscht hätte“.

Abstaubertor

Das fiel erst in der 88. Minute. In einer ereignisarmen zweiten Hälfte sorgte Joker Sascha Banspach per Abstauber für die Entscheidung, er reagierte nach einem Pfostentreffer des ebenfalls eingewechselten Mihai-Lucian Petrescu am schnellsten.

Fünf Minuten zuvor zielte Tristan Trauth von der Strafraumgrenze knapp über das Tor nach einem von Meinzer eingeleiteten Angriff. Auf der anderen Seite wurden zwei Dribblings von Agmir Bajraktari und Luca Felix geblockt, bevor sie zum Abschluss kamen. Sven Glaser köpfte nach einer Rechtsflanke von Jonas Dörrzapf übers Tor.

Das sagen die Trainer

Viktoria-Trainer Jens Bodemer nach dem Spiel: „Offenbach hat geschickt die Räume verengt. Wir haben nach vorne schon attraktiver agiert, aber es war dennoch eine reife Leistung. Deshalb war der Sieg verdient.“ Offenbachs Coach Daniel Jahnke: „Wir haben sehr viel investiert. Ich kann den Jungs überhaupt keinen Vorwurf machen. Die Viktoria war ein wenig mit Fortuna im Bunde.“

Die Reaktionen der beiden Spielführer hätte unterschiedlicher nicht sein können. Offenbachs Sven Glaser konstatierte enttäuscht: „Wir haben heute einen enormen Aufwand betrieben. Doch die letzte Aktion vor dem gegnerischen Tor hat einfach gefehlt.“ Der nach hoher Laufleistung ausgepumpte Viktoria-Kapitän Raphael Gehrlein: „Das Resultat ist letztlich korrekt, auch weil wir hinten rein gar nichts zugelassen haben. Der Strafstoß war völlig berechtigt.“

Trainer der Wormatia im Stadion

Oberliga-Referee Jannick Ziehmer (FV Kindsbach) wird immer wieder bei Derbys in der Region eingeteilt. Am 25. August leitete er die Partie Jahn Zeiskam - Herxheim (1:2). Beim Spiel Fortuna Billigheim - FSV Offenbach (1:1) im August 2019 verteilte er vier Platzverweise. Diesmal war es sehr friedlich und fair. Es gab Gelbe Karten für die Offenbacher Jakob Born und Alexander Hayes sowie den Herxheimer Gehrlein.

Unter den Zuschauern war Trainer Peter Tretter von Wormatia Worms, der rheinhessische Oberligist kommt am 18. Oktober (19.30 Uhr) zum Verbandspokal-Achtelfinale ins Queichtalstadion.

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