Motorsport
12.000 Zuschauer beim Triumph von Martin Smolinski
Das Sandbahnrennen in Herxheim lockte am Vatertag über 12.000 Zuschauer ins Waldstadion. Wer mochte, konnte bereits am Mittwochnachmittag Rennen verfolgen, bei denen Herxheimer Clubfahrer am Start waren. Im großen WM-Feld zeigte Erik Riss, warum er 2014 und 2016 Weltmeister auf der Langbahn wurde: In seinen ersten beiden Läufen legte er zwei Laufsiege auf die Bahn.
Für Riss begann dann jedoch im WM-Feld ein Kampf mit der Technik, denn der Schwabe, dessen Vater Gerd schon als Clubfahrer für die MSV Herxheim fuhr und als Zuschauer im Stadion war, wurde zweimal von einem gerissenen Zahnriemen und einem Plattfuß ausgebremst. „Ich hätte gerne hier gewonnen, weil ich weiß, dass ich das Zeug dazu habe“, so Riss, der nach einem Ausfall im Finale Fünfter im WM-Feld wurde.
Plattfuß im ersten Lauf
Mit der Technik hatte auch Imanuel Schramm bei den Rennen in der Seitenwagenklasse seine Probleme. In seinem ersten Lauf kam Schramm, der am Mittwochnachmittag und Donnerstagvormittag bereits in der nationalen Soloklasse mitfuhr, nur als Vierter ins Ziel. „Im ersten Lauf hatte ich Pech, als ich, wie im letzten Jahr, in Führung liegend einen Plattfuß hatte“, so Schramm, der noch genügend Punkte sammelte, um ins Finale zu kommen. „Im Finale kam dann noch ein kapitaler Motorschaden dazu.“
In der Box stand Schramms Motorrad dann mit defektem Motor neben dem Solomotorrad, mit dem er auch gefahren war. Er kam in Herxheim auf acht Rennläufe auf der Solomaschine und in der Gespannklasse. „Es ist anders auf zwei Rädern und mir hat die Routine gefehlt, weil ich halt schon ewig Gespann fahre. Beides ist toll und ich muss im Solo einfach mehr trainieren“, so Schramm, der sich von der Herxheimer Kulisse begeistert zeigte: „Es war brutal. Gestern waren schon viele Leute da, und heute waren da auch extrem viele Leute im Stadion. Das gibt es neben Herxheim so nur noch in Marmande in Frankreich.“
Neue Beifahrerin bleibt cool
In der Seitenwagenklasse erklomm Manuel Meier mit seiner neuen Beifahrerin Lena Siebert als Tagesdritter das Podest und zeigte sich bei der Siegerehrung zufrieden: „Es war mein erstes Rennen mit der neuen Beifahrerin und ich bin mega überrascht, dass sie so cool geblieben ist.“ Er hielt fest, dass der Abstand unter den drei Besten sehr gering war: „Mir ist keiner davongefahren.“
Lokalmatador erreicht das Finale
Als einziger waschechter Lokalmatador ging Sebastian Trapp ins Rennen. „Man bekommt nichts geschenkt und ich musste für meine Punkte heute hart kämpfen“, sagte Trapp, der mit einem Nuller bescheiden ins Rennen kam. „In meinem ersten Lauf ist mir am Start die Kupplung durchgebrannt.“ In den verbleibenden Läufen konnte Trapp dann aber jeweils gut punkten, wozu er manchen Gegner auf der Bahn niederringen musste.
Trotz des Nullers kam Trapp noch auf zehn Punkte in den Vorläufen und konnte am Donnerstagvormittag noch das Finale der sechs Besten seiner Klasse bestreiten, wo er erneut Pech hatte: „Beim Schalten bin ich kurz in den Leerlauf gekommen und habe dann in der Beschleunigungsphase auf den ersten Metern Geschwindigkeit verloren.“ Immerhin konnte er sich noch Sam Ensing schnappen, der einen Plattfuß zu verzeichnen hatte. Sein Resümee: „Es ist schade, dass wir in der B-Lizenz keine Chance hatten, uns vor dem ganz großen Publikum am Nachmittag zu zeigen, gerade für mich als Lokalmatador.“
Smolinskis Kompliment
Das Publikum, von Sebastian Schuschuh am Mikrofon ordentlich gepusht, begeisterte die Fahrer. Der Sieger des WM-Rennens und Gewinner des Silberhelms Martin Smolinski betonte: „Mit den Fans heute hat es einfach Spaß gemacht, war richtig geil.“ Der 39-jährige Bayer: „Ein dickes Kompliment an den Veranstalter, denn wir sind 20 Minuten vor dem Zeitplan fertig gewesen.“
Ergebnisse
Erstes Finals um die Langbahn-WM: 1. Martin Smolinski, 2. Zach Wajtknecht (GB), 3. Lukas Fienhage, 4. Chris Harris (GB), 5. Erik Riss
Internationale Lizenz Seitenwagen: 1. Markus Venus/Markus Eibl, 2. Mitch Godden/Paul Smith (GB), 3. Manuel Meier/ Lena Sieber, 4. Markus Brandhofer/Sandra Mollema, 5. Remi Valladon/Dylan Fourcade (FRA)
Nationale Lizenz Solo: 1. Dominik Werkstetter, 2. Dennis Helfer, 3. Louis Tebbe, 4. Ralf Heraus, 5. Sebastian Trapp, ... 10. Imanuel Schramm